Am Freitagabend wurde die Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Wasserwacht Grainau zu einem Einsatz am Eibsee alarmiert. Ein Schwimmer war auf dem Weg zur Insel Alpenbühl in eine akute Notlage geraten. Dank des schnellen und beherzten Eingreifens eines Ersthelfers sowie des raschen Einsatzes der Wasserretter konnte der Mann rechtzeitig gerettet und medizinisch versorgt werden.
Kurz vor 19 Uhr hatte der Badegast vom Südufer aus versucht, die nahegelegene Insel zu erreichen. Auf der rund 100 Meter langen Schwimmstrecke geriet er zunehmend in Schwierigkeiten. Er schluckte mehrfach Wasser, war bereits stark erschöpft und konnte sich kaum noch über Wasser halten.
Ein aufmerksamer Besucher erkannte die Notlage und reagierte sofort. Er schwamm dem Mann entgegen und unterstützte ihn auf dem Weg zurück in Richtung Ufer. Damit überbrückte er die entscheidenden Minuten bis zum Eintreffen der Wasserwacht.
Drei aktive Einsatzkräfte der Wasserwacht, die sich zu diesem Zeitpunkt an der Wachstation befanden, machten sich umgehend mit dem Motorrettungsboot auf den Weg zur Einsatzstelle. Vor Ort nahmen sie den erschöpften Schwimmer an Bord und leiteten sofort die notwendige notfallmedizinische Erstversorgung sowie Maßnahmen zum Wärmeerhalt ein, da der Mann bereits unterkühlt war.
Anschließend wurde der Patient mit dem Motorrettungsboot zur Wasserrettungsstation gebracht. Dort wartete bereits der Rettungsdienst, der die weitere Versorgung übernahm. Zur weiteren medizinischen Abklärung wurde der Mann in ein Krankenhaus transportiert.
Der Einsatz zeigt erneut, wie schnell auch eine vermeintlich kurze Schwimmstrecke in einem Bergsee zur Gefahr werden kann. Kaltes Wasser, nachlassende Kräfte und eine falsch eingeschätzte Entfernung können selbst geübte Schwimmer innerhalb kurzer Zeit in ernste Schwierigkeiten bringen.
Die Wasserwacht empfiehlt daher, längere Strecken möglichst parallel zum Ufer zu schwimmen und die eigenen Kräfte realistisch einzuschätzen. Wer weiter in den See hinausschwimmt, sollte nach Möglichkeit eine gut sichtbare Schwimmboje oder ein geeignetes Schwimmbrett mitführen.
Die Wasserwacht bedankt sich ausdrücklich bei dem Ersthelfer für sein schnelles und beherztes Eingreifen. Durch seine Aufmerksamkeit und sein entschlossenes Handeln konnte wertvolle Zeit gewonnen und dem Betroffenen frühzeitig geholfen werden.
