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Eine Pilgerreise der besonderen Art...
Pfarrei St. Georg
25.06.2026, 20:21
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Wenn sich ein Pfarrer nach über 30 Jahren in seinen Ruhestand verabschiedet, dann bleiben viele Erinnerungen zurück bei Menschen, die er taufte, welche die Erste Hl. Kommunion von ihm erhielten, getraut wurden und deren Verwandte und Freunde er zur letzten Ruhe begleitet hatte. So war das auch bei Pfarrer Don Stefan Vuletic, der seit 1993 die Katholiken der Gemeinde Neubrunn und später auch der umliegenden Gemeinden Böttigheim, Holzkirchen, und Wüstenzell betreute. Bei seinem Abschied im Juli 2025 lud er seine “Schäfchen“ in seine Heimatgemeinde Gradac in Bosnien und Herzegowina ein. Hier wohnt er seitdem bei seinem Bruder und unterstützt den dortigen Pfarrer wann immer er gebraucht wird. Thomas Pfeuffer, Mitglied des Pfarrgemeindeteams Neubrunn, nahm diese Einladung zum Anlass, einen Besuch zu organisieren und so machten sich 41 „Pilger“ am 14. Juni auf den langen Weg, um ihren ehemaligen Pfarrer in Gradac zu besuchen. Nach über 1400 Kilometer Fahrtstrecke mit dem Bus wurden die Pilgergruppe von ihrem „Don“, wie sie ihn alle liebevoll nennen, in Neum an der Adria begrüßt. Man konnte dessen Rührung spüren und auch eine kleine Freudenträne in den Augenwinkeln sehen, als er die Reisenden aus seinen ehemaligen Pfarrgemeinden begrüßte. Für den Folgetag lud er die Gruppe in seine Kirche ein. Man merkte ihn an, wie gut es ihm tat, wieder einen Gottesdienst in deutscher Sprache zu zelebrieren. Zum Abschluss sangen alle Anwesenden voller Rührung zu Ehren der Mutter Gottes, unter deren Schutz Thomas Pfeuffer die ganze Reise gestellt hatte. Im Anschluss lud Don Stefan zu sich nach Hause ein, wo Mitglieder seiner Familie eine herzhafte Vesper vorbereitet hatten. Auch an bosnisch/kroatischen Getränken wurde nicht gespart und bald klangen deutsche Lieder durch die ganze Ortschaft. Neugierig kamen Nachbarn dazu und voller Stolz erklärte der Pfarrer, dass alle diese Menschen gekommen sind, um ihn zu besuchen. Am darauffolgenden Tag begleitete Don Stefan seine Gäste zu einem weiteren Highlight: eine Fahrt zum bekannten Wallfahrtsort Medjugorje. Hier erschien die Mutter Gottes vor einigen Jahren mehreren Kindern und brachte ihnen Friedensbotschaften. Dieser Friede ist hier ganz besonders zu spüren und so mancher Pilger - so berichtete uns die Pilgerführerin - kommt deswegen immer wieder an diesen Gnadenort. Am dritten Tag der Reise brachte uns der Bus in das nahe gelegene Dubrovnik, eine alten Hafenstadt an der Adria mit ihren verwinkelten, engen Gassen und der Feste am Hafen. Historische Gebäude in der Altstadt lassen noch immer die Bedeutung dieser Stadt erahnen. Am letzten Tag fuhren wir nach Mostar mit der weltbekannten Brücke über den Fluss Neretva. Bei seiner Abschiedsrede konnte Don Stefan seine Rührung kaum verbergen. Er bedankte sich herzlich bei allen Mitreisenden und lud sie ein, doch gerne einmal wieder zu kommen. Während dieser 8-tägigen Reise wurden viele neue Kontakte geknüpft, viele Gespräche geführt, viel gelacht und vor allem viel gesungen. Thomas Pfeuffer verriet am Ende der Reise, welche Sorgen er im Vorfeld hatte, denn jeder einzelne Reisende sei ein Mosaikstein mit unterschiedlichen Ecken und Kanten – ob sie wohl passen würden? Nun aber könne er erleichtert feststellen, dass sich alle diese unterschiedlichen Steine zu einem harmonischen Mosaik gebildet hätten. Und mit dem Marienlied „Segne Du Maria“ fand diese Pilgerreise der besonderen Art am 21. Juni einen liebevollen und würdevollen Ausklang.

 

Text: Anita Bartsch

 

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