Am Sonntag 22. Februar 2026 lud der Männerverein St. Josef zum Vortrag mit dem Thema “Hilfe für Kiwoko“ ins Pfarrheim ein. 25 Interessierte kamen, um sich von Elli Betz aus Oesdorf über die von ihr unterstützte Hilfsorganisation “Hilfe für Kiwoko“ informiert zu werden.
Elli Betz ist Krankenschwester in Forchheim, sie kam 2022 dank ihres damaligen Stationsarztes zu der Hilfsorganisation. Die Vision der Hilfsorganisation ist durch die Unterstützung des Kiwoko-Hospitals für eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung und Infrastruktur in der ländlichen Kleinstadt Kiwoko in Uganda beizutragen.
Elli Betz nannte zunächst einige Fakten zu Uganda und zum Kiwoko Hospital. Im Land sind 50% der Bevölkerung unter 15 Jahren, die Lebenserwartung liegt bei etwa 65 Jahren. In Kiwoko gibt es keine Kanalisation und keine Wasserversorgung. Das Krankenhaus selbst wurde 1980 nach dem Bürgerkrieg von einem Britischen Arzt gegründet. Es hat 200 Betten in mehreren Stationen und ist wichtig für die Versorgung der Region.
Elli Betz erzählte dann in anschaulichen Bildern und kurzen Filmen von ihren Erlebnissen. Sie sagte, dass sie schon nach ihrer ersten Reise ihr Herz an das Land und die freundlichen und höflichen Menschen verloren habe. Die Armut und Elend der Menschen und die Einfachheit brachten ihr die Erkenntnis, was für eine Gnade es ist, wo wir geboren sind. Die Unterschiede in der Ausstattung und dem Ablauf im Krankenhaus sind gegenüber denen in Deutschland groß: Vor jeder OP wird zunächst gebetet, mit begrenzten Mittel wird – erfolgreich -operiert, es liegen 50 Patienten in einem Saal, die Körperpflege und die Essensversorgung hat durch Angehörige zu erfolgen. Als vorbildlich sah sie, dass die Krankenschwestern und Pflegekräfte nach intensiver Ausbildung mehr Befugnisse als diese bei uns haben. Auch nehmen sich die Ärzte mehr Zeit für die Visite der Patienten.
Elli Betz berichtete dann von den verschiedenen Projekten, die von der Hilfsorganisation bereits umgesetzt wurden. Ein wichtiges war die Errichtung einer Photovoltaikanlage aus 150 Panels für eine stabilere Stromversorgung des Krankenhauses. Ein weiteres waren Betten für Mütter, die bei ihren kranken oder frühgeborenen Kindern im Krankenhaus übernachten. Unter anderem wurden auch ein Kühlschrank für Blutkonserven und ein Ultraschallgerät angeschafft. Ein größeres Projekt war auch der Aufbau einer Intensivstation – sie wird als „Intensivstation der Fränkischen Hoffnung“ bezeichnet. Neue geplante Projekte sind Speicherbatterien für den Strom der Photovoltaik-Anlage und eine bessere Unterbringung der Schülerinnen und Schüler der angeschlossenen Krankenpflege-Schule. Wichtig ist, dass die Projekte abgeschlossen werden und Kiwoko nicht von dauerhafter Hilfe abhängig wird.
Notwendig ist eine medizinische Aufklärung der einfachen Bevölkerung und eine gute Bildungsarbeit. Beispielsweise ist im Land die Infektion mit HIV noch weit verbreitet, das Wissen über die Vermeidung ist gering. Deshalb betreut die im Krankenhaus vorhandene HIV-Ambulanz bis zu 2000 neue Patienten im Quartal.
Anfang März fährt Elli Betz wieder für drei Wochen nach Kiwoko. Sie freut sich auf den fachlichen Austausch um voneinander zu lernen.
Nach über einer Stunde beendete Elli Betz ihren ausführlichen und sehr interessanten Vortrag in dem sie hoch motiviert erzählte. Die Besucher hatten ihr dabei mit großer Aufmerksamkeit gefolgt. Sie durfte daraufhin noch eine Reihe von Fragen beantworten. Elli lud dazu ein, die von ihr ausgestellten Handarbeiten aus Uganda zu erwerben, was reichlich angenommen wurde.
Der Vorstandsvorsitzende des St. Josef Verein Thomas Schleicher bedankte sich bei Elli Betz für ihren Vortrag und bei den Besuchern für das Kommen. Zusammen mit Rudi Eisen überreichte er ihr zum Abschluss eine Spende in Höhe von 500€ in Form eines symbolischen Schecks.
