Heimat Info Logo
Aktuelle Informationen zur Haushaltsplanung der Gemeinde Gründau
Bürgermeister der Gemeinde Gründau
04.03.2026, 17:44

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

bezüglich einiger aktueller Fragestellungen zu den Gründauer Finanzen möchte ich zum besseren Verständnis der Zusammenhänge bei der Haushaltsaufstellung nachfolgend einige wichtige Informationen mit Ihnen teilen.

Unsere Gemeinde hat die letzten drei Haushaltsjahre jeweils mit mehreren Millionen Euro Defizit kalkuliert und i.d.R. auch mit hohem Defizit abgeschlossen. Meine Aufgabe als Bürgermeister ist es, eine rechtskonforme Budgetplanung aufzustellen, die Kosten und Erträge in Ausgleich bringt und somit ein solides Fundament für die weitere positive Entwicklung der Gemeinde sicherstellt.

Bei den Wasser- und Abwassergebühren gibt der rechtliche Rahmen des Kommunalen Abgabengesetzes einen Kostenausgleich durch die Gebühren als Sollvorschrift vor. Dabei sollen alle relevanten Kosten z.B. für die Wasserver- und entsorgung einkalkuliert werden, also auch notwendige Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen, Kosten für Fremdbezug von Wasser und die Kosten für die Betriebsführung durch die Stadtwerke Gelnhausen.

Um es deutlich zu sagen: Die Gemeinde verkauft kein Wasser, das Wasser gehört vielmehr allen Bürgern. Die Gemeinde legt die Kosten verursachungsgerecht um, die für die Aufbereitung und den Transport in die Häuser entstehen. Gründau wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach dafür gerügt, dass wir bei defizitärem Gesamthaushalt auf einen Ausgleich der Kosten verzichtet hatten, und das Defizit bei Wasser- und Abwassergebühren bindet mittlerweile über eine Million Euro Finanzmittel pro Jahr, die aus dem allgemeinen Steuerhaushalt kommen und dringend für wichtige Investitionen benötigt werden.

Um einem Kostenausgleich im Haushalt 2026 mindestens näher zu kommen, hatte ich die Verwaltung angewiesen, für dieses und die kommenden drei Jahre eine aktuelle Kostenkalkulation vorzunehmen. Diese sorgfältig kalkulierten Vorschläge für höhere Wasser- und Abwassergebühren waren zunächst im Vorschlag für den Haushalt hälftig ab 01.07.26 berücksichtigt und wurden dann im Rahmen der Beratungen wieder gestrichen. Diese Streichung war nur möglich, indem wir notwendige Unterhaltungsmaßnahmen an Gebäuden nochmals in das nächste Jahr verschoben haben. Diese Verschiebungen entlasten uns im laufenden Haushalt, belasten aber das Budget im nächsten Jahr. Die Gemeinde hat also nichts gespart, und das Geld fehlt dann im kommenden Jahr immer noch.

Ergänzend dazu sehen wir im Haushalt 2026 eine Erhöhung der Grundsteuer um 30 Hebesatzpunkte vor, also von 200 auf 230 Punkte. Da Gründau außer beim Wasser auch bei den Grundsteuern eine der günstigsten Kommunen in Hessen ist, war dieser erste Schritt hin zu einer Angleichung der Steuersätze in Richtung hessischer Durchschnitt für die Stabilisierung der Gründauer Finanzen wichtig und notwendig. 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Gemeinde muss investieren in die Wasserversorgung, in Kitas, Straßensanierung und die Sicherheit der Bürger. Als Bürgermeister weise ich bereits seit Monaten auf die notwendigen Belastungen hin, denn die Finanzierung wird auch höhere Steuersätze notwendig machen. Und Quersubventionierung von Wassergebühren durch Steuermittel sehe ich kritisch, da dies nicht verursachungsgerecht ist und zu Lasten der Zukunftsprojekte unserer Gemeinde geht. Solange wir ein Haushaltsdefizit von mehreren Millionen Euro jährlich decken müssen, verlieren wir jedes Jahr an Handlungsfähigkeit.

Ergänzend hierzu finden Sie meine ausführliche Haushaltsrede vom 23.02.2026 auch als Anhang zu dieser Mitteilung.

Haben Sie Fragen zur Haushaltsdebatte oder zu den gemeindlichen Finanzen? Melden Sie sich gern, wenn ich mit meinem Team für mehr Transparenz sorgen kann.