Berichte des Bürgermeisters
Die Angebote zur eventuellen Sanierung des Löschweihers (wir sprechen hier vom unterirdischen Wasserbehälter) stehen noch aus. Deswegen werden die Warnbaken noch eine Weile unsere Ortsmitte zieren.
Was unseren Löschweiher, die Dorfkneipe, angeht, gibt es leider auch noch keine Neuigkeiten. Es gibt unwahrscheinlich viele Anfragen, wie man helfen und unterstützen kann. Das zeigt, wie wichtig dieser Treffpunkt für unser Hausen war. Die Idee, ins Nebengebäude zu ziehen, kann nicht umgesetzt werden. Die Sportfreunde haben das Sportheim angeboten und es gibt nächste Woche noch Gespräche mit dem Schützenverein. In so angenehm zentraler Lage wie bisher wird es wohl nicht weitergehen, aber immerhin sieht es so aus, als könnte es weitergehen. Wir drücken ganz fest die Daumen.
Es gab eine Bürgeranfrage, ob man am Ende des „Gässchens“ zwischen Kirchplatz und Sulzbacher Weg einen Bügel (ähnlich einem Stück Geländer) installieren könnte, um Leuten, die die Abkürzung mit Rad oder Scooter nutzen, die Geschwindigkeit zu nehmen. Es kam wohl schon zu rasanten Begegnungen. Wir hatten das schon einmal auf der Agenda, damals um Schulkinder auszubremsen, die durch das Gässchen Richtung „Feierabend“ rennen. Wir schauen uns die Situation auf der nächsten Bauausschusssitzung noch einmal an.
Das Defizit in der Finanzierung des Kindergartens beschäftigt uns ja sehr. Und es beschäftigt nicht nur uns, sondern auch viele andere Kommunen. Die Bürgermeister haben sich mit dieser Sorge schon häufig an den Landtag gewandt. Jetzt hat sich auch Clemens Bieber, der Würzburger Domkapitular und Vorsitzende des dortigen Caritasverbandes, eingeschaltet und einen öffentlichen Brief verfasst, der die Problematik sehr gut beschreibt. Den wollte uns Michael eigentlich vorlesen, aber tatsächlich gab es dann noch Aktuelleres zum Thema: Eine Pressemitteilung des Ministerpräsidenten sagt, dass schon zu Beginn 2026 die Gelder umverteilt werden. Es fließen dann keine Zuwendungen mehr an die Familien, sondern alle finanzielle Unterstützung wird direkt in die Betreuungseinrichtungen gesteckt. Über diese Maßnahme lässt sich sicher streiten, aber für die Kommunen ist sie ein wichtiger Schritt zur Entlastung. Immerhin haben wir im letzten Jahr ein Defizit von 250.000 € finanziert.
Kanalgebühren
Das Kommunalabgabengesetz schreibt uns vor, dass alle drei Jahre die Kanalgebühren neu berechnet werden. Ein unabhängiges Institut überprüft die Zahlen der letzten drei Jahre. Wenn es einen Überschuss gibt, werden die Gebühren gesenkt. Wenn es ein Defizit gibt, werden die Gebühren erhöht. Nun ratet mal, in welche Richtung unsere Gebühren wandern … Richtig, nach oben. Wir alle wissen von den zahlreichen Reparaturen im Kanalnetz, die ständig erledigt werden müssen. Sie haben uns ein Defizit über rund 136.000 € eingebracht, das wir durch eine Preiserhöhung ausgleichen müssen. Da führt kein Weg vorbei. Wie Christian so schön gesagt hat: „Das müssen wir in die Akzeptanz-Schublade stecken.“ Die Kanalgebühren erhöhen sich zum neuen Jahr um 1,10 € auf 4,20 €. Der neue Betrag findet sich bald in der entsprechenden Satzung wieder. Die haben wir in dem Zuge auch aktualisiert, d.h. die Formulierungen an die Mustersatzung angepasst, damit alles schön rechtssicher ist. Inhaltlich hat sich – außer dem Preis – nichts geändert. Mir fällt gerade ein: Vielleicht könnte Herr Bieber auch zu diesem Thema einen Brief schreiben?
Bürgerversammlung
Vor etwa zwei Wochen fand die Bürgerversammlung statt. Sie war nicht ganz so gut besucht wie die Jahre zuvor. Das liegt vielleicht daran, dass wir das ganze Jahr über gut über unsere Arbeit informieren und die Bürger generell ihre Anliegen vorbringen können. Trotzdem ist es natürlich schön, wenn man sich mal wirklich sieht und es wurden auch wieder zahlreiche Themen angesprochen:
Zum einen ging es um die Sanierungskosten für den Tartanplatz an der Schule in Kleinwallstadt. Natürlich treiben darauf auch Hausener Schüler Sport, aber an Nachmittagen und Wochenenden rennen doch wesentlich mehr Kleinwallstädter Füße über die Anlage, weshalb die Kosten vielleicht anders aufgeteilt werden könnten. Das wird überprüft.
Es wurde nachgefragt, wann denn die Schutzhütte in der Nähe des Kindergartenwaldes errichtet wird. Die Verzögerung ist krankheitsbedingt und mit den Arbeiten soll Anfang des kommenden Jahres begonnen werden.
Die Hausener Backfreude möchte sich umstrukturieren. Aus dem privaten Unternehmen soll eine Art Genossenschaft werden, an der sich alle Bürger beteiligen können. Gewinne würden dann künftig in die Gemeinde fließen. Uli Lo Re wird am 18.11. um 19 Uhr im Begegnungshaus seine Idee vorstellen. Alle Interessenten sind hier herzlich willkommen.
Es wurde angefragt, ob sich Hausen nicht an den Windkraftanlagen beteiligen möchte. Wir stehen am Anfang dieses Prozesses und können noch nicht sagen, wo die Reise hingeht. (Siehe Berichte zuvor)
Außerdem wollte man wissen, wer im Sommer die Straße zwischen Hausen und Hofstetten so schlecht saniert hat. Dafür ist der Kreis zuständig. Das Straßenbauamt hat eingeräumt, dass die Flickmaßnahmen qualitativ nicht sehr hochwertig sind, dass aber das Geld für mehr nicht gereicht hat. Herr Bieber, wir bräuchten noch einen Brief!
Es wurde beanstandet, dass das Obst der Gemeindebäume nicht geerntet wurde, es aber auch kein gelbes Band gab, um zu kennzeichnen, dass sich hier jeder etwas mitnehmen kann. Das ist tatsächlich untergegangen. Inzwischen sind die Äpfel aber allesamt gelesen.
Letztlich wurde noch der Zustand der Treppe vom Hofacker zur Raiffeisenstraße beklagt. An der Treppe wurde erst 2013 für 10.000 € gearbeitet. Wir werden uns die Sache mit dem Bauausschuss anschauen.
Friedhof
Bei Beerdigungen an den Erdurnengräbern ist es recht unpraktisch, dass der Weg in diesem Bereich eine Sackgasse ist. Dieses Problem wollen wir im Zusammenhang mit der Anlage des Friedparks lösen. Wir werden jetzt eine Variante ausschreiben, die den bestehenden Weg verlängert und mit dem Friedpark unterhalb verbindet. Im neuen Jahr sollen die Arbeiten dazu losgehen.
Wünsche, Anträge und Verschiedenes
… rund um Umstellungen
Im Jugendtreff stellt sich gerade einiges um. Die bisherigen Stammgäste wachsen aus dem Zielalter hinaus und/oder gehen arbeiten, neue Besucher gibt es zwar, aber die müssen sich noch richtig einfinden, … Es soll beobachtet werden, ob die finanziellen Mittel, die in die Einrichtung gesteckt werden, noch zu vertreten sind.
Bei den Holzbestellungen, die momentan laufen, übernehmen Sandra und Michael viele Aufgaben, die früher der Revierleiter ausgeführt hat. Diese Leistungen waren aber noch nie im Leistungsverzeichnis und wurden immer aus Kulanz mitgemacht. Mittlerweile ist keine Zeit mehr für Kulanz… Dafür ist es Zeit für Geduld und vielleicht auch ein wenig Nachsicht.
Wenn ein kleiner Erdenbürger in Hausen geboren wird, bekommt er von der Gemeinde einen Gutschein für einen Zuschuss beim Kauf eines Obstbaums. Es gab die Anregung, dass dieser Zuschuss höher ausfallen sollte, als die generelle Förderung, um den Charakter des Geschenks zu unterstreichen.
Es soll geschaut werden, ob an Einmündungen wie Ostringstraße/Schulstraße oder Leidersbacher Weg / Sulzbacher Weg Flächen schraffiert werden können, die dann ein Parken verhindern. Gerade für große Fahrzeuge gibt es oft zu wenig Platz, um in die Straßen einzubiegen.
Mit einem getröteten Tätää- tätää- tätää hat unser Dauergast Helga unsere Gemeinderatssitzung am 11.11. eröffnet. Es ist so schön, dass so etwas möglich ist! Das zeigt, dass es bei uns etwas lockerer zugeht als in manch anderem vergleichbaren Gremium. Man merkt es auch, wenn der Bürgermeister mal sein Skript verlässt und in klaren Worten sagt „Da haben die halt Asphaltbatze auf die Löcher …“ oder „Fer misch is des en Bledsinn!“. Und man merkt es immer hinterher, wenn wir beieinanderstehen, zusammen Kräppel essen, auf unser Geburtstagskind des Monats anstoßen (Happy Birthday, Nicole!), Themen locker weiterdiskutieren oder uns einfach über Gott und die Welt unterhalten. Im Hausener Gemeinderat läuft’s halt ein bisschen anders und das ist auch gut so!
Tamara Suffel
weiterlesen
