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Mit Hausnamenschild die Geschichte auf den Punkt gebracht: Historie reicht bei Thekla Heßlinger – einer geborenen Deinhard aus Gebertshof – bis ins Jahr 1485 zurück.
Gemeinde Berg b. Neumarkt i.d.OPf.
16.02.2026, 15:09
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Ein zünftiges musikalisches Frühstück zum Thema „Hausnamen bei landwirtschaftlichen Anwesen“ fand im Lindenhof Berg statt. Das Berger Duo, bestehend aus den beiden Seniorenbeauftragten im BBV-Kreisverband Neumarkt, Brigitte Weber – auch mit Hausnamen „die Finke“ genannt - und Hochzeitsladerin Christine Riel-Sommer, führten durch das musikalische und inhaltliche Programm. 

Die Veranstaltung bildete den Abschluss eines gemeinsamen Antrages der Neumarkter Landfrauenkreisvorstandschaft auf Initiative von Brauchtumspflegerin und Kulturbeauftragter Riel-Sommer aufgrund des erfolgreichen Zuschlags durch die LAG REGINA-Neumarkt im Rahmen des Förderprogramms „Unterstützung Bürgerengagement. So wurden Informationstafeln im Landkreis Neumarkt zur Historie und Tätigkeit von landwirtschaftlichen Gehöften mit Fokus auf die Betriebsführerinnen und Betriebsführer erstellt. Rückenwind gibt es sogar von den Vereinten Nationen (UN): Die haben 2026 nämlich zum internationalen Jahr der Landwirtin erklärt. „Zielt ist es, die Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft als auch für Ernährungssicherheit weltweit ins Sichtfeld zu rücken“, so Kreisbäuerin Rita Götz (Hofname „beim Distler) bei ihren einleitenden Worten.

Bewusst fand die Veranstaltung in der Kommune Berg statt: Hier hängen bereits 60 Emaille- und einige Holz-Hausnamenschilder, die über die Hintergründe von Anwesen informieren, welche in den letzten Jahren durch die gemeindliche Kulturbeauftragte in Zusammenarbeit mit dem Landespflegeverband erstellt wurden. Alte Hausnahmen sind ein ganz wesentlicher Teil unserer historischen Identität und sind in den ländlichen Regionen Bayerns bis heute gebräuchlich. Hausnamen kamen, um Häuser und dessen Bewohner in der Zeit vor Straßennamen und Hausnummern im Ort eindeutig zu identifizieren. Die Namen der Häuser können von Nachnamen, Vornamen, Spitznamen, Besonderheiten, Berufsbezeichnungen, Standort des Anwesens oder Hofzeichen abgeleitet sein. Ein treffendes Beispiel hierbei der „Kesselbauer vo Niederhof“, wie Cornelia und Georg Guttenberger aus der Gemeinde Pilsach im praktischen Sprachgebrauch heißen: Der Hofname leitet sich von der geographischen Lage im Talkessel ab. Ebenso der Hofname „Gradlberg“ von Beate und Robert Eichenseer, welcher sich auf einer Anhöhe in Lupburg befindet. Eine ganz besonders lange Historie weist der Hof von Johann und Thekla Heßlinger – eine in Berg geborene Deinhard – aus: Bis in Jahr 1485 lassen sich ehemalige Besitzer des Anwesens „Rahl“ in Mittelricht ermitteln.

Ebenso eine lange Geschichte bis ins Jahr 1617 weist „Schwenk- vom Grübler“ in Stauf auf. Die stellvertretende Kreisbäuerin Rita Grübler erläuterte, dass die Mesneraufgabe bis heute beim Anwesen vorhanden ist. Die Glocke der Kapelle werde aber inzwischen per automatischen Geläut „geschwenkt“. Ein ganz besonderes Zuckerl hatten die stellvertretende Kreisbäuerin Sonja Mößler und ihr Ehemann Karl-Heinz aus Mühlhausen mitgebracht: Der Hof besitzt sogar ein Hofwappen, welches durch die Familie Mößler damals aus Österreich in Form einer Truhe, die bis heute im Hof einen Ehrenplatz hat, mitgebracht wurde. Vor 7 Generationen kauften die Mößlers am 06.04.1832 das Anwesen „Bartelbauer“, dessen Name auf den Bartel-Schlag, einem Waldstück, wo der Hof ursprünglich angesiedelt war, zurückzuführen ist.

Das „Lehveitgut“ von Maria und Andreas Schmidtner in Raitenbuch wurde im Urkataster von 1837 erstmals genannt und bedeutet ein Viertelhof (Lehen) auf dem ein Mann namens Veit wirtschaftete. Zusammen mit ihren Hofnachfolgern Mathias und Verena war die Prönsdorferin Walburga Ehrensperger gekommen. Sie erläuterten, „dass der Hof „Wolfensteffelbauer“ 1838 erstmals urkundlich erwähnt wurde und auf die Kombination des Familiennamens Wolf und des Vornamens Stefan zurückzuführen ist“. „Auf eine Verbindung mit Frühling oder einem Vornamen bezieht sich der Hofname Lenzerbauer“, erklärten Anna und Stefan Pirkl aus Wilfertshofen.

Eine wertvolle Ergänzung gab es aus dem Publikum: Beate Huber-Beck informiert die interessierten Anwesenden, dass im Ortsteil Forchheim ein Waaghäusl unter dem Motto „kleines Gebäude mit großer Geschichte“ renoviert wurde. Der renovierte Bau ist nun ein Zeugnis der Geschichte und informiert über die dortigen Hausnamen.

Natürlich erläuterten die Hofbesitzer in Moderation mit dem Berger Duo auch ihren betrieblichen Fokus. Hier zeigte sich wie breit die Landwirtschaft aufgestellt ist: Von Milchvieh- bis Schlachtviehhaltung, Energiegewinnung, Forstwirtschaft, Direktvermarktung, Ackerbau oder Erlebnisbauernhof bis hin zu Spargel- und Lavendelanbau.


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