Der Bienenzuchtverein Wald und Umgebung lud zu einem interessanten Vortrag nach Hetzenbach in den Lehrbienenstand ein. 1.Vorsitzender Peter Groß konnte dazu zahlreiche Mitglieder, Neuimker, Probeimker und Interessierte begrüßen. Ein besonderer Gruß galt dem Referenten und Bienenfachwart Gregor Raab. Dieser ging sogleich auf das Thema der Völkerentwicklung im Frühjahr ein. Die Brutraumerweiterung sollte zur Zeit der Kirschblüte erfolgen. Die Honigraumfreigabe lieber zu früh als zu spät etwa zur Zeit der Rapsblüte. Bei viel Tracht sollten noch zusätzliche Honigräume bereitgestellt werden. Raab betonte die Bedeutung des rechtzeitigen Erweiterns des Bienenstocks durch das Aufsetzen neuer Honigräume – idealerweise mit ausgebauten Waben oder Mittelwänden –, um den Bienen Platz für Brut und Honigeintrag zu bieten. Zu beachten wären, dass Rähmchen mit Mittelwänden im Honigraum nicht so zügig angenommen werden, stellen aber in Sachen Honigqualität die erste Wahl dar. Ausgebaute, unbebrütete Waben (z.B. aus dem Honigraum des Vorjahres)können gut verwendet werden, wenn diese nicht einer chemischen Varroabekämpfung ausgesetzt waren. Bebrütete (alte) Waben können sich mit Rückständen aus der Varroabehandlung oder der Umwelt anreichern. Eine Verwendung im Honigraum sollte deshalb unterbleiben. Raab besprach die wichtigsten Arbeiten im März/April Bei schlechter und kalter Witterung muss auch Anfang April noch der Futtervorrat überprüft werden.Um die Volksstärken auszugleichen und zu erweitern den Völkern Baurahmen geben. Im Mai und Juni ist die Schwarmkontrolle sehr wichtig. Diese kann durch Drohnenbrutentnahme und frühzeitiger Königinnenzucht verhindert werden. Er zeigte auch Gründe für Maßnahmen gegen das Schwärmen. Das Schwärmen eines Bienenvolkes stellt die ungeschlechtliche Vermehrung der Honigbienen dar und gehört zu den natürlichen Abläufen im Bienenjahr. Dennoch gibt es Gründe, die dafür sprechen, dies nicht allein der Natur zu überlassen, sondern steuernd einzugreifen. Ein unbemerkter Schwarm ist in der Natur ohne Varroabekämpfung nicht dauerhaft überlebensfähig! Unentdeckte Schwärme können ein Infektionsrisiko für die Amerikanische Faulbrut und eine Reinvasionsgefahr für Varroamilben darstellen. Ein abgeschwärmtes Volk liefert deutlich weniger Honig. Bei der Nachzucht einer jungen Königin im abgeschwärmten Volk kommt es immer wieder – vor allem bei der Paarung- zu Verlusten. Weisellose Völker kommen gehäuft vor. Häufige Schwärme können eine wesentliche Beeinträchtigung für die Nachbarschaft darstellen. Danach ging Raab auf die Möglichkeit der Völkervermehrung durch Jungvolkbildung (Ablegerbildung) ein und zeigte hier verschiedene Vorgehensweisen auf wie z.B. den Kunstschwarm auch Fegling genannt,oder den Saugling. Während des Vortrages beantwortete Raab immer wieder die Fragen der Imkerinnen und Imker. Am Ende der Ausführungen bedankte sich Vorsitzender Peter Groß bei dem Referenten für den interessanten Vortrag und überreichte als Dankeschön ein Präsent an Raab.
