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Lichtverschmutzung – Warum Dunkelheit wichtig ist
Umweltbeirat Stadt Germering
08.07.2026, 21:08

Lichtverschmutzung beschreibt die künstliche Aufhellung der Nacht. Besonders in dicht besiedelten Gebieten ist der Effekt deutlich sichtbar, viele Lichtquellen überstrahlen dort den Nachthimmel. Über lange Zeit war Dunkelheit ein natürlicher Bestandteil des Lebensrhythmus von Menschen, Tieren und Pflanzen. Mit der zunehmenden Nutzung künstlicher Beleuchtung seit etwa 150 Jahren hat sich dieses Verhältnis verändert. Straßenlaternen, beleuchtete Fassaden, Werbetafeln oder dekorative Außenbeleuchtung tragen dazu bei, dass es vielerorts kaum noch richtig dunkel wird. Durch moderne LED-Technik ist Licht günstiger und vielseitiger einsetzbar geworden – was den Trend verstärkt. Helligkeit vermittelt zwar ein Gefühl von Sicherheit, die Folgen für Natur und Gesundheit werden jedoch häufig unterschätzt:

Auswirkungen auf Mensch, Tier und Pflanze

Die Menschen sind auf einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus angewiesen. In der Dunkelheit bildet der Körper das Schlafhormon Melatonin. Künstliches Licht am Abend und in der Nacht stört diesen Prozess und begünstigt Schlafprobleme.

Besonders betroffen sind nachtaktive Tiere. Viele Insekten werden von künstlichen Lichtquellen angezogen, verlieren die Orientierung und sterben erschöpft. Bestäubung, Fortpflanzung und Nahrungsketten werden gestört. Auch Vögel, Fledermäuse und andere nachtaktive Tiere leiden unter den veränderten Lichtverhältnissen.

Pflanzen benötigen Dunkelheit als natürliche Ruhephase, dauerhafte Beleuchtung beeinflusst Wachstum, Blütezeit und jahreszeitliche Abläufe.

Auswirkungen auf Umwelt und Klima

Über Städten entstehen Lichtglocken, die den Nachthimmel aufhellen und Sterne verschwinden lassen. Zudem verursacht unnötige Beleuchtung zusätzlichen Energieverbrauch und erhöht indirekt den CO₂-Ausstoß.

Was wir tun können

Lichtverschmutzung lässt sich durch einen bewussteren Umgang mit Licht reduzieren. Hilfreich sind Bewegungsmelder, warmweißes Licht, nach unten gerichtete Lampen sowie das Abschalten von unnötiger Außenbeleuchtung. Licht sollte gezielt dort eingesetzt werden, wo es wirklich benötigt wird. Schon kleine Veränderungen helfen, Natur und Umwelt besser zu schützen.

Auf der Webseite von Paten der Nacht sieht man die Zunahme von künstlichem Licht von 1992 bis 2010. Um Lichtverschmutzung zu reduzieren, initiiert diese Organisation das Mitmach-Projekt „22 Uhr – Werbelicht aus“. Teilnehmende Unternehmen schalten um 22Uhr ihr Werbelicht aus. Germeringer Unternehmen beteiligen sich bereits und sind ein gutes Vorbild für andere.


Beschreibung

Umweltbeirat der Stadt Germering