
Neue Presse: Wie geht es mit der Freiwilligen Feuerwehr Lauenhain weiter? Heike Schülein Die Zukunft der Wehr steht auf wackeligen Beinen. Welche Konsequenzen deren Ende haben würde, war das Hauptthema der Bürgerversammlung. Lauenhein. In fünf ortsteilbezogenen Bürgerversammlungen der Stadt Ludwigsstadt wurde auf Fragen und Herausforderungen in den einzelnen Ortsteilen eingegangen. Beim zweiten Termin ging es insbesondere um den Fortbestand der Lauenhainer Wehr. Bürgermeister Timo Ehrhardt führte mit Hinweis auf die geringe Zahl der Aktiven in die Thematik ein. Um die Brisanz zu verdeutlichen, hatte man sich in der Feuerwehrversammlung darauf verständigt, das Thema im Rahmen der Bürgerversammlung zu behandeln. Erster Kommandant Alexander Gratzer gab einen aktuellen Sachstand zur aktiven Truppe. Es konnten zwei Mitglieder gewonnen und ein passives Mitglied zum Wiedereinstieg in die aktive Truppe bewegt werden. Die Wehr verfügt dennoch über nur 15 Aktive. Probleme bereite vor allem die Suche nach einem Kommandanten und einem stellvertretenden Kommandanten. Alexander Gratzer will das Amt möglichst in jüngere Hände übergeben. Hierzu hat sich bisher niemand bereit erklärt. Der Vorsitzende der Wehr, Fabian Fehn, bedauerte die Entwicklung und wies darauf hin, dass perspektivisch ohne einen Kommandanten keine eigene Feuerwehr mehr möglich ist. Er hinterfragte die Möglichkeit von Übungen durch die Kommandanten der Stützpunktwehr Ludwigsstadt. Lauenhain wäre dann nur noch eine Löschgruppe. Kreisbrandinspektor Harald Schnappauf verwies auf die große Bedeutung der kleinen Feuerwehren vor Ort. Im Einsatzfall sei der Erstangriff von entscheidender Bedeutung und jede Minute zähle. Frauen und Jugendliche seien entscheidende Faktoren in heutigen Wehren. Die Abstufung zu einer Löschgruppe sei der Anfang vom Ende einer Feuerwehr. Die Brandlasten in Lauenhain mit Kindergarten und großen Gebäuden erforderten eine schnelle schlagkräftige Truppe vor Ort. Ohne Kommandant drohe die Auflösung der Feuerwehr vor Ort. So sah es auch Kreisbrandmeister Peter Borchardt, der appellierte, sich zusammenzusetzen und nach Lösungen zu suchen. Die Feuerwehr Schauberg habe den Weg zur Löschgruppe bereits begangen. Dies sei keinesfalls als Vorbild zu sehen, da das Engagement vor Ort noch weiter zurückgegangen sei. Stützpunktkommandant Christian Conrad brachte als Beispiel den Großbrand in Steinbach an der Haide. Die Ortsfeuerwehr habe dort mit einer Schlauchstrecke vor Eintreffen der Stützpunktwehr dafür gesorgt, dass sofort mit dem Löschangriff begonnen werden konnte. Daniel Müller gab zu bedenken, dass von den 15 Aktiven rund ein Drittel außerhalb von Lauenhain wohne und dadurch die schnelle Einsatzbereitschaft weiter beeinträchtigt werde. Eingangs der Bürgerversammlung informierte der Bürgermeister über Aktuelles in der Stadt Ludwigsstadt. Gerade in Lauenhain hatte eine Reihe an Projekten das Gesicht des Orts nachhaltig zum Besseren verändert. Hierzu zählt insbesondere die Generalsanierung und Erweiterung des AWO-Kindergartens „Lauenhainer Spatzennest“ um eine Krippengruppe und die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses mit 60 Gastplätzen. Der Bürgermeister rief die Anwesenden auf, für ihren Ort Stärken und Schwächen auf Karten zu benennen und zu erläutern. Positiv wurde der neue Kindergarten (Richard Enders), die Breitbandversorgung (Mario Krysat) und das Dorfgemeinschaftshaus(Maik Bochröder) bewertet. Mario Krysat kritisierte die mangelnde Schneeräumung der Gehwege an der Frankenwaldstraße und den Schwerlastverkehr. Er regte die Sperrung für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen an. Zudem bat er um ansprechende Gestaltung des Kreisverkehrs an der Ziegelhütte. Richard Enders begrüßte die Anlage der Grünen Wiese beziehungsweise von pflegefreien Urnengräbern auf dem Friedhof. Bei der Pflege sah er jedoch Verbesserungspotenzial. Maik Bochröder bedauerte das mangelnde Bürgerinteresse an gesellschaftlichen Veranstaltungen oder auch der Bürgerversammlung. Alexander Gratzer bat um zeitnahe Sanierung des Dorfbrunnens, insbesondere der Verschraubung am Ablauf. Hier wurde der Auftrag bereits vergeben. Herbert Rentsch erachtete die Regenrinne in der Selliggasse als „Sprungschanze“ und bat um Prüfung baulicher Verbesserungen. Ortssprecher Stefan Grüdl wies auf die nicht mehr funktionsfähige Regenrinne im Gerinneweg hin. Auch hinsichtlich Starkregenschutz sollte die Rinne wieder instandgesetzt werden. Markus Hofmann bat um Prüfung der Zufahrtsregelung beim Bau des Solarparks Lauenhain-Ost, um Schäden an den Straßen zu vermeiden.
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