Der Schutz vor häuslicher Gewalt braucht eine starke Gemeinschaft und ein geschärftes öffentliches Bewusstsein. Vor diesem Hintergrund lädt der Runde Tisch „Häusliche Gewalt Kelheim“ am Freitag, 27.11.2026, von 9 bis 12 Uhr zu einer öffentlichen Fach- und Austauschveranstaltung in den Großen Sitzungssaal des Landratsamtes Kelheim ein.
Seit 2024 setzt sich im Landkreis Kelheim ein Gremium mit dem Thema Häusliche Gewalt auseinander. Vertreterinnen und Vertreter aus Justiz, Polizei, Behörden, dem Hilfesystem und der Opferverbände sowie den Frauenverbänden treffen sich zweimal im Jahr in geschlossener Runde, um über die aktuellen Themen, die Hilfestruktur und auch die Möglichkeiten der Weiterentwicklung im Landkreis zu sprechen. Indem sich das interdisziplinäre Netzwerk für die Öffentlichkeit öffnet, erfüllt das 30-köpfige Landkreis-Gremium seine selbst auferlegte „Kelheimer Erklärung“. Im Zentrum der Debatte stehen dabei die drängenden Herausforderungen im Kinderschutz und die Weichenstellungen durch das Gewalthilfegesetz.
Nach einem Grußwort des Stellvertretenden Landrats Manfred Jackermeier wird der Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Christian Gabler, mit einem Kurzimpuls zur aktuellen Situation des Hilfesystems und den Auswirkungen des Gewalthilfegesetzes den Anfang machen. Für den Fachvortrag konnte eine renommierte Expertin gewonnen werden: Familienrichterin Ulrike Sachenbacher, die seit 2022 vom ehemaligen Justizminister Georg Eisenreich als „Kompetenzpartnerin Kinderschutz“ für den Oberlandesgerichtsbezirk München eingesetzt ist. In ihrem Beitrag wird sie auf den „Kinder- und Opferschutz“ im Kontext des neuen Gewalthilfegesetzes eingehen. Ihr Ansatz fokussiert sich auf schnelle, interdisziplinäre Entscheidungen zum Wohle betroffener Kinder.
„Die Kelheimer Erklärung ist ein Fundament. Jetzt geht es darum, die dort verankerte Bewusstseinsbildung in die Breite zu tragen. Häusliche Gewalt darf kein Tabuthema hinter verschlossenen Türen sein. Der Besuch von Ulrike Sachenbacher bietet eine gute Gelegenheit, hochkarätige Expertise nach Kelheim zu holen und Justiz, Behörden sowie Bürgerinnen und Bürger an einen Tisch zu bringen.“
Landrat Christian Nerb
Der Runde Tisch wurde auf Initiative der Gleichstellungsstelle ins Leben gerufen. Er vernetzt zweimal jährlich Schlüsselakteure, um Hilfsketten im Landkreis schneller und effektiver zu verknüpfen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und öffentlich. Da die Plätze begrenzt sind, erfolgt die Vergabe nach dem Eingang der Anmeldungen (Windhundverfahren). Bürgerinnen und Bürger werden ausdrücklich um eine vorherige schriftliche Anmeldung per E-Mail an christian.gabler@landkreis-kelheim.de gebeten.
