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Igel gefunden – was tun?
Gemeinde Unterroth
20.10.2026, 17:30

BUND gibt Tipps zur Soforthilfe und zum langfristigen Schutz des Igels


Im BUND-Umweltzentrum Ulm treffen aktuell vermehrt Anfragen zum Thema "Igel gefunden - was tun?" ein. Die nachtaktiven Insektenfresser werden im Herbst häufiger gesichtet, weil sie dann auch tagsüber auf Nahrungssuche gehen, um sich lebensnotwendige Reserven für den Winter anzufuttern.
Auf dem Speiseplan des Igels stehen Käfer, Engerlinge, Raupen, Spinnen und Regenwürmer, seltener Schnecken - die zudem Zwischenwirte für die für Igel lebensgefährlichen Lungenwürmer sind.
Eine Zufütterung kann insbesondere untergewichtigen Igeln helfen, den Winter zu überstehen. Richtwert hierfür ist ein Gewicht von weniger als 500 Gramm im Spätherbst. Geeignetes Futter ist beispielsweise ungewürztes Rührei oder hochwertiges, insektenhaltiges Igelfertigfutter (also ohne Flocken, Rosinen oder Nüsse). Auf keinen Fall darf man Milch oder Milchbrei füttern, denn dies verursacht lebensgefährlichen Durchfall. Außerdem muss der Futterplatz (besser: mehrere kleine Futterschalen) sauber gehalten werden, um die
Übertragung von Parasiten von Igel zu Igel zu vermeiden. Mit einer flachen Schale frischen Wassers hilft man Igeln durch trockene Perioden.

 

Jana Rettig vom BUND Umweltzentrum Ulm macht darauf aufmerksam, dass man mit Füttern, mit Aufpäppeln und Überwintern zwar einzelne Tiere retten, aber den Rückgang der Igel-Population nicht stoppen kann. Denn die Hauptursachen dafür, dass der Igel auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht, sind der Schwund an geeigneten, miteinander vernetzten Lebensräumen und der Mangel an natürlicher Nahrung.


Lebensraum in naturnahen Gärten, Streuobstwiesen und Sträuchern

Unser heimischer Igel fühlt sich in naturnahen, miteinander verbundenen Gärten, in Streuobstwiesen, in extensiv gepflegten Parks, Grünstreifen und Hecken mit einheimischen Sträuchern wohl. Insektenfeindliche, aufgeräumte Grünflächen, mit unüberwindbaren Abgrenzungen - Igel sind schlechte Kletterer - bieten dagegen kein Zuhause. Auch eine extreme Nachverdichtung in Wohn- und Gewerbegebieten, die zwischen Asphalt und Beton nur verinselte Grünflächen übriglässt, ist mitverantwortlich für den Rückgang der Stacheltiere.


Igelfreundliche Kommunen und Gartenfreund*innen sind also eher "faul": Sie pflegen Grünflächen nicht zu intensiv, lassen insektenfreundliche Stauden über den Winter stehen sowie beliebte Überwinterungsorte wie Totholz- oder Laubhaufen liegen.
Daneben ist es wichtig, „Igelfallen" zu vermeiden: Vor der Verbrennung oder der Abfuhr von Schnittgut muss kontrolliert werden, ob sich darin nicht Igel oder andere Kleintiere aufhalten. Auch Swimmingpools oder Kellerschächte können tödliche Fallen darstellen. Deshalb sollten diese abgedeckt oder zumindest mit Ausstiegshilfen versehen werden.


Der BUND weist außerdem darauf hin, dass Bodenleuchten oder Strahler im Garten nachtaktive Tiere wie den Igel irritieren. Insbesondere überwinternde Igel oder Jungigel im Nest fallen immer wieder maschinellem Heckenrückschnitt oder anderen Räum- und Pflegemaßnahmen zum Opfer. Um dies zu vermeiden, appelliert der BUND an Kommunen und Bauträger, dass potenzielle Lebensräume wie zum Beispiel aufgelassene Gärten oder verwilderte Restgrünflächen in Gewerbegebieten vor ihrer Umwandlung auf diese gesetzlich geschützte Tierart abgesucht werden. Das gilt auch für die Hecken- und Grünflächenpflege, wenn sie mit Freischneidern oder Motorsensen erfolgt:


Weiterführende Informationen findet man auf der Internetseite des BUND Regionalverbands Donau-Iller unter https://www.bund-ulm.de/themen-undprojekte/umweltberatung/schutz-von-igeln/


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