Merkwürdig ist in der Geschichte der Musik, daß sein (Carl Friedrich Abels) Instrument mit ihm, im Jahr 1787 ganz in Vergessenheit begraben worden ist: die vor hundert Jahren so unentbehrliche Gambe, ohne welche weder Kirchen- noch Kammermusik besetzt werden konnte, die in allen öffentlichen und Privatkonzerten das ausschließliche Recht hatte, sich vom Anfange bis zum Ende, vor allen andern Instrumenten, hören zu lassen; weswegen sie ..., gleich den Schachteln, satzweise, in allen Formaten, groß und klein, verfertigt werden mussten..."
Zum Glück hat sich Ernst Ludwig Gerbers Prophezeiung in seinem Lexikon der Tonkünstler (1792) nicht bewahrheitet!
Die Viola da gamba, aristokratisches Instrument des Barock, spricht in diesem Programm neben barockem Repertoire auch die Sprache der musikalischen Erneuerung, der Empfindsamkeit: Sie vermag Emotionen auszudrücken und zu erwecken, sie kann Empfindungen in Musik umsetzen und den Menschen unmittelbar berühren. Alle Register und Möglichkeiten des Instrumentes werden dabei genutzt: Akkordbrechungen und mehrstimmige Passagen kontrastieren mit elegischen Melodien, Virtuosität mit Einfachheit, leidenschaftlicher Affekt und “Raserey” mit „Tröstlicher Meditation“. Neben Werken von Abel erklingt Musik von G. Ph. Telemann, J.S. Bach und Sieur de Sainte Colombe.
Friederike Heumann tritt als gefragte Solistin international auf, hat mit führenden Ensembles Aufnahmen gemacht und unterrichtet als Professorin für Viola da gamba und historische Ensemblepraxis an den Hochschulen für Musik in Würzburg und München.
Friederike Heumann - Viola da gamba
