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đŸŒ± Informatives von der Landesgartenschau 👣 von neuen Wegen & passendem WechselflorđŸ”ïž
Stadt Bad Windsheim
01.04.2026, 10:49
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Kurpark wird fit fĂŒr die Zukunft

 


Behutsame Wegesanierung im denkmalgeschĂŒtzten Baumbestand


Der Kurpark in Bad Windsheim bekommt ein neues Gesicht – und bleibt dabei ganz er selbst. Im Zuge der Vorbereitungen auf die Bayerische Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 wird Bayerns grĂ¶ĂŸter denkmalgeschĂŒtzer Kurpark umfassend und nachhaltig aufgewertet.
Zentraler Bestandteil dieser Maßnahmen ist die dringend notwendige Sanierung des Wegesystems.

 

Wer zuletzt durch den Kurpark spaziert ist, merkte schnell: Risse und Unebenheiten im Asphalt trĂŒben das Bild und erschweren das Flanieren. Mit Blick auf die Landesgartenschau nutzt die Stadt nun die Chance, diese Bereiche umfassend zu erneuern – und das zu großen Teilen gefördert. So entsteht Schritt fĂŒr Schritt ein Kurpark, der noch mehr zum Verweilen, Entdecken und Genießen einlĂ€dt. „Diese Allee liegt uns sehr am Herzen – deshalb wenden wir viel Zeit und Sorgfalt auf, um sicherzustellen, dass die BĂ€ume keinen Schaden nehmen“, betont Robert Sitzmann, verantwortlich fĂŒr den Bau der Daueranlagen bei der Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH.

 


Schutz der historischen BÀume hat höchste PrioritÀt


Der Kurpark ist geprĂ€gt von seinem wertvollen Altbaumbestand – die Ă€ltesten BĂ€ume wurden bereits 1740 gepflanzt und prĂ€gen bis heute das Erscheinungsbild der historischen Allee. Damit das auch noch viele Jahre so bleibt, begleitet ein erfahrenes Team rund um den BaumsachverstĂ€ndigen Johannes PĂ€tzold als Umweltbaubegleitung die Bauarbeiten.

 

Mit geschultem Blick und viel FingerspitzengefĂŒhl sorgen er und seine drei Mitarbeiter - „seine Jungs“, wie er sie nennt - dafĂŒr, dass die Eingriffe ins Wurzelwerk so gering wie möglich bleiben. Kleine rote FĂ€hnchen und HolzstĂ€bchen im Boden zeigen beispielsweise an, wo empfindliche Wurzeln verlaufen – eine einfache, aber wirkungsvolle Hilfe fĂŒr die Bauarbeiten.

 

Wo dennoch Wurzeln betroffen sind, erfolgt eine fachgerechte Versorgung. Leichte Verletzungen können BĂ€ume selbst ausgleichen, bei stĂ€rkeren Eingriffen sorgen gezielte Maßnahmen wie saubere Schnittstellen und Wundversiegelung fĂŒr eine optimale Regeneration. „BĂ€ume können mit Wunden auf vielfĂ€ltige Weise umgehen – ober- wie unterirdisch.“, erklĂ€rt PĂ€tzold. „Viele kleinere Eingriffe gleichen sie selbst wieder aus.“ Und wo UnterstĂŒtzung nötig ist, wird behutsam nachgeholfen – immer mit dem Ziel, die VitalitĂ€t der BĂ€ume langfristig zu sichern.

 


Minimaler Eingriff – maximale Wirkung


Die Bauweise mit verminderter Aufbauhöhe der neuen Wege ist bewusst auf den Schutz der BĂ€ume ausgelegt. Um die notwendige StabilitĂ€t der Wege zu gewĂ€hrleisten, werden diese leicht erhöht aufgebaut. Dieser Kompromiss ermöglicht eine funktionale und zugleich baumschonende Umsetzung und sorgt dafĂŒr, dass die Wege stabil und langlebig bleiben.


Sollte es ausnahmsweise doch einmal stĂ€rkere Eingriffe in den Wurzelreich notwendig werden, wird jeder Baum genau untersucht. In seltenen FĂ€llen kommt dabei sogar eine Art „Sturmtest“ zum Einsatz, um die Standfestigkeit zu prĂŒfen. Zeigt sich dabei, dass die Standsicherheit des Baums nicht vollstĂ€ndig gewĂ€hrleistet werden kann, greifen die Fachleute behutsam ein – etwa durch eine gezielte KroneneinkĂŒrzung. Diese reduziert die AngriffsflĂ€che fĂŒr Wind und hilft dem Baum gleichzeitig, mit einem verringerten Wurzelraum gut zurechtzukommen.


Durch die enge Begleitung der Arbeiten und das vorausschauende Handeln von Johannes PĂ€tzold und seinem Team können Risiken frĂŒhzeitig erkannt und minimiert werden. So bleibt der wertvolle Baumbestand bestmöglich erhalten.

 


Nachhaltige Wege fĂŒr kommende Generationen


Ein sichtbarer Gewinn ist die Entsiegelung: Der alte Asphalt verschwindet, stattdessen entstehen naturnahe Wege. Der Hauptweg wird mit einem hochwertigen polygonalen Pflaster gestaltet, die Nebenwege erhalten eine wassergebundene Wegedecke.


Das sieht nicht nur schön aus und lĂ€sst sich im Zweifel leicht reparieren – es tut auch den BĂ€umen gut. Regenwasser kann versickern, die Wurzeln werden optimal versorgt. „BĂ€ume lieben solche durchlĂ€ssigen Böden“, sagt PĂ€tzold. Schon nach kurzer Zeit wachsen feine Wurzeln wieder in die neuen Tragschichten hinein.

 


Kleine Änderungen, große Wirkung – weit ĂŒber 2027 hinaus


Der Verlauf der Wege bleibt weitgehend unverĂ€ndert. Lediglich an einer sensiblen Stelle wurde ein Weg im Sinne des Baumschutzes angepasst. Durch die Verlegung konnte ein besonders wertvoller Baum dauerhaft erhalten werden. Die Wegesanierung ist Teil der umfangreichen Daueranlagen, die im Rahmen der Landesgartenschau entstehen und Bad Windsheim weit ĂŒber das Jahr 2027 hinaus prĂ€gen werden.

 

Die Umweltbaubegleitung ist dabei eine zentrale Voraussetzung und wurde im Genehmigungsverfahren festgelegt. In enger Abstimmung mit den zustÀndigen Behörden wird so sichergestellt, dass Natur- und Denkmalschutz Hand in Hand mit der baulichen Entwicklung gehen.

 

Markierung der Wurzeln im Wegekoffer (Bild: Bayerische Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH)

 

 

Ausgekofferte Wege im nördlichen Kurpark (Bild: Bayerische Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH)

 

 

FÀhnchen zur Wurzelmarkierung neben neuer Tragschicht (Bild: Bayerische Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH)

 


 

 

Hanne Roth in ihrem Element (Bild: Hanne Roth).

 

 

Wechselflor-KoryphÀe Hanne Roth


Vom Gartenschau-Virus gepackt und nie wieder losgelassen

 

Mehr als 20 Jahre schon ist sie fester Bestandteil der GartenschauSzene: Hanne Roth aus Ingolstadt. Seit 1993 ĂŒbernimmt die Diplom-Ingenieurin fĂŒr Landespflege regelmĂ€ĂŸig die Planung von FrĂŒhjahrs- und Sommerflor sowie von StaudenflĂ€chen auf Landesgartenschauen in Bayern. Eine Erfahrung, die sie nun auch in die Planungen der Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 einbringt – mit Begeisterung, Fachwissen und einer ordentlichen Portion „Gartenschau-Virus“.


Dass sie in Bad Windsheim den Zuschlag fĂŒr die Planung und Begleitung der WechselflorflĂ€chen erhalten wĂŒrde, war keineswegs selbstverstĂ€ndlich. „Die WĂŒrfel fallen immer wieder neu – man kann nicht sicher sein, dass man die Ausschreibung gewinnt. Am Ende muss man die Jury ĂŒberzeugen“, sagt Roth. Und sie hat ĂŒberzeugt. Nicht zuletzt Tobias Schmidt, Leiter der StadtgĂ€rtnerei Bad Windsheim, sprach sich fĂŒr die erfahrene Planerin aus: „Sie ĂŒberzeugt durch ihre hohe fachliche Kompetenz – und man merkt sofort, dass sie genau weiß, was sie tut.“


Zuletzt war Roth bei der Landesgartenschau Furth im Wald 2025 im Bayerischen Wald im Einsatz. Dort stellten vor allem die Höhenmeter eine besondere regionale Herausforderung dar. Nicht so in Bad Windsheim: Hier ist es vor allem die phasenweise Trockenheit der Region, die Roth bei ihrer Planung im Blick haben muss.


Wirkung trotz Trockenheit


Bad Windsheims Niederschlagsmenge ist im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands eher gering, besonders in den Sommermonaten zeigt sich die Stadt oft trocken – eine Herausforderung fĂŒr Hanne Roth. „Der Wechselflor hier ist speziell, was das Thema Ressourcenschonung angeht. Man muss Pflanzen auswĂ€hlen, die auch mit weniger Wasser zurechtkommen“, erklĂ€rt sie.


Dabei profitiert sie von ihrer langjĂ€hrigen Erfahrung aus vergangenen Gartenschauen: Entscheidend ist eine standortgerechte Platzierung der Pflanzen und dass sie auf eine Art in die Erde gesetzt werden, die einen schnellen Bodenschluss ermöglicht. Auch die BewĂ€sserung spielt eine zentrale Rolle – lieber seltener, dafĂŒr durchdringend gießen, um tiefes Wurzelwachstum und damit eine höhere WiderstandsfĂ€higkeit gegenĂŒber Trockenperioden zu fördern.


Zudem setzt Roth verstĂ€rkt auf Wildpflanzen, die zwar dezenter in der Farbe sind, aber robuster auf trockene Bedingungen reagieren, wĂ€hrend leuchtende, einjĂ€hrige Arten stĂ€rker unter Wassermangel leiden. „Es ist ein Grenzgang. Es gibt Bereiche, wo es klappen kann, weniger zu gießen. Bei anderen Bereichen brauchen die Pflanzen mehr Wasser. Das Ziel ist es, insgesamt so ressourcenschonend wie möglich zu arbeiten.“

 

Letztlich gehe es darum, eine Balance zwischen gestalterischer Wirkung und einem sparsamen Einsatz von Gießwasser zu finden. „Hinterher können die Menschen sagen, ob es mir gelungen ist“, erklĂ€rt sie lachend.

 

Ein ausgeprĂ€gter FrĂŒhling – ein ebenso ausdrucksstarker Sommer


„Das Besondere am Bad Windsheimer Pflanzkonzept ist der ausgeprĂ€gte FrĂŒhjahrsflor, der sich zu einem ebenso ausgeprĂ€gten Sommerflor wandelt“, erklĂ€rt Roth. Zur Eröffnung der Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 am 29. April 2027 werden Zwiebelpflanzen und einjĂ€hrige FrĂŒhjahrsblĂŒher das GelĂ€nde in Szene setzen und die Besuchenden willkommen heißen. Ab Mitte / Ende Mai – nach den Eisheiligen – folgt dann der nĂ€chste große Schritt: Der Sommerflor wird gepflanzt. Er wird bis zum Ende der Gartenschau am 3. Oktober 2027 seine volle Pracht entfalten und das GelĂ€nde kontinuierlich verwandeln.


Denn genau darin liegt die besondere Handschrift von Hanne Roth: Ihre Pflanzungen verĂ€ndern sich stĂ€ndig. „Sie verĂ€ndern permanent ihr Aussehen im Wuchs. Anfangs blĂŒhen viele Pflanzen, um von Anfang an Farbe zu bringen. Da diese jedoch niedrig sind, werden sie langsam von anderenÂ ĂŒberwachsen, die etwas lĂ€nger brauchen.“


Roth arbeitet mit etablierten Pflanzenarten – jedoch in neuen, ĂŒberraschenden Kontexten. Farben, Strukturen und Wuchshöhen greifen ineinander, bauen sich auf, lösen sich ab. Und zum Finale setzt die Natur selbst noch einen drauf: Die HerbstfĂ€rbung bringt zum Ende der Gartenschau nochmals ganz eigene, warme Farbtöne ins Spiel.


Laut, bunt – und voller Leben


Apropos Farben: FĂŒr den Kurpark, das blau-grĂŒne Herz und den Landschaftspark entwickelt Hanne Roth farblich abgestimmte Konzepte. Laut und bunt sollen sie sein - und mit dem klaren Ziel, die Besuchenden ins GelĂ€nde zu locken. BlĂŒhflĂ€chen werden so zu lebendigen Magneten – zu Orten, an denen man verweilt, staunt, fotografiert und immer wieder Neues entdeckt.

 

Mehr als nur Planung: Begeistern, vernetzen, koordinieren


Doch die kreative Planung ist nur ein Teil ihrer Arbeit. Hanne Roth bestĂŒckt die vorgegebenen FlĂ€chen mit konkreten PflanzvorschlĂ€gen, erstellt detaillierte Listen und geht aktiv in den Austausch mit GĂ€rtnereien. Ihre große Aufgabe: GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner fĂŒr das Projekt begeistern. Da es immer weniger Betriebe gibt, die die Gartenschau neben ihrem TagesgeschĂ€ft stemmen können, nimmt Roth hier eine zentrale Rolle ein.


Möchte eine GĂ€rtnerei sich an der Arbeit am Wechselflor beteiligen, muss sie sich im Rahmen einer offiziellen Ausschreibung der Bayerischen Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH bewerben. Den Zuschlag erhalten – Ă€hnlich wie bei Roth selbst – diejenigen Betriebe, die die festgelegten Vergaberichtlinien am ĂŒberzeugendsten erfĂŒllen.


Der große Moment im Herbst


Auf einen Termin freut sich die IngolstĂ€dterin besonders: der „Tag X“ im kommenden Herbst. Dann werden die Blumenzwiebeln ausgelegt. Hanne Roth wird selbst mit anpacken und gemeinsam mit den GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtnern die Zwiebeln stecken. Der FrĂŒhjahrsflor wird dann im MĂ€rz / April 2027 gesetzt und zur Eröffnung seine ganze Strahlkraft entfalten.


Über 20 Jahre Leidenschaft – und kein Ende in Sicht


Den Wechselflor auf Gartenschauen zu planen, begeistert Hanne Roth bis heute: „Keine Pflanzung gab es zwei Mal, immer war etwas Neues dabei – selbst, wenn manche Pflanzen besonders verlĂ€sslich sind und deshalb wiederkehrend dabei sind.“

Seit 1993 widmet sie sich regelmĂ€ĂŸig dieser Aufgabe. Wie viele Gartenschauen sie inzwischen begleitet hat? Sie hat aufgehört zu zĂ€hlen, sagt sie lachend. Was jedoch bleibt, ist die ungebrochene Begeisterung.

Der Gartenschau-Virus hat sie fest im Griff – und Bad Windsheim 2027 darf sich freuen, davon angesteckt zu werden.

 

 


 

Texte: Antonetta Schwesinger-Volkmar, Bayerische Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH

 


 

Mehr von der Landesgartenschau laufend unter

https://www.bad-windsheim2027.de/

 

 


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