Macht eine Wärmepumpe in Bestandsgebäuden Sinn? Braucht man dafür eine Fußbodenheizung? Welche Förderungen gibt es aktuell? Und was hat ein Kühlschrank damit zu tun?
Als Expertin ist am Dienstagabend, dem 14.April, Michaela Bollingerfehr von der Energieagentur Oberfranken im Rathaus in Hallerndorf zu Gast. Die rund 40 Interessierten waren der Einladung der Allianz Regnitz-Aisch gefolgt. „Die Energiewende voranzutreiben und dabei möglichst viele Menschen mitzunehmen, zum Beispiel durch eine solche Infoveranstaltung, ist ein gemeinsames Ziel der vier Mitgliedsgemeinden“, begrüßt der stellvertretende Vorsitzende und 1. Bürgermeister von Hallerndorf, Gerhard Bauer, die Bürgerinnen und Bürger aus Altendorf, Buttenheim, Eggolsheim und Hallerndorf. „Deswegen ermöglicht die Allianz Regnitz-Aisch außerdem eine kostenlose Beratung für die Einheimischen durch die Experten der Energieagentur.“
Schon seit 1998 setzt sich die Energieagentur für die Energiewende in Oberfranken ein. Bestens vernetzt und nicht gewinnorientiert steht die Sache im Vordergrund: Unterstützen beim Umstieg auf erneuerbare Energien. Die Wärmepumpe kann hier ein Schlüsselelement sein. Als das Heizsystem mit dem aktuell höchsten Wirkungsgrad ist sie technisch gesehen die beste Lösung. Im Vergleich: Eine herkömmliche Gas- oder Ölheizung wandelt den eingesetzten Brennstoff mit einem Wirkungsgrad von erfahrungsgemäß 80–95 % in Wärme um, während eine Wärmepumpe durch Nutzung von Umweltenergie ein Vielfaches an Heizenergie pro eingesetzter Kilowattstunde Strom bereitstellen kann. „Die Funktion einer Wärmepumpe kann man sich vorstellen wie einen Kühlschrank, nur andersherum“, so Bollingerfehr, „ein Kühlschrank entzieht seiner Umgebung Kälte und eine Wärmepumpe macht das Gleiche nur mit Wärme“. Dabei werden verschiedene Systeme unterschieden. Zum Beispiel kann die Wärme des Bodens oder Wassers genutzt werden. Die Bekannteste und Häufigste ist jedoch die Luft-Variante.
Für viele wichtig: Welche Förderungen gibt es aktuell für den Einbau eines neuen Heizsystems in Form einer Wärmepumpe? Die Expertin verrät, dass bestenfalls 70% mindestens jedoch 30% Förderung möglich sind. Die Antragstellung läuft über die KfW, die für Fragen eine extra Hilfe-Hotline eingerichtet hat (0800 539 9013, www.kfw.de).
So einfach das klingt, aber schon das Abstauben der Heizkörper (auch von innen!), steigert die Effizienz egal welchen Heizsystems, erklärt Michaela Bollingerfehr augenzwinkernd. Entwarnung kann sie abschließend bei einem weitverbreiteten Irrglauben machen: Für ein Wärmepumpenheizsystem braucht es nicht zwingend eine Fußbodenheizung. Auch „normale“ Radiatoren können mit einer Wärmepumpe genutzt werden. Wichtig: Ob vorhandene Heizkörper komplett verwendet werden können oder ggf. vereinzelte Anpassungen empfehlenswert sind, muss für jedes Haus und Zimmer einzeln entschieden werden. Das führt zum Fazit des Abends: Wärmepumpen stellen eine klimafreundliche und energieeffiziente Technologie ohne Abhängigkeit von ausländischen Gas- und Ölimporten dar und können auch in Bestandsgebäuden sinnvoll sein.
Die Experten der Energieberatung Oberfranken stehen hier gerne für eine unabhängige und dank der Allianz Regnitz-Aisch kostenlose Erstberatung vor Ort zur Verfügung. Sie beraten Bürger individuell, ob bei ihrem Bestand eine Wärmepumpe oder auch andere energetische Maßnahmen sinnvoll sind.
Sie beschäftigt dieses Thema auch? Sie haben Fragen oder hätten gerne eine Einschätzung der Energieexperten zu Ihrem Fall? Nutzen Sie gerne die Beratungshotline unter 09221/823918 oder kontaktieren Sie die Energieberatung per Mail an beratung@eao.bayern.
