Am 16. April besuchte der Seniorenkreis Dettelbach das Heimatmuseum HASLAU und UMGEBUNG am Kirchplatz neben der Dettelbacher Stadtkirche.
Die Museumsleiterin Karin Kutscherauer, selbst Ende 1945 in Asch im Egerland geboren, und ihre Tochter Claudia Falkenstein begrüßten die Seniorengruppe.
Das Heimatmuseum wurde nach der Sanierung des alten Kirchnerhauses im Jahr 2002 eingerichtet und stellt anhand verschiedenster Exponate die Geschichte und das Schicksal der Heimatvertriebenen aus Haslau und den umliegenden Gemeinden Rommersreuth, Steingrün, Lindau, Hirschfeld dar.
Die Gemeinde Haslau ist im Nordwesten der Tschechischen Republik in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze zu finden. 1945/46 musste die deutsche Bevölkerungsgruppe ihre Heimat verlassen, in Haslau ca. 4000 Personen (99,8% der Bevölkerung). Heute zählt die Gemeinde Hazlov 1600 Einwohner tschechischer Herkunft.
1982 übernahm die Stadt Dettelbach die Patenschaft für diese Heimatvertriebenen aus Haslau, die sich im gleichem Jahr zur Heimatgruppe HASLASU und UMGEBUNG e.V. zusammengeschlossen.
Anhand ihrer Familiengeschichte, verdeutlichte die heute 80jährige Karin Kutscherauer die Vertreibungsgeschichte.
Der Heimatverlust ihrer Familie bescherte ihr eine neue Heimat, im heutigen Dettelbacher Stadtteil Bibergau, wo sie aufwuchs und eine unbeschwerte Kindheit verbrachte, wie sie den Besucherinnen berichtete.
Großen Eindruck hinterließen die ausgestellten Trachten und Trachtengruppen, sowohl die egerländer, wie auch die fränkischen, die die enge Verbundenheit zur Patenstadt Dettelbach darlegen sollen. Im sogenannten „Vertriebenenzimmer“ schwelgten die Seniorinnen in nostalgischer Stimmung. Die Exponate versetzten sie zurück in die Zeit der eigenen Jugend, da sie hier vieles wiedererkennen konnten als eigenes Erleben.
Der abschließende Besuch im benachbarten „Cafe Kehl“ rundete sodann einen gelungenen Museumsbesuch ab.