Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Thema Verkehrssicherheit sowie der knappe öffentliche Parkraum und dessen sinnvolle Ausnutzung beschäftigen die Politik und das Rathaus bereits seit vielen Monaten und sind regelmäßige Punkte in den Sitzungen der Ortsbeiräte. Ich habe gemeinsam mit meinen Kollegen des Ordnungsamts und überwiegend in Abstimmung mit den Ortsbeiräten, wo nötig und sinnvoll, klare Regeln im Sinne der Verkehrssicherheit erlassen. Insbesondere die Reduzierung der Geschwindigkeit in den Wohnbereichen war ein klares Anliegen und wurde überwiegend mit „Zone 30“-Regelungen umgesetzt. Wir sind bei der Verkehrssicherheit und besonders bei der Sicherheit der Schulwege noch nicht am Ende, aber auf einem guten Weg.
Aktuell beschäftigt uns die Parksituation in Gründau besonders häufig. Dabei gilt es, den öffentlichen Raum – also die Straßen und die Gehwege – so zu nutzen, dass weder Fußgänger noch Autofahrer gefährdet werden und jederzeit genug Raum für die Rettungsfahrzeuge verbleibt. Durch Bürgerinnen und Bürger werden täglich, meist berechtigte, Beschwerden an die Verwaltung herangetragen. Die Kollegen des Ordnungsamtes und der Ordnungspolizei gehen den Beschwerden nach und verfahren nach dem allgemein gültigen Gleichbehandlungsgrundsatz. Bei einigen Bürgern hat dies für Unmut gesorgt, kostet doch ein regelwidriges Parken auf dem Gehweg ein Bußgeld von 55 Euro. Der auch für Gründau geltende bundeseinheitliche Tatbestandskatalog lässt weder den Ländern noch den Städten und Kommunen einen Handlungsspielraum bei der Höhe der verhängten Bußgelder. Ich möchte heute für die notwendigen Maßnahmen um Verständnis bitten und ebenso für die Akzeptanz der aktuell gültigen Verkehrsregelungen werben. An neuralgischen Punkten und bei aufkommenden Problemen mit der Parksituation wird auch weiterhin geprüft, ob z.B. Parkflächen eingezeichnet werden können oder gar eine Umwidmung in einen verkehrsberuhigten Bereich (Spielstraße) möglich ist. Hier haben Fußgänger den Vorrang und der Autoverkehr muss mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Das Parken ist dort nur in den gekennzeichneten Bereichen gestattet. Dies erlaubt uns aber, von der Regelung bezüglich Parken auf dem Gehweg abzuweichen, denn wenn der Fußgänger Vorrang hat, darf er auch die Straße benutzen und es verbleibt somit Raum für Parken am Rand, einschließlich der vorhandenen Gehwege.
Ein weiteres Problem war und ist Parken in unübersichtlichen Kurven oder beiderseits der Straße, so dass der Begegnungsverkehr nicht ausweichen kann und bzw. oder zu spät erkannt wird. Hier regeln wir mit Halteverboten die Bereiche, in denen aufgrund des sicheren Begegnungsverkehrs, aber auch für die sichere Durchfahrt der Rettungsfahrzeuge, das Parken eine Gefährdung oder mindestens eine deutliche Behinderung für den Verkehr darstellt.
Ein Blick auf die Zulassungsstatistiken der Jahre 2006 bis 2026 zeigt, dass der Fahrzeugbestand im Gemeindegebiet kontinuierlich gewachsen ist. Grund dafür sind sowohl die Attraktivität Gründaus als Wohnort für Pendler als auch das starke Gewerbe vor Ort.
Nach Auswertung der regionalen Verkehrsdaten ist die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge (Kfz) in den letzten 20 Jahren um rund 25 Prozent gestiegen. Waren im Jahr 2006 noch schätzungsweise 9.400 Fahrzeuge (davon rund 8.100 Pkw) in Gründau gemeldet, liegt der Gesamtbestand heute bei rund 12.350 Fahrzeugen (davon circa 10.100 Pkw). Netto sind damit im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte knapp 3.000 Fahrzeuge auf Gründaus Straßen hinzugekommen. (Quellen: KBA, Hessisches Statistisches Landesamt, MKK)
Ein allgemeiner, aber dringender Appell geht an alle KFZ-Halter in Gründau: Bitte nutzen Sie überwiegend die Stellplätze auf dem eigenen Grundstück, um den öffentlichen Raum zu entlasten! Gemäß der Stellplatzsatzung der Gemeinde müssten – mit Ausnahme der alten Ortskerne – überall je Wohnung zwei Parkplätze auf dem Grundstück vorhanden sein. Diese sind für das Abstellen des eigenen Pkw vorrangig zu nutzen, bevor der öffentliche Raum beansprucht wird.
Bitte helfen Sie alle mit, die Verkehrssituation in Gründau auch zukünftig beherrschbar und sicher zu gestalten. Wenn jeder Autofahrer eigenverantwortlich darauf achtet, dass kein anderer behindert oder gefährdet wird, müssten weniger zusätzliche Schilder errichtet werden. Die Gründauerinnen und Gründauer – und ich ganz persönlich – danken es Ihnen!
Herzliche Grüße
Markus Kern
