Der Hl. Sebastian ist der Stadtpatron von Dettelbach.
Gesichert ist nur, dass Sebastian – wahrscheinlich ein gebürtiger Mailänder – ein römischer Soldat und Märtyrer war, der an einem 20. Januar, wohl des Jahres 288, starb. Es gab einen Sarkophag in den Katakomben an der Via Appia Antica im Süden Roms mit seinem Namen. Bereits zur Zeit des Kirchenvaters Ambrosius (um 339 bis 397) wurde Sebastian verehrt.
Wohl im 5. Jahrhundert bildete sich rund um das Grabmal und seinen Namen – Sebastian bedeutet "der zum Kaiser Gehörende" – folgende Heiligenlegende: Sebastian war ein Soldat der römischen Elitetruppe der Prätorianer, die dem Kaiser als Leibgarde diente. Während der Regentschaft von Kaiser Diokletian (284 bis 305) wurden viele Christen ermordet; Sebastian verheimlichte seinen christlichen Glauben am Hof und nutzte seine hohe Stellung als Hauptmann der Prätorianergarde, um Christen in den Gefängnissen Roms zu besuchen, sie im Glauben zu stärken und für die Bestattung der Märtyrer zu sorgen.
Als Diokletian erfuhr, dass der von ihm geschätzte Soldat ein Christ war und Glaubensgenossen half, verurteilte er ihn zum Tode. Der Kaiser ließ Sebastian an einen Pfahl oder Baum binden und – je nach Legende – von den Prätorianern oder von numidischen Bogenschützen erschießen. Als die fromme Witwe Irene seine vermeintliche Leiche vom Pfahl holen und christlich bestatten wollte, entdeckte sie, dass Sebastian überlebt hatte, und pflegte seine Wunden.
Kaum erholt, trat der tot Geglaubte dem Kaiser entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seines Tuns vorzuhalten und ihn öffentlich wegen seines Vorgehens gegen die Christen anzuklagen. Daraufhin ließ ihn Diokletian vor seinen Augen am Circus Maximus erschlagen und seinen Leichnam in den Abflussgraben Cloaca Maxima werfen. Laut Legende erschien Sebastian der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort seiner Leiche. Christen bargen seinen Körper und begruben ihn an der Via Appia in den nach ihm benannten Katakomben, über denen bis heute die Pilgerkirche San Sebastiano steht.
Um die Verbundenheit von Pfarrgemeinde und Stadtgemeinde zu bezeugen, steht in der Pfarrkirche Dettelbach am Eingangsbereich eine Barockfigur des Hl. Sebastian.
Foto: Petra Reissmann / Foyer Stadtkirche