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Deutsche Meisterschaft Taekwondo

Taekwondo

24.03.2022, 22:38
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Taekwondo – Bei der Deutschen Meisterschaft in Weißenburg gab es von Verbandsseite viel Lob für die neue Seeweiherhalle der Stadt sowie für den SV Nennslingen als örtlicher Ausrichter. Nach der Kritik an den hohen Mietkosten organisiert OB Schröppel eine 2000-Euro Spende.

Weißenburg – Eine Deutsche Meisterschaft erlebt man nicht alle Tage in Weißenburg, und schon gar nicht in Corona-Zeiten. Insofern avancierten die nationalen Titelkämpfe im Taekwondo am vergangenen Wochenende zu einem großen Treffpunkt und zu einem sportlichen Highlight. Unter den rund 300 Startern der deutschen Elite waren WM- und EM-Teilnehmer. Sie brachten viel Klasse auf die vier Wettkampfmatten und lockten hunderte von Zuschauern an.

Auch zahlreiche einheimische nutzten die Gelegenheit, um sich bei freiem Eintritt ein Bild zu machen – einerseits von der Kampfsportart, anderseits von der neuen Weißenburger Seeweiherhalle, die mit der „Deutschen“ ihre erste Großveranstaltung erlebte und diese Feuertaufe zugleich bestand. Der Eindruck, wenn man sich unter den Besuchern ein wenig umhörte: alles sehr modern, hell, freundlich und mit viel Platz für Zuschauer und Aktive. Das Turnier spielte sich auf drei Vierteln der Sport- und Mehrzweckhalle ab, das hinterste Viertel war für das Aufwärmen der Athleten reserviert.
Klar gibt es noch Mängel, wie das Fehlen von WLAN oder Beamer. Für die Verantwortlichen der Deutschen und der Bayerischen Taekwondo Union (BTU und DTU) die das zweitägige gemeinsam mit dem SV Nennslingen als örtlicher Ausrichter durchführten, war das aber kein Problem. Sie hatten das entsprechende Equipment selbst dabei und sorgten mit viel Technik (Kameras, Bildschirme, Computer etc.) dafür, dass Zuschauer, Aktive, Kampfrichter und Co stets bestens über das Geschehen informiert waren. Nimmt man noch elektronische Westen und Kopfschutz hinzu, dann kommt man laut Gerd Kohlhofer schnell mal auf ca. 100.000 Euro, welche die gesamte Ausrüstung für ein solch großes Turnier wert ist.
Kohlhofer ist Präsident der BTU, Vizepräsident der DTU und kommt aus Karlshuld. In Weißenburg schwärmte er regelrecht von der neuen Sportstätte sowie vom SV Nennslingen als Gastgeber: „Tolle Halle, tolle Umgebung und viele fleißige Helfer. Ein Riesenlob geht vor allem an Horst Scholz“, so Kohlhofer. Scholz ist seit Jahrzehnten der Motor für den Taekwondosport am Jura und obendrein Abteilungsleiter sowie Trainer des SVN.
Auch BTU-Vizepräsident Georg Streif, der für den Leistungssport Bereich Zweikampf zuständig ist, zeigt sich froh, den SVN mit Horst Scholz an der Spitze als Ausrichter an der Seite zu haben. „Ich freue mich immer, wenn bei solchen Meisterschaften auch kleine Vereine zum Zug kommen“, sagt Streif. Aus Sicht des Marktoberdorfers ist die Weißenburger Seeweiherhalle „sehr gut geeignet“ für derartige Wettkämpfe.

„Alles reibungslos gelaufen“

BTU-Kampfrichter-Referent Abdullah Ünlübay (Ochsenhausen) konnte da nur beipflichten. Bei ihm sowie bei Horst Scholz liefen die Organisationsfäden zusammen. „Es ist alles reibungslos gelaufen – genau so wie wir uns das vorgestellt haben“, stellte Ünlübay fest und zollte speziell dem SV Nennslingen großes Lob: Es waren sehr viel fleißige und stets hilfsbereite Leute da“.
Aber auch sportlich konnte der SVN sehr zufrieden sein: Die 14-jährige Anna Satzinger musste am Samstag in de Jugend A bis 55 kg zwar eine knappe Niederlage und das vorzeitige Aus in der ersten Runde hinnehmen; am Sonntag dann jedoch als es bei den Senioren richtig zur Sache ging; glänzte Isabel Beckstein mit der Silbermedaille. Die 22-Jährige unterlag bei den Damen bis 62 kg erst im Finale mit einem Punkt. Während Anna Satzinger nach der ersten Endtäuschung froh war, über die weitere Erfahrung, die sie sammeln konnte. Die dritte SVN- Athletin wäre Sarah Simon gewesen, die nach monatelanger Vorbereitung aber Corona-bedingt kurzfristig absagen musste – sehr bitter!
Durch das Turnier wurde Weißenburg für zwei Tage zum Treffpunkt für die Deutsche Taekwondo-Szene. Fast alle Landesverbände waren vertreten. Die Weißenburger Hotels und sonstigen Unterkünfte waren ausgebucht. Am Rande gab es viele Gespräche. Im Mittelpunkt aber stand der Sport mit rund 260 Kämpfen.
Der gastgebende Landesverband Bayern schnitt dabei am besten ab. Die BTU gewann klar die Verbandwertung der Jugend A und sehr klar die Verbandswertung der Senioren und war auch deshalb rundum zufrieden.
Ein Stück weit vergessen war durch den erfolgreichen Ablauf die Kritik an „immens hohen“ Mietkosten, die im Vorfeld laut geworden war. Über 3.200 Euro müssen die Veranstalter hinlegen. „In Nürnberg oder Ingolstadt bekommen wir die Hallen für solche Meisterschaften kostenlos“ sagte BTU-Chef Kohlhofer. Weißenburgs Oberbürgermeister Jürgen Schröppel konnte zwar keinen Nachlass gewähren und verwies auf den Stadtratsbeschluss, in dem die Nutzungsgebühren festgelegt sind. Er organisierte jedoch eine Spende in Höhe von 2.000 Euro für den SV Nennslingen, sodass es in Sachen Finanzen einen beträchtlichen Ausgleich gibt.
Ebenso war Landrat Manuel Westphal nicht nur als Ehrengast vor Ort, sondern hatte auch ein Spende in Höhe von 1.000 Euro für den örtlichen Ausrichter SV Nennslingen dabei. Damit unterstützter er die Arbeit des Vereins und des Taekwondosports ebenso wie der Weißenburger Oberbürgermeister und „Hausherr“ Jürgen Schröppel.
SVN- Taekwondo-Spartenleiter Hort Scholz bedankt sich bei allen Sponsoren, Helfern und Unterstützern und freut sich über die positive Resonanz der Veranstaltung „Das Echo ist ein Wahnsinn“ stellt er fest.
Trotz der Kritik hatte es sich der OB nicht nehmen lassen, bei dem Turnier vorbeizuschauen. Zu den Gästen zählten unter anderem auch Landrat Manuel Westphal, dessen Vorgänger Gerhard Wägemann, der Nennslinger Bürgermeister Bernd Drescher sowie BLSV- Kreisvorsitzende Brigitte Brand. Und natürlich war auch DTU-Präsident Stefan Klawitter vor Ort. Sie alle assistierten teils auch bei den über 30 Siegerehrungen.
Ob die DEM in Weißenburg eine einmalige Sache bleibt, wird sich zeigen. Für Hauptorganisator Abdullah Ünlübay, der die welthöchste Kampfrichterlizenz besitzt, steht nach dem Turnier unterm Strich eines fest: “Wir würden eine solche Meisterschaft auf jeden Fall wieder in Weißenburg machen“.

 

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