Bei der Eröffnung des weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten Lallinger Mostfestes mit Töpfermarkt konnten die Veranstalter in diesem Jahr wieder ein echtes „Highlight“ präsentieren: Mit der Krönung der neuen Deutschen Mostkönigin Tina I übernahm sie die Regentschaft von ihrer Vorgängerin Christina I, die das ehrenvolle Amt zwei Jahre lang innehatte und sehr erfolgreich ausfüllte. Als Schirmherr des Festes setzte Landrat Bernd Sibler der neuen Mostkönigin in einem feierlichen Festakt die Krone auf, legte ihr die personalisierte Schärpe um und erhielt natürlich auch das traditionelle Küsschen, auf das er sich schon freute, wie er in seiner vorausgehenden Ansprache verlauten ließ.
Die Feierlichkeiten begannen am Samstagvormittag, als die künftige Mostkönigin mit ihren Prinzessinnen vom Bürgermeister höchstpersönlich chauffiert im Mercedes Cabrio 250 SE (150 PS, Baujahr 1966), den die Firma Albert Streicher kostenlos zur Verfügung stellte, auf dem Vorplatz des Lallinger Feuerwehrhauses vorfuhr. Geleitschutz bei der Anfahrt stellten Kommandant und Kreisbrandmeister Ludwig Jacob mit Feuerwehrvorsitzendem Thomas Wurm sowie Ehrenkommandant und Ehrenkreisbrandinspektor Bernhard Süß. Zahlreiche Ehrengäste, auswärtige Produktköniginnen und die ehemaligen 20 Lallinger Mostköniginnen erwarteten mit Abordnungen der Lallinger Ortsvereine die künftige königliche Hoheit. Zu den Klängen der „Lallinger Jagamusi“ wurde anschließend unter Böllersalven der Winkler Schützen zum Dorfplatz gezogen, wo unter der großen Linde der Festakt stattfand.
Bei der Begrüßung freute sich Bürgermeister Michael Reitberger über die zahlreichen Ehrengäste (s.u.), die zu dieser Feier gekommen waren, ebenso begrüßte er die früheren Lallinger Mostköniginnen, die auswärtigen Produktköniginnen sowie die Vereinsabordnungen und die zahlreichen Zuschauer. Besonderer Höhepunkt sei in diesem Jahr auch die Feier des 130-jährigen Gründungsjubiläums des Obst- und Gartenbauvereins. In der ganzen süddeutschen Region und darüber hinaus habe sich das Lallinger Mostfest mit Töpfermarkt seit 45 Jahren einen hervorragenden Namen gemacht. 26 Keramikmeisterinnen und -meister bereichern in diesem Jahr den mit vielseitiger Töpferkunst bereicherten Markt.
„Der Apfelmost, den man beim Fest genießen kann, kommt direkt aus unserer Heimat, dem Lallinger Winkel. Das Wissen früherer Generationen ist bis heute wichtig für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Streuobstwiesen“, so der Bürgermeister. Das in Lalling angesiedelte „Bayerische Streuobstwiesenkompetenzzentrum“ sei einzigartig auf der Welt und trage dazu bei, dieses Wissen auch an künftige Generationen weiter zu vermitteln. In diesem Zusammenhang dankte er Magdalena und Michael Miedl, die den Mostereibetrieb in Lalling bereits in der dritten Generation weiterführen, womit nicht nur der Nachschub für das Lallinger Mostfest gesichert ist, sondern auch über die Region hinaus angeboten wird.
Reitberger dankte der bisherigen 21. Mostkönigin Christina Eder, die ihr Amt in den letzten beiden Jahren hervorragend ausgeführt hat und den Lallinger Winkel und seine Produkte als wunderbare Botschafterin für unsere Heimat und unsere Traditionen überregional mit viel Engagement, Charme und Herzblut präsentiert hat. Im Namen der Gemeinde und des ganzen Lallinger Winkels sagte er von Herzen „Dankeschön“, sie habe mit ihren Prinzessinnen Louisa und Lena ihre Aufgabe mit großer Freude und großem Einsatz erfüllt und damit die Region würdig vertreten.
Die scheidende Mostkönigin Christina bedankte sich ihrerseits für die Unterstützung und das Entgegenkommen in ihrer Amtszeit. Sie erzählte von beeindruckenden Veranstaltungen, von der grünen Woche in Berlin über den Neujahrsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten in der Residenz in München, bis zu weiteren zahlreichen Veranstaltungen. Als aktives Mitglied der Lallinger Feuerwehr brachte sie auch ihre Freude über die Unterstützung ihrer Kameradinnen und Kameraden zum Ausdruck.
Als Schirmherr stellte Landrat Bernd Sibler zunächst interessante Verbindungen des Apfels zur griechischen Mythologie her und unterstrich damit die historisch begründete Bedeutung von Äpfeln: Im Lallinger Winkel werde als „Obstschüssel des Bayerischen Waldes“ die Bedeutung der Streuobstwiesen seit langen Jahren weiterentwickelt, was auch die Bedeutung des Bayerischen Streuobstwiesenkompetenzzentrums in Lalling unterstreiche. Anschließend durfte er der neuen Mostkönigin Tina I die Schärpe umlegen, die Krone aufsetzen und sein Küsschen mit Tina tauschen.
Die neue Mostkönigin stellte sich anschließend kurz vor, unterstrich dabei ihre Heimatverbundenheit, die Liebe zur Tradition und dem Leben im schönen Lallinger Winkel. Sie freue sich auf ihre neue Aufgabe und werde mit Unterstützung der beiden Prinzessinnen Johanna und Magdalena ihr Bestes geben, den Lallinger Winkel mit seiner Bedeutung für den Streuobstanbau überregional zu präsentieren.
Nach den Dankesworten des Bürgermeisters an alle, die zum Gelingen des Festes beitragen, übergab er an seine Stellvertreterin Maria Gruber, zugleich Vorstandsvorsitzende des weltweit einzigartigen „Niederbayerischen Streuobstwiesenkompetenzzentrums“, als Vorsitzende des Lallinger Obst- und Gartenbauvereins: Gruber erinnerte daran, dass Streuobstwiesen in früheren Jahren nicht nur „Hobby“, sondern Lebensgrundlage waren. Sie lobte das ehrenamtliche Engagement um „Bewährtes zu erhalten und für Neues offen zu sein“. Ein Bericht über die Feierlichkeiten des Gründungsfestes, bei dem auch langjährige Mitglieder geehrt wurden, folgt.
Zum Abschluss der Feierlichkeiten eröffnete Bürgermeister Michael Reitberger offiziell das Lallinger Mostfest mit dem Töpfermarkt und stieß mit den Gästen auf gutes Gelingen an. Spannend war in der Feierstunde das Wetter: Nach Sonnenschein und Schwüle zu Beginn zogen dunkle Gewitterwolken auf, das Wetterradar sagte Gewitter voraus, die Lallinger wurden davon aber außer ein paar Regentropfen verschont. Anschließend lud er nach dem Zug zum Zehentstadel alle Gäste zum Mostfrühschoppen und einer Brotzeit ein. Bei musikalischer Unterhaltung von Christian Klampfl ging der Eröffnungsfestakt über zu gemütlichen Stunden, zu denen sich auch die „Feuerwehrsenioren rechts der Donau“ gesellten.
Folgende Ehrengäste wurden eingangs von Bürgermeister Michael Reitberger begrüßt:
Die amtierende Deutsche Mostkönigin Christina Eder mit ihren Prinzessinnen Louisa Lallinger und Lena Stockbauer, die „künftige“ Mostkönigin Tina Kölbl mit den Prinzessinnen Johanna Reitberger und Magdalena Streicher, Kaplan Peter Bosanyi, Landrat und Schirmherr Bernd Sibler, Bezirksrätin Renate Wasmeier, stv. Landrat Alois Oswald, Altbürgermeister und Ehrenbürger Josef Streicher, Bürgermeister Robert Bauer (Schaufling), Evi Straßer (stv. Bürgermeisterin Hunding) , die Bürgermeister der ILE-Heimatviertel mit Vorsitzendem Dirk Rohowski (Zenting) und Stellvertreter Gerhard Weber (Auerbach), Hans Schmalhofer (Plattling), Karl-Heinz Baumgärtler (Winzer), Anton Stettmer (Grafling), Christian Zellner (Stephansposching), Claudia Sixt (Bernried), Julien Pursch (Niederalteich), Ewald Straßer (Hengersberg), sowie Prof. Dr. Markus Reinke ( Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), stv. Kreisbäuerin Heidi Wenig, Kreisobmann und Bürgermeister (Außernzell) Michael Klampfl, Bezirksbäuerin Claudia Erndl, Kreisverbandsvorsitzende Gartenbau Anna Maria Krinner, Sabrina Diyarogly (Geschäftsstelle Kompetenzzentrum), Matthias Zarte ( Landschaftspflegeverband), Markus Renner (Löwenbrauerei Passau), die Tschechischen Freunde Bürgermeisterin Trnkova aus Lhenice, Bürgermeister Chrt aus Libejovice, Dolmetscherin Miroslava Vackova, Frantisek Vlcek und Altbürgermeister aus Besiny. Ebenso wurden alle anwesenden Gemeinderäte begrüßt.
Als auswärtige Produktköniginnen wurden begrüßt:
Katharina, Abensberger Spargelkönigin, Ingrid, Deutsche Zuckerrübenkönigin, Rahel, Deggendorfer Donaukönigin, Franziska, Bayerische Erdbeerkönigin, Anja, Vize-Gillamoos Dirndlkönigin, Katharina, Vize-Jura Hopfenkönigin, Sophia, Karlshulder Rosenkönigin, Christina, St. Wolfganger Apfelkönigin, Simona, Volksfestkönigin Mühldorf, Antonia, Schrobenhausener Spargelkönigin, Anja, Bayerische Honigprinzessin, Martina, Rottaler Mostkönigin, Lisa, Hallertauer Bierkönigin, Bernadette, Limesköniginaus Kipfenberg, Glasprinzessin Karin aus Zwiesel und auch „Hoheitenfotograf“ Rene.
Es gaben sich auch die früheren Lallinger Mostköniginnen die Ehre: Silvia, Rosmarie, Bettina, Andrea, Daniela I, Elke, Manuela, Ilona, Bianca I, Corinna, Nadine, Carola, Barbara, Saskia, Daniela II, Bianca II, Laura, Pauline, Anna und Lisa.

Bürgermeister Michael Reitberger (Mitte) chauffierte persönlich die neue Mostkönigin Tina I sowie ihre Mostprinzessinnen Magdalena (r.) und Johanna im Mercedes Oldtimer 250 SE-Cabrio mit 150 PS, Baujahr 1966 der Firma Auto Streicher, mit dabei die Vertreter des Hauptorganisators des Lallinger Mostfestes, der Feuerwehr Lalling mit Feuerwehrvorsitzendem Thomas Wurm (v. l.) und Kommandant Ludwig Jacob.

Bürgermeister Michael Reitberger (am Pult) begrüßte die zahlreichen Ehrengäste (hinten), ebenso wie die ehemaligen Lallinger Mostköniginnen und die 15 auswärtigen Produktköniginnen aus ganz Bayern.

Schirmherr Landrat Bernd Sibler setzt der neuen Deutschen Mostkönigin Tina I die Krone auf, womit sie mit ihren Prinzessinnen Johanna und Magdalena die Regentschaft im Lallinger Winkel übernimmt und die Obstprodukte sowie die Heimatregion überörtlich repräsentieren wird.

Beeindruckendes Gruppenfoto mit der neuen Mostkönigin Tina I (Mitte, mit Krug), neben Landrat und Schirmherrn Bernd Sibler (l.) und Bürgermeister Michael Reitberger sowie den Ehrengästen (hinten), den ehemaligen Lallinger Mostköniginnen (vorne sitzend) und den auswärtigen Produktköniginnen (einrahmend links und rechts).
Bericht: Bernhard Süß
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