Es war einmal vor langer langer Zeit...
So beginnt es meistens. Doch in diesem Fall war es ganz anders.
Zwei Tage vor Heiligabend kam ein älterer Anwohner aus einem unsere Ortsteile ins Rathaus und wollte mich sprechen. Er erzählte mir, dass er alle Jahre zu Weihnachten einen gewissen Betrag seines übrigen Budgets aus dem zu Ende gehenden Jahr spendet. Dieses Jahr hätte er 2500€ übrig, die er nicht benötigt und möchte den Betrag an die Bewohner der Asylbewerberunterkunft in Rupprechtstegen spenden - einem jeden Menschen den gleichen Teil. Deshalb käme er zu uns. Er bat mich, ein kleines Anschreiben zu verfassen und den Betrag an die Bewohner zu verteilen. Spontan kommt uns die Idee, die zum Stichtag gemeldeten Bewohner über das Einwohnermeldeamt festzustellen und die einzelnen Beträge entsprechend zu verteilen. Ich fragte, ob ich seinen Namen nennen dürfte im Anschreiben. Nein, er möchte anonym bleiben.
Ein Mensch, der nicht viel braucht im Leben. Der das, was ihm übrig ist, anderen gibt anstatt auf großem Fuß zu leben.
Wow, ich war tief beeindruckt und bin es noch!
Sein Wunsch ist für mich der Ausdruck selbstloser Menschlichkeit. In einer Zeit, die kaum Raum lässt, sich sowas überhaupt vorzustellen.
Meinen aufrichtigen Respekt!
Frohe Weihnachten...
