Erster Bürgermeister Achim Höfling eröffnete am 09.06.2026 um 19:30 Uhr die 10. Sitzung des Gemeinderates, begrüßte alle Anwesenden, stellte die ordnungsgemäße Ladung und Beschlussfähigkeit des Gemeinderates fest. Die Tagesordnung (öffentlicher und nichtöffentlicher Sitzungsteil) wurde einstimmig angenommen. Die Gemeinderatssitzung endete mit einem nichtöffentlichen Sitzungsteil.
Anwesende Gemeinderäte und Ortssprecher:
Achim Höfling, Markus Bähr, Christine Binner, Christina Gold, Nico Harde, Kilian Häusler, Florian Hoßmann (ab Punkt 2), Theresa Jansen, Holger König, Daniel Lambrecht, Thomas Reitz, Martin Scheuner, Martina Utsch, Steffen Zöller, Reiner Dvorak
Entschuldigte Personen:
Susanne Keller, Thomas Obert, Franziska Wolf
1 Anerkennung der Niederschrift der Gemeinderatssitzung vom 19.05.2026
Erster Bürgermeister Achim Höfling begrüßt die anwesenden Gemeinderäte und Gäste. Er informierte das Gremium darüber, dass am gestrigen Montag, den 08.06.2026 im Sportheim in Bühler ein neuer Ortssprecher für Münster gewählt wurde. Von den 18 anwesenden stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürgern stellten sich zwei für das Amt des Ortssprechers für Münster zur Verfügung. Herr Nico Leppich und Herr Reiner Dvorak. Bei der darauffolgenden geheimen Wahl fielen 7 Stimmen auf Nico Leppich und 11 Stimmen auf Reiner Dvorak. Herr Dvorak nahm die Wahl an.
Der Bürgermeister bat Reiner Dvorak zu sich und nahm seine Vereidigung vor. Somit vertritt Herr Reiner Dvorak ab sofort als Ortssprecher den Gemeindeteil Münster für die Legislaturperiode 2026 - 2032.
Dem Gemeinderat wurde die Niederschrift von der Gemeinderatssitzung vom 19.05.2026 zur Kenntnisnahme freigegeben. Der Gemeinderat ist mit der Niederschrift einverstanden.
2 Information und Beratung über den geplanten Windpark südlich von Hundsbach
Einleitend fasst Bürgermeister Achim Höfling in groben Zügen die bisherigen Diskussionen zum Windpark bei Hundsbach im Gemeinderat zusammen: Der Gemeinderat hatte in der vergangenen Legislaturperiode nach intensiven Beratungen den Bau von fünf Windenergieanlagen befürwortet. Dabei wurde besonderer Wert auf eine möglichst waldschonende Umsetzung gelegt. Vier der fünf Anlagen sollen am Waldrand errichtet werden, sodass lediglich die Fundamente im Wald liegen und die Aufstellflächen überwiegend auf angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen außerhalb des Waldes genutzt werden können. Hierfür verzichtet die Gemeinde auf 30 % der Pachteinnahmen zugunsten der privaten Grundstückseigentümer. Die fünfte Anlage soll auf Gemeindegrund innerhalb des Waldgebietes direkt neben dem Hauptweg errichtet werden. Die Pachteinnahmen für dieses Windrad würden vollständig der Gemeinde zufließen. Zwei weitere Windräder sollen auf Freiflächen und Privatgrundstücken neben dem Wald entstehen, hier ist die Gemeinde nicht an den Pachteinnahmen beteiligt.
Ab diesem Punkt nahm Florian Hoßmann an der Sitzung teil.
Enrico Germann von GP Joule informiert den Gemeinderat über den aktuellen Stand des Windparkprojekts sowie über veränderte wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen. Er berichtet, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Windenergieprojekte zuletzt deutlich verschlechtert haben. Ursächlich seien regulatorische Unsicherheiten durch die neue Bundesregierung, Verzögerungen beim Netzausbau sowie – speziell beim Vorhaben in Hundsbach – etwas weniger Wind als erwartet. Am meisten wirkten sich aber deutlich sinkende Zuschlagswerte bei den Stromversteigerungen aus. Über diese Stromversteigerungen verkaufen Wind- und PV-Park-Betreiber den gesamten erzeugten Strom zu einem bestimmten Kilowattstundenpreis, der dann 20 Jahre lang gleichbleibt. Nachdem sich mehrere Jahre lang über 7 ct/kWh erzielen ließen, sank der Zuschlagswert in den letzten 12 Monaten rapide von 7,0 auf 5,54 ct/kWh. Grund ist die hohe Zahl an neuen Genehmigungen für Erneuerbare-Energie-Projekte.
Während die erwarteten Einnahmen des Windparks dadurch deutlich sinken, erhöhen sich die erwarteten Kosten. So stünde durch Auflagen im Genehmigungsbescheid der Windräder eine Zahlung von 3000 € je MW installierter Leistung im Raum. Außerdem müsse für das Windrad am Waldweg ein Ersatzlebensraum für den Nördlichen Kammmolch und den Springfrosch in unmittelbarer Nähe hergestellt werden sowie aufgrund der dort vermuteten Hügelgräber umfangreiche archäologische Untersuchungen bzw. Maßnahmen vor und während des Baus durchgeführt werden. Vor diesem Hintergrund stehe insbesondere die Realisierung der Windenergieanlage im Wald derzeit auf dem Prüfstand.
Nach Aussage von Herrn Germann setzt GP Joule zwar weiterhin alles daran, das Gesamtprojekt umzusetzen, jedoch bestehen erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen.
Die Genehmigung für den Teil des Windparks, der bereits im Vorranggebiet liegt („Eußenheim I“ mit 5 WEA) liegt bereits vor, die Genehmigung für die zwei Windräder, die in der kürzlich beschlossenen Erweiterung des Vorranggebiets („Eußenheim II“) liegen, wird beantragt, sobald die Erweiterung rechtskräftig ist. Anschließend soll die Teilnahme an der entsprechenden Ausschreibung erfolgen. Beide Teilprojekte sollen gemeinsam realisiert werden. Der ursprünglich für dieses Jahr geplante Baubeginn werde sich voraussichtlich um etwa ein Jahr verschieben.
Ein weiteres wesentliches Ziel sei die Sicherstellung des Netzanschlusses bis Ende 2026, ohne den keine Teilnahme an der Strompreisausschreibung erfolgen kann. Zudem befindet sich GP Joule derzeit in Gesprächen mit weiteren Herstellern von Windenergieanlagen. Ein Wechsel des Anlagenherstellers werde geprüft.
Herr Germann erläutert weiter, dass die Windenergieanlage am Waldweg im Wald die ertragsschwächste sei. Sollte diese Anlage entfallen, würden sich die Erträge der übrigen Anlagen erhöhen. Deshalb wird sie aus wirtschaftlichen Gründen voraussichtlich nicht realisiert werden.
Achim Höfling wies darauf hin, dass dies für die Gemeinde von Nachteil wäre, da dies die einzige Anlage ist, deren Pachteinnahmen vollständig der Gemeinde zufließen würden. Markus Bähr bezog sich auf eine Tabelle in der Präsentation von Hr. Germann und fragte, wie es sein könne, dass auch die Windräder, die nicht im Windschatten des Wald-Windrands stehen, mehr Strom erzeugen, wenn das Wald-Windrad wegfällt. Durch die Wegnahme käme bei den verbliebenen Windrädern mehr Wind an. Achim Höfling missfällt, dass ausgerechnet das für die Gemeinde ertragreichste Windrad wegfallen soll. Damit wären rund 180.000 Euro Pacht pro Jahr verbunden, die der Allgemeinheit zu 100 % zukommen. Von den verbleibenden Windrädern gehen 30 % der Pachteinnahmen an private Grundstücksbesitzer und 70 % an die Gemeinde. Florian Hoßmann erkundigt sich nach der Möglichkeit, die Windräder weiter in den Wald rein zu stellen, damit auch hier die Pacht zu 100 % an die Gemeinde geht. Aber auch ein Standortwechsel in diesem Bereich wird an der Pachtverteilung nichts ändern. Nico Harde fragt, ob das Rechnen mit Pachtpreisen von 7,34 Cent im Februar 2024 tatsächlich realistisch war oder bewusst zu hoch, damit der Pachtvertrag mit GP Joule zustande kommt. Herr Germann erläutert, dass das noch goldene Zeiten waren, die sich jedoch schnell gewandelt haben, einen so schnellen und deutlichen Rückgang bei der Vergütung des eingespeisten Stroms konnte aber keiner erwarten. Nico Harde gibt sich damit nicht zufrieden. Laut Enrico Germann könne die Fa. GP Joule wegen der niedrigen Einspeisevergütungen zur Zeit die zugesagte Pacht nicht garantieren. Man versuche zwar diverse Hebel in Bewegung zu setzen, um Vorteile für die Gemeinde zu sichern, möglicherweise lässt sich das Projekt aber nur wirtschaftlich realisieren, wenn die Regelungen zu den Pachthöhen im Nutzungsvertrag geändert werden. Dafür sei es aber jetzt noch zu früh, man müsse abwarten wie sich die Situation entwickle.
3 Beratung und Beschluss über eine PV-Freiflächenanlage bei Hundsbach
Das Unternehmen Recurrent Energy möchte eine PV-Freiflächenanlage auf mehreren Privatgrundstücken nördlich von Hundsbach errichten. Die geplante Anlage ist 21,7 ha groß und liegt etwa einen Kilometer von der Wohnbebauung in Hundsbach entfernt Richtung Truppenübungsplatz. Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, müsste erst Baurecht geschaffen werden. Hierfür sind die Aufstellung eines Bebauungsplans sowie eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Die Entscheidung dazu fällt der Gemeinderat.
Der Bürgermeister erklärte, dass die Gemeinde vor etwa sechs Jahren eine Vielzahl von Anfragen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen bekam. Um solche Vorhaben nach einheitlichen Maßstäben beurteilen zu können, hat der Bauausschuss 2020 einen Kriterienkatalog erarbeitet. Dieser soll sicherstellen, dass alle Anträge nachvollziehbar und vergleichbar bewertet werden.
Wendet man diesen Kriterienkatalog für das Projekt von Recurrent Energy an, ergeben sich folgende Punktzahlen:
Bodengüte: 0 von 9 Punkten, da die Äcker mit einer durchschnittlichen Bodengüte von 48 Punkten ertragreich sind. (Schwellenwert im Kriterienkatalog: 35 Punkte)
Sichtbarkeit aus dem Ort: 4 von 6 Punkten, da die Anlage von einigen Wohnhäusern in Hundsbach aus sichtbar ist.
Möglichkeit der Bürgerbeteiligung: 3 von 3 Punkten, da eine Bürgerbeteiligung zugesagt wird.
Nähe zum nächsten Netzanschlusspunkt: 3 von 3 Punkten, da das Umspannwerk in Hundsbach als möglicher Anschlusspunkt lediglich 600 m entfernt steht.
Die maximal zulässige Gesamtfläche der PV-Flächen im Gemeindegebiet von 30 ha würde mit diesem Vorhaben überschritten werden. Aktuell summieren sich die zwei PV-Anlagen in der Gemeinde bereits auf knapp 30 ha.
Insgesamt ergibt das 10 Punkte im Kriterienkatalog. Laut Empfehlung des Bauausschusses sollte ein Projekt ab 14 Punkten genehmigt werden.
Florian Hoßmann plädiert für ein langsames Vorgehen bei der Genehmigung von weiteren PV-Freiflächenanlagen. Er äußert Bedenken, dass der Gemeinde Bauruinen hinterlassen werden. Christine Binner erkundigte sich, ob die Möglichkeit besteht, die Solarmodule auf Stelzen zu stellen, damit die Fläche darunter durch Landwirte angebaut werden kann. Achim Höfling antwortete, dass dies grundsätzlich möglich ist, allerdings habe das andere Nachteile. Eine Prüfung bei der PV-Anlage bei Aschfeld ergab, dass höhere Module nicht einfach schonend in den Boden gerammt werden können, sondern ein Betonfundament brauchen. Daniel Lambrecht ergänzte, dass die Solarmodule so viel Schatten machen, dass die landwirtschaftlichen Erträge auf solchen Flächen eher klein sind. Zudem sei der Standort am Hang für Agri-PV nicht geeignet.
Martin Scheuner würde den Kriterienkatalog ändern. So sollte man einen Beitrag fürs Gemeinwohl als Kriterium mitaufnehmen, z.B. Bänke in der Gemeinde aufstellen. Achim Höfling erklärt, dass solche Vorteile für die Gemeinde rechtlich höchst problematisch seien, da sei schnell der Tatbestand der Vorteilsnahme erfüllt. Markus Bähr würde den Kriterienkatalog nicht ändern. Man habe sich Gedanken gemacht bei der Erstellung. Er schlägt lediglich vor, dem Kriterienkatalog hinzuzufügen, dass die Bevölkerung mit eingebunden werden soll. Auch Nico Harde sieht keinen Grund, den Katalog zu ändern.
Achim Höfling erklärt, dass die Gemeinde in den letzten Jahren immer wieder unverbindliche Anfragen zu möglichen PV-Freiflächenanlage erreicht haben. Er habe den Interessenten immer den Kriterienkatalog zugesendet, meist haben sie dann selbst gesehen, dass ihr Vorhaben kaum Aussicht auf Zustimmung im Gemeinderat habe. Persönlich ist er der Meinung, dass man ein Projekt nach dem anderen angehen solle: Zuerst war das PV-Projekt bei Aschfeld dran, jetzt seien die Windräder bei Hundsbach dran. Er empfiehlt dem Gemeinderat zu warten bis diese stehen, bevor neue Energieprojekte genehmigt werden. Die Gemeinde tut in diesem Bereich schon sehr viel, da kann man mit dem nächsten Projekt noch ein paar Jahre warten. Außerdem sei die Bodengüte für die Flächen dieses Vorhabens zu gut. Nico Harde sieht das ebenso, die Bodengüte sei zu gut. Er sieht keinen positiven Effekt des Projekts. Holger König würde die Bürger mit ins Boot nehmen. Den Katalog hält er so für sinnvoll, man habe lange über ihn diskutiert. Er ist ebenfalls der Meinung, dass die Fertigstellung des Windparks abgewartet werden solle.
Für Daniel Lambrecht ist die hohe Bodengüte ein „No-Go“ für eine PV-Freiflächenanlage. Er berichtet, dass von der PV-Anlage Erlasee noch keine Gewerbesteuer an die Stadt Arnstein geflossen sei. Achim Höfling ergänzt, dass inzwischen eine verpflichtende Kommunalabgabe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde erzeugtem Strom an die Gemeinde geht. Thomas Reitz sieht in dem Vorhaben keinen Vorteil für die Gemeinde.
Beschluss:
Der Gemeinderat befürwortet die Errichtung der vorgestellten PV-Freiflächenanlage nördlich von Hundsbach.
Einstimmig abgelehnt Ja 0 Nein 14
Somit ist der Antrag abgelehnt.
4 Beratung und Beschluss über Erdverkabelung der Straßenlampen in der Schulstraße und An der Mühle in Bühler
Die Fa. Bayernwerk will die letzten Stromleitungs-Dachständer in Bühler entfernen. Die Stromleitungen in der Schulstraße und An der Mühle sollen dafür bis Ende November in der Erde vergraben werden. Dies betrifft auch die Stromzufuhr für die Straßenlampen, die ebenfalls vom Bayernwerk betrieben werden.
Da die Gemeinde für die Beleuchtung der Straßen verantwortlich ist, erhielt die Gemeinde von der Fa. Bayernwerk ein Angebot für die Arbeiten an den Straßenlampen in Höhe von 39.114 €, verbunden mit der Bitte/Aufforderung dieses zu beauftragen.
Die Entscheidung wurde in der letzten Sitzung vertagt, damit folgende Fragen geklärt werden können:
1. Warum haben die Straßenlampen schon jetzt kein Kabel, das durch die Luft geht?
Laut Bayernwerk greifen die Dachständer auch das Straßenbeleuchtungskabel auf. Dieses wird aktuell von Dachständer durch das jeweilige Haus und dann unterirdisch zu den Straßenlampen geführt.
2. Was passiert, wenn die Gemeinde die Maßnahme nicht beauftragt?
Nach Aussage der Fa. Bayernwerk wird das reguläre Stromkabel auch ohne Beteiligung der Gemeinde in diesem Herbst in die Straße gelegt. Der Strom für die Straßenlampen würde dann weiterhin über die Dachständer kommen. Bis die Gemeinde die Stromzuführung zu den Straßenlampen anderweitig herstellt, würde Bayernwerk die Dachständer der Gemeinde übereignen.
3. Welche Erdverkabelungen sind mittelfristig noch geplant?
Eußenheim geplant für 2027/28
Die ganze untere Siedlung sowie Neue Dorfstraße und Hockgasse. Lampenkabel sind dort bereits seit langem verlegt. Zusätzlich wird aktuell nach einem Standort für eine neue Trafostation gesucht. Wunschbereich ist die Neue Dorfstraße.
Obersfeld geplant für 2027
Der östliche Teil der Obersfelder Straße in Richtung Sachserhof. Auch hier liegen die Lampenkabel schon.
Hundsbach geplant für 2027-2028
Eine neue Mittelspannungsleitung von der Bonnlandstraße über die Dattensoller Straße zur Glauberstraße. Zusätzlich werden Standorte für Trafostationen gesucht.
Hundsbach mittelfristig geplant:
Der Turm am Ortsende in Richtung Obersfeld soll abgebaut und durch ein neues Trafohäuschen ersetzt werden. Die Planung ist schwierig, da von drei anderen Trafostationen Stromkabel zu diesem Turm führen.
Münster
Die Steuerung soll vom Turm am Löschweiher in die neue Trafostation, die dort errichtet wird, umziehen. Der Kostenanteil der Gemeinde beträgt rund 3.000 Euro.
Nico Harde zeigt sich stutzig über die Summe von fast 40.000 €. Der Konzessionsvertrag mit Bayernwerk sollte auf seine Richtigkeit geprüft werden. Außerdem müsse geklärt werden, wer in der Pflicht sei die Lampen zu warten. Thomas Reitz gibt Nico Harde recht. Für Markus Bähr ist das auch fragwürdig. Martin Scheuner fragt, ob die ganze Schulstraße betroffen sei. Ja, dem ist so. Florian Hoßmann erkundigt sich, ob es eine Frist gibt, bis zu der entschieden werden muss. Das Angebot liegt schon seit dem Frühjahr in der Gemeinde. Bayernwerk plant die Umsetzung im Herbst 2026. Markus Bähr plädiert dafür, einen Techniker in die nächste Sitzung einzuladen, der den Gemeinderäten die Vorgehensweise erklärt. Steffen Zöller gab zu bedenken, dass das Angebot keine Gültigkeit mehr habe. Martin Scheuner würde vorab auf jeden Fall prüfen, ob querende Leitungen der Gemeinde in diesem Bereich liegen. Für den Bürgermeister stellt sich die Frage, was wir jetzt machen. Er plädiert dafür die Beteiligung an der Erdverkabelung zu beschließen, aber unter dem Vorbehalt, dass tatsächlich ein Rechtsanspruch der Fa. Bayernwerk zulasten der Gemeinde besteht.
Beschluss:
Der Gemeinderat stimmt für die Beauftragung der Fa. Bayernwerk mit der Erdverkabelung des Straßenbeleuchtungsnetzes in der Schulstraße und An der Mühle, sowie dem Ersatzneubau einer Straßenlampe für 39.114,16 € unter der Voraussetzung, dass ein Zahlungsanspruch von Bayernwerk an die Gemeinde Eußenheim besteht.
Einstimmig beschlossen Ja 14 Nein 0
5 Informationen aus der Verwaltung
Umgestaltung neuer Friedhof Eußenheim
Am 03.06.2026 fand am neuen Friedhof in Eußenheim eine Bürgerbeteiligung zur geplanten Umgestaltung des neuen Friedhofs statt, um die Öffentlichkeit über die geplante Gestaltung des neuen Friedhofs zu informieren und Anregungen aufzunehmen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Gestaltungsvorschlag für den Friedhof vorgestellt. Dieser sieht eine große zusammenhängende Rasenfläche mit drei Bäumen vor. Um diese Bäume sollen jeweils acht Urnengräber angelegt werden. Diese würden nur durch bodentiefe Grabsteine im Gras markiert werden und müssen nicht von den Angehörigen gepflegt werden. Ferner sollen in einem kleinen Bereich neben den vorhandenen regulären Urnengräbern pflegelose Sarggräber entstehen. Zusätzlich wurden weitere Flächen für reguläre Urnengräber präsentiert, um den zukünftigen Bedarf an Bestattungsplätzen abzudecken.
Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger befürworteten die vorgestellten Ideen. Ein Winzer schlug vor, ein bis zwei Weinstöcke in die Gestaltung zu integrieren (z.B. anstelle der Bäume), um dem Friedhof ein ansprechendes und heimatbezogenes Erscheinungsbild zu verleihen. Weiter wurde angeregt, zusätzliche Sitzmöglichkeiten zu schaffen, um Besucherinnen und Besuchern Möglichkeiten zum Verweilen und Ausruhen zu bieten – und zwar sowohl auf dem neuen Friedhof als auch neben dem Seiteneingang der Kirche.
Retentionsflächen für Aschbach-HQ100-Bereich
Der Bürgermeister sprach mit der Abteilung Wasserrecht des Landratsamtes bezüglich möglicher Ausgleichsmaßnahmen im Überschwemmungsgebiet (HQ100-Bereich) des Aschbachs. Grundsätzlich kann die Gemeinde Wiesenflächen am Aschbach erwerben und durch geeignete Maßnahmen vertiefen. Dadurch kann zusätzlicher Rückhalteraum für Hochwasser geschaffen werden. Diese Maßnahme kann als Ausgleich für bauliche Vorhaben im HQ100-Bereich dienen, beispielsweise für die Errichtung von Gartenhäuschen oder anderen Bauwerken.
Schädlingsbefall in Hundsbach
Der Bürgermeister informiert über einen massiven Schädlingsbefall im Getreidelager in Hundsbach. Nach seinen Angaben befinden sich dort Millionen kleiner Käfer. Der Befall hat sich zudem auf mehrere umliegende Wohnhäuser ausgeweitet.
Zur Bekämpfung des Schädlingsbefalls wurde vom Inhaber des Getreidelagers eine spezialisierte Fachfirma beauftragt. Die erforderliche Begasung des Getreidelagers und der betroffenen Bereiche findet seit dem 30.05.2026 bis 19.06.2026 statt. Das zuständige Gewerbeaufsichtsamt begleitet die Maßnahme. Der Bürgermeister zeigt Bilder von der Situation vor Ort und den durchgeführten Maßnahmen.
Aschbachbrücke am Point in Aschfeld
An der maroden Aschbachbrücke fand am 01.06.2026 eine Untersuchung des Untergrunds statt. Der Bürgermeister zeigte Bilder der Arbeiten.
Geschäftseröffnungen
Im ehemaligen Rüttger-Gebäude in der Bahnhofstraße 1 in Eußenheim hat am 06.06.2026 das Fahrradgeschäft Rosenberger eröffnet.
Seit dem 29.05.2026 ist die Poststation an der Alten Schule in Hundsbach in Betrieb. Eine offizielle Einweihung findet am 02.07.2026 um 11.00 Uhr statt.
Parkfläche am Klöffelweg
Der Bürgermeister informiert, dass der Grundstückseigentümer der Parkfläche am Klöffelweg das Wasserwirtschaftsamt des Freistaates Bayern ist. Das Wasserwirtschaftsamt übernimmt für die Fläche jedoch keine Verkehrssicherungspflicht, dies betrifft besonders die großen Bäume am Wernufer. Der Gemeinde wurde aber angeboten, die betreffende Teilfläche mit einer Größe von ca. 240 m² zu erwerben.
Laut eines Sachverständigen beträgt der Grundstückswert 12 Euro je m². Der Kaufpreis beläuft sich somit auf insgesamt 2.880,00 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Vermessung und notarielle Beurkundung. Der Bürgermeister hält die Parkfläche für sinnvoll und spricht sich für den Erwerb der Fläche aus.
Thomas Reitz äußert Bedenken hinsichtlich eines möglichen Erwerbs. Er befürchtet, dass dadurch zusätzliche Pflichten auf die Gemeinde zukommen könnten, weil das Grundstück im HQ100-Bereich der Wern liegt.
Florian Hoßmann fragt nach, weshalb die Fläche überhaupt geschottert wurde, obwohl sie sich nicht im Eigentum der Gemeinde befindet. Der Bürgermeister kann diese Frage nicht beantworten, da der Parkplatz vor seiner Amtszeit angelegt wurde. Die erneute Schotterung im letzten Jahr geht auf einen Wunsch aus der Bürgerversammlung zurück.
Daniel Lambrecht erkundigt sich nach den Bäumen neben der Fläche, die theoretisch auf den Parkplatz fallen können und fragt, wer für diese verantwortlich ist. Achim Höfling erklärt, dass er sich diesbezüglich erkundigen wird. Christine Binner kann als Anwohnerin bestätigen, dass das Wasserwirtschaftsamt bisher regelmäßig die Bäume kontrolliert. Achim Höfling ergänzte, dass auch alle gemeindeeigenen Bäume regelmäßig innerhalb der Ortschaften von einem externen Unternehmen auf ihre Standsicherheit geprüft werden. Markus Bähr gibt zu Bedenken, dass dort Weiden stehen, die einen hohen Pflegeaufwand benötigen. Den Kauf der Fläche hält er für sinnvoll.
Leerstandskataster
Aufgrund von Fragen in der letzten Sitzung informierte der Bürgermeister über das Leerstandskataster der Gemeinde. Es wurde im Jahr 2019 als Access-Datenbank angelegt und zuletzt im Jahr 2020 umfassend aktualisiert. Im Jahr 2024 erfolgte eine weitere Aktualisierung der freien Bauplätze. Für das Jahr 2026 ist eine erneute Überarbeitung und Aktualisierung des Leerstandskataster anhand der Hausnummern vorgesehen. Weitere Informationen zum aktuellen Stand sowie zum weiteren Vorgehen wird der Geschäftsleiter, Sebastian Heun, in der nächsten Gemeinderatssitzung erläutern.
Festeinladungen
Der Bürgermeister lud den Gemeinderat im Auftrag der Trachtenkapelle Aschfeld zu deren 75-jährigen Gründungsfest ein, das vom 11. - 13.07.2026 stattfindet.
Er informierte auch, dass zeitgleich vom 10.07.2026 bis 12.07.2026 das Musikfest anlässlich des 45-jährigen Bestehens des Musikvereins Eußenheim stattfindet, sowie das jährliche große Sportfest des SKV Hundsbach. Der Bürgermeister bedauert, dass die drei größten Feste des Jahres in Eußenheim, Aschfeld und Hundsbach alle am selben Wochenende stattfinden. Nichtsdestotrotz würdigt er das Engagement der Vereine, die solche Veranstaltungen mit großem Einsatz auf die Beine stellen und freut sich auf die Feste.
Nächste Gemeinderatssitzung
Die nächste Gemeinderatssitzung findet am Mittwoch, den 01.07.2026 in der Alten Schule in Obersfeld statt.
Markus Bähr fragt nach dem Stand der Hangwiederherstellung zwischen Aschfeld und Heßlar. Der an die Straße angrenzende Hang wurde beim Starkregen vor zwei Jahren erheblich beschädigt und bislang noch nicht instandgesetzt. Geschäftsleiter Sebastian Heun erkundigt sich seit Monaten regelmäßig bei der ausführenden Baufirma nach dem Beginn der Arbeiten. Der Bürgermeister erklärt, dass er nun ebenfalls Kontakt mit der Baufirma aufnehmen wird.
Daniel Lambrecht erkundigt sich, ob die Gemeinde bei der Anhörungsveranstaltung am 18.06.2026 im Landratsamt für diejenigen, die eine Einwendung gegen die Festsetzung des Hochwasserbereichs am Aschbach eingereicht haben, vertreten sein wird. Zweiter Bürgermeister Steffen Zöller wird an der Veranstaltung teilnehmen. Er hat bereits alle Unterlagen zur Thematik und nahm schon Kontakt mit dem Landratsamt auf.
Weiterhin fragt Daniel Lambrecht, ob das Lichtraumprofil am Brunnwiesenweg durch den Bauhof zurückgeschnitten werden kann. Nach seinen Angaben ist ein Durchkommen mit einem Mähdrescher aufgrund des Bewuchses nicht mehr möglich.
Florian Hoßmann bittet um eine Änderung seiner Aussage zu Tagesordnungspunkt 4 im Protokoll der letzten Sitzung. Die gewünschte Änderung wird vorgenommen.
Kilian Häusler berichtet, dass er auf einen Rattenbefall in der Kanalisation auf Höhe der Aschfelder Straße 75 aufmerksam gemacht wurde. Er fragt, ob der Bauhof hier Abhilfe schaffen könne. Der Bürgermeister erläutert, dass sich der Klärwärter um derartige Probleme kümmert. Dieser hat bereits am Dorfplatz sowie an weiteren Stellen Köder ausgelegt. Darüber das auch andere Bereiche der Aschfelder Straße betroffen sind, wird er den Klärwärter informieren.
Holger König weist darauf hin, dass die Auffahrt für Kinderwägen am Wendehammer „Am Ilben“ gereinigt werden müsse.
Kilian Häusler moniert, dass der aktuelle Gemeinderat noch nicht auf der Internetseite der Gemeinde dargestellt wird. Der Bürgermeister erläutert, dass derzeit keine Änderungen an der Homepage vorgenommen werden können. Die zuständige IT-Firma wurde bereits mehrfach auf das Problem hingewiesen.
Des Weiteren teilt Kilian Häusler mit, dass sich in Aschfeld in der Kurve von der Mühlgasse zum Point auf der rechten Seite das Bankett gesetzt habe. Dieses müsse mit Schotter aufgefüllt werden.
Außerdem spricht er den Zustand der Steinbrücke neben der Brücke bei der Firma Breitenbach an. Der Zustand sei sehr schlecht, und es bestehe die Sorge, dass die Brücke durch die Sanierungsarbeiten an der benachbarten Brücke zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen werde. Markus Bähr bestätigt diese Einschätzung. An der Gartenseite würden sich bereits Steinquader aus der Mauer herausdrücken. Der Sachverhalt sei dem Bauamt bereits vor Ort gezeigt worden.
Martin Scheuner weist darauf hin, dass zahlreiche Wanderwege weder gemäht noch gemulcht seien. Er fragt nach dem Turnus, in dem diese Arbeiten durchgeführt werden. Markus Bähr antwortet, dass die Hecken durch die Gemeinde zurückgeschnitten würden, ein regelmäßiges Mähen von Erdwegen aber nicht erfolge.
Mit Dank für die gute Mitarbeit schloss Erster Bürgermeister Achim Höfling um 22:15 Uhr den öffentlichen Sitzungsteil der 10. Sitzung des Gemeinderates.
