Heimat Info Logo
Tierfreundliche Zäune und Einfriedungen - Bürger-Infos durch den Umweltbeirat
Umweltbeirat Stadt Germering
07.05.2026, 11:19

Immer wieder hört man von Kleintieren wie Igeln die in Zäunen festhängen und im besten Falle rechtzeitig gerettet werden. Hier ist besonders der beliebte Stabmattenzaun oft ein Problem. Was weniger offensichtlich ist: Die Wichtigkeit eines durchgängigen Lebensraums für viele Kleinsäuger und Vögel, die in unseren Gärten leben. Ein Garten ist für gewöhnlich nicht genug, die Tiere wandern oft von Grundstück zu Grundstück oder verlassen Gärten. Was können Sie also tun, um Unfälle zu vermeiden und durchlässige Gartenräume zu schaffen?

 

Am besten geschieht das schon bei Errichtung neuer Einfriedungen und Planung. Es ist technisch für gewöhnlich kein Problem, einen Mattenzaun, Staketenzaun oder auch Maschendraht mit einem gewissen Bodenabstand einzubauen. Bewährt haben sich Abstände zwischen 8-12cm. Wenn es ein rein privat genutztes Grundstück ist, darf der Bodenabstand auch größer sein.

 

Bei abgelegenen oder eher ländlichen Grundstücken kann auch überlegt werden, ob eine Einfriedung in Form von Zäunen oder Mauern überhaupt nötig ist. In Bayern besteht keine Pflicht, sein Grundstück einzufrieden, außer Nachbarn fordern dies oder es ist in einem Gebiet üblich. Eine Hecke oder Strauchpflanzung signalisiert Abtrennung, ist für Tiere aber maximal durchgängig.

 

Neuere Bebauungspläne, auch in Germering, haben zu Bodenabständen oft ohnehin Vorgaben erlassen. Ebenso sind lokale Einfriedungssatzungen zu beachten, die Vorgaben zu Höhe oder Bodenabstand von Zäunen enthalten können. Neue Mauern und Zaunsockel sind für gewöhnlich nicht gestattet, ausgenommen als Geländeabstützung. Die Germeringer Einfriedungssatzung können Sie auf der Webseite der Stadt einsehen.

 

Wie kann man nun alte Zäune und Einfriedungen, die bis zum Boden reichen, verbessern? Bei Staketenzäunen aus Holz lässt sich recht leicht ein Durchschlupf aussägen oder eine sogenannte Igelklappe/-Tor einbauen. Dies ist theoretisch auch in Metallzäunen möglich. Hier sind die Sägeränder mit einem Zinkspray gegen Rost zu versiegeln.

 

Schwierig bis unmöglich ist die Umgestaltung von Mauern und hohen Sockeln. Handelt es sich um einen Geländevorsprung zum Nachbargarten hin, wäre eine kleine Leiter oder Rampe denkbar. Eine Trockenmauer kann mit größerem Anlauf gestaltet werden, so dass zumindest Tiere heraufkommen, die etwas klettern können.

 

Wenn es bei Ihnen nicht möglich ist, Maßnahmen davon umzusetzen, kann immer noch überlegt werden, die Mauer oder den Sockel selbst als Lebensraum zu gestalten. Bestimmte Löcher und Fugen werden gerne von Wildbienen genutzt, Fugen können bepflanzt werden, oder Sie setzen passende Kletter- oder Rankpflanzen an Mauern als Unterschlupf und Nahrungsquelle.

 

Kontakt: redaktion-ubr@web.de


Beschreibung

Umweltbeirat der Stadt Germering