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Hexenverfolgung in Windsheim
Seniorenrat Bad Windsheim e.V.
15.10.2026, 12:08
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Das Jahr 1596 ist ein finsteres in der Geschichte Windsheims. Im Mai begann eine Serie von Hexenverfolgungen und -verbrennungen in der Stadt, der 24 Frauen zum Opfer fielen. Auf Einladung des Seniorenrats referierte die Vorsitzende des Fördervereins Klosterchor und historische Stadtbibliothek, Sabine Detsch, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bildung für alle“ im Sitzungssaal des Rathauses. Zusammen mit Manfred Gößwein hat sie Informationen zusammengetragen und das Thema neu aufbereitet, das schon 1985 im Rahmen einer Ausstellung im Klosterchor auf großes Interesse gestoßen war. Der frühere, bereits verstorbene Leiter des Stadtarchivs, Michael Schlosser, hatte einschlägige Akten zur Verfügung gestellt.

Die Ursachen für diese Welle an Hexenverfolgungen, die sich über weite Teile Europas ausbreitete und von den Kirchen gefördert wurde – waren vielfältig. Sabine Detsch nannte unter anderem Aberglaube, die Bekämpfung archaischer Kulte, Pest, Kriege, abkühlendes Klima, Missernten, geistige oder körperliche Behinderung, Außenseiterrolle, Drohung, Gerüchte, Fehlgeburt, aber auch die in der Gesellschaft verankerte Minderwertigkeit der Frauen, üble Nachrede oder sogar Einnahmequelle für die Herrschenden – die Angehörigen der „Hexen“ mussten sich an den Kosten der Hinrichtung beteiligen. „Alles war Hexerei.“

Die Referentin beschrieb, wie die beschuldigten Frauen befragt und auch gefoltert wurden, um ein Geständnis zu erpressen. Dabei hatte der Rat alle Befugnisse, denn schließlich war Windsheim eine Freie Reichsstadt. Schöffen verkündeten schließlich das Urteil.

Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert setzte ein gesellschaftlicher Wandel ein, der zur Einkehr von Vernunft und zur Stärkung der Rechte des Einzelnen führte.

Beklemmend still wurde es im Saal, als auf den Projektionsflächen die Namen der verbrannten Frauen eingeblendet wurden. Der Scheiterhaufen befand sich in der Nähe des Hainsertors im Nordwesten der Altstadt (Richtung Kurpark). An der Hinrichtungsstätte soll künftig eine Erinnerungsstelle die Namen der Opfer ins Bewusstsein rücken. Zur Finanzierung sammeln Sabine Detsch und ihre Mitstreiter/innen Spenden.

Text und Foto: Frank Lauer


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Beschreibung

Im Sommer 2019 feierte der Seniorenrat Bad Windsheim seinen 20. Geburtstag. Im Lauf der Zeit hat die anfängliche Interessengemeinschaft, die inzwischen ein eingetragener Verein ist, vielfältige Aktivitäten entwickelt. Ihr Ziel: Den älteren Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt soll ein Angebot an Veranstaltungen gemacht werden, das unterhaltsam ist, aber auch Informationen bietet und die Gemeinschaft fördert. Außerdem will der Verein die Interessen der Senioren gegenüber der Politik auf mehreren Ebenen vertreten und sich mit anderen Senioren-Organisationen vernetzen.