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Dreikönigskonzert begeistert mit musikalischer Vielfalt und Tiefe
Musikverein Thierhaupten 1863 e.V.
07.01.2026, 19:11

Am 6. Januar 2026 lud der Musikverein Thierhaupten zum traditionellen Dreikönigskonzert in die Kirche St. Peter und Paul ein. Rund 350 Besucherinnen und Besucher füllten das Gotteshaus bis auf wenige Plätze und sorgten für eine eindrucksvolle, erwartungsvolle Atmosphäre.

Mit dem feierlichen „Hallelujah“ aus dem Messias von Georg Friedrich Händel eröffnete das Konzertorchester den Nachmittag. Die festliche Bearbeitung für Blasorchester ließ den Kirchenraum sofort erstrahlen und nutzte die besondere Akustik der Kirche eindrucksvoll aus. Das weltbekannte Werk entstand 1741 in nur 24 Tagen – bis heute gilt es als eines der bekanntesten Chorwerke der Musikgeschichte.

Im Anschluss begrüßten 1. Vorstand Mathias Reiter und Pfarrer Werner Ehnle die Zuhörerinnen und Zuhörer. Durch das abwechslungsreiche Programm führten Jessica Büchler und Johanna Fink, die in ihren Moderationen nicht nur musikalisch durch den Nachmittag leiteten, sondern auch Hintergründe, Bilder und Geschichten zu den einzelnen Werken vermittelten. Die musikalische Gesamtleitung des Konzertorchesters lag in den Händen von Andreas Glatzmaier.

Mit „Cry of the Last Unicorn“ von Rossano Galante entführte das Orchester das Publikum anschließend in eine klangvolle Fantasiewelt. Das Werk erzählt die Geschichte eines Einhorns und lebt von weiten Melodiebögen, feinen dynamischen Abstufungen und einer besonders bildhaften Tonsprache. Galante, der auch als Filmkomponist tätig ist, versteht es meisterhaft, Emotionen allein durch Klang entstehen zu lassen.

Einen weiteren Höhepunkt bildete „The Saint of the Forest“ von Thomas Doss. Inspiriert von einer fränkischen Sage, entfaltet das Werk eine ruhige, fast meditative Klanglandschaft, die sich allmählich verdichtet. Leise Anfänge, wachsende Klangfarben und gezielt eingesetzte Effekte ließen den Kirchenraum selbst Teil der musikalischen Erzählung werden.

Mit den „Three Caprices for Band“ von Henk van Lijnschooten zeigte das Konzertorchester seine stilistische Vielseitigkeit. Die drei Sätze stellten ganz unterschiedliche Anforderungen: rhythmische Raffinesse in Tricky Metrics, klangliche Balance im ruhigen Choral und tänzerische Leichtigkeit im Rondo Folclorique. Technik und Ausdruck gingen dabei hörbar Hand in Hand.

Besinnlich wurde es mit „Jesus, Name Above All Names“ von James L. Hosay. Das schlichte, ruhige Werk wirkte wie ein musikalisches Gebet und setzte bewusst auf Zurückhaltung, klare Linien und eine warme Harmonik – passend zur besonderen Stimmung des Dreikönigstages.

Den Abschluss des Programms bildete „Towards the Western Horizon“ von Philip Sparke. Das Werk blickt musikalisch nach vorne und verbindet weite Klangflächen mit einer optimistischen Grundhaltung. Noch einmal kam die volle Strahlkraft des Orchesters zur Geltung, bevor der letzte Akkord langsam im Kirchenraum verklang.

Nach der Zugabe dankte das Publikum dem Konzertorchester mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations. Ein würdiger Abschluss für ein beeindruckendes Drei-Königs-Konzert, das musikalische Tiefe, erzählerische Bilder und festliche Stimmung auf besondere Weise vereinte.

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Beschreibung

Die Wurzeln der Musik lassen sich in der Geschichte Thierhauptens einige hundert Jahre zurückverfolgen. Sie ist für das Dorfleben seit jeher von großer traditioneller Bedeutung. Die damals führenden Mitglieder des neu zu gründenden Musikvereins, Georg Koch (Vorstand), Georg Kruis (Direktor), Hieronymus Giesser und Michael Hölzl baten deshalb am 09. August 1863 in einem Schreiben an das königliche Bezirksamt Aichach, das weitere Bestehen des Vereins zu bewilligen. Mit dessen Erlaubnis war die Gründung des Musikvereins im Jahre 1863 „… zum Zwecke der Erweckung, Vervollkommnung und Pflege der Musik behufs geselliger Unterhaltung“ besiegelt.