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Geborgenheit - mitten in einer verletzlichen Welt
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Feucht
30.04.2026, 17:23
Bilder (1)

Osterkerze wird zum Hoffnungszeichen.

Die heuer nun doch noch einmal von Jonas Thie gestaltete Osterkerze greift ein eindrucksvolles Bild des Künstlers Sieger Köder auf. Im Zentrum steht eine schützende, mütterliche Gestalt, die zwei Kinder eng an sich hält. Mit ihrem weiten Mantel umhüllt sie die beiden und bietet ihnen Geborgenheit, Wärme und Schutz. Ihre Haltung wirkt zugleich zärtlich und stark - sie trägt und bewahrt das Leben.

Über der Szene öffnet sich der Himmel. Er durchbricht Dunkelheit und verweist auf Gott selbst, dessen Zusage über der Kerze steht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jesaja 66,13). In diesem Wort aus der Bibel wird Gottes Nähe in einem zutiefst menschlichen Bild greifbar: Gott ist nicht fern, sondern zugewandt, tröstend und schützend wie eine Mutter.

Zugleich wirkt die Schutz gebende Frauengestalt auch selbst schützenswert. Als schöpfe auch sie selbst Kraft von oben. So verbindet das Bild beides: den Trost, den Menschen einander schenken, und die tiefe Sehnsucht, selbst getragen zu sein. Auch wer schützt und tröstet, bleibt angewiesen auf Halt und Getragen-Sein.

Die Umgebung liegt im Dunkel. Sie wirkt bewegt und nicht ganz festgefügt. Formen und Farben erinnern an eine Welt, die aus den Fugen geraten ist. Viele Menschen erleben das auch und gerade heute: Kriege, Unsicherheit, Angst vor der Zukunft, persönliche Sorgen und Einsamkeit prägen den Alltag.

Gerade Kinder spüren diese äußere Unruhe oft besonders stark. Umso eindrücklicher spricht dieses Bild in unsere Gegenwart hinein: Es zeigt einen Ort der Geborgenheit mitten in einer verletzlichen Welt.

Das blühende Sonnenblumenfeld, in das die Szene eingebettet ist, verweist auf neues Leben und auf die Hoffnung, die Gott wachsen lässt. Oft leise und unscheinbar, aber kraftvoll. Zugleich zeigt es die Zerbrechlichkeit dieses Lebens, das Schutz und Fürsorge braucht. So wirkt es wie ein Raum der Zuflucht, in dem nicht nur die Kinder, sondern auch die schützende Gestalt selbst Halt findet.

Von Ostern her gewinnt dieses Motiv seine besondere Tiefe: Gott lässt die Menschen nicht allein. In Jesus Christus zeigt er seine Nähe, geht den Weg durch Leid und Tod und eröffnet neues Leben. Die Auferstehung ist das große Zeichen dafür, dass Trost stärker ist als Angst und Leben stärker als der Tod.

So wird die Osterkerze zu einem Hoffnungszeichen für unsere Zeit: Gott tröstet, schützt und hält uns. Und er lädt uns ein, selbst zu Menschen zu werden, die diesen Trost weitergeben.Wo wir einander beistehen, wo wir Schutz bieten, wo wir achtsam und barmherzig handeln, dort wird etwas von Gottes Nähe sichtbar. Gott hält uns - und er traut uns zu, dass wir einander Halt geben.

Text: Vanessa Grießhammer und Matthias Schulz
Bild: Andrea Griesmeier-Rauschenbach


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