Fast 4000 Teilnehmer aus 43 Nationen trafen sich an diesem Wochenende in Jesolo, Italien zu einem der weltweit bedeutendsten Turniere der Kickboxwelt. Mittendrin war auch Luca Hammerl von der Kampfsportschule Hemau e.V. mit ihrem Coach Florian Forster.
Für Luca ist es nun die zweite Saison auf internationaler Ebene. Dass sie bereits zur Weltspitze gehört, hatte sie im letzten Jahr mit Platz 5 bei den Europameisterschaften bewiesen. Aber an diesem Wochenende zeigte sie sich noch einmal stärker und lieferte dabei das beste Turnier ihrer Karriere ab. Platz 2 beim World Cup im Pointfighting der younger cadets -42 kg war der Lohn dafür.
In der ersten Runde kämpfte Luca gegen Grogan Willow (England). Der Kampf war bis zur Halbzeit ausgeglichen, denn leichte Gegnerinnen gibt es auf diesem Niveau nicht mehr. Mit dem druckvollen Stil ihrer Kontrahentin konnte Luca in der zweiten Halbzeit dann mehr und mehr umgehen. Jetzt war sie immer etwas schneller im Ziel. Die Engländerin musste nun mehr Risiko eingehen. Das nutzte Luca taktisch geschickt um mit ihren schnellen Beintechniken zum Kopf mehrfach 2 Punkte zu erzielen, sodass es am Ende doch noch ein klarer 16:6 Sieg wurde.
Im Achtelfinale wartete mit Cirjak Rita (Kroatien) eine deutlich größere Gegnerin, die es Luca durch ihre Reichweitenvorteile schwer machte mit Beintechniken zum Erfolg zu kommen. Mit viel Geduld und gutem Timing fand Luca immer wieder Mittel und Wege mit ihren Handtechniken zu Punkten, sodass sie den Kampf mit 5:1 gewinnen konnte.
Das Viertelfinale gegen Cashman Poppy (England) war nichts für schwache Nerven. Schnell lag Luca 0:3 zurück. Doch auch davon ließ sich die junge Kämpferin nicht aus der Ruhe bringen. Mit ihrer Schnelligkeit und dem Gespür für den richtigen Moment holte Luca nun Punkt um Punkt auf. Am Ende hatte ihre Gegnerin keine Antwort mehr auf Lucas variablen Kampfstil. Nach dem 6:4 Sieg war die Freude bereits groß, den Bronze war nun schon sicher.
Im Halbfinale wartete mit Brzenk Celine (Deutschland) die aktuelle Europacup-Siegerin. Bis kurz vor der Halbzeitpause war auch dieser Kampf sehr ausgeglichen. Dann konnte sich Luca durch einige schnelle Handtechniken eine 3:0 Führung erkämpfen. Jetzt war ihre Gegnerin umso mehr gefordert. Doch auch darauf hatte Luca eine Antwort und baute den Vorsprung durch überlegte Konter noch weiter aus. Der am Ende ungefährdete 6:1 Sieg bedeutete den Einzug ins Finale!
Dort traf sie auf Camila Del Pilar (Guatemala). Luca fand im Finale nicht gut in den Kampf und obwohl sie ein paar gute Handangriffe starten konnte, reichte es am Ende leider nicht für den Sieg. Grund zur Trauer kann es nach dieser überragenden Leistung aber nicht geben. Platz 2 beim World Cup ist ein unglaubliches Ergebnis und gar nicht hoch genug einzuschätzen.
