Nachdem wir 2019 das letzte Mal am Brocken waren, wurde in diesem Jahr der Abhörberg im Osten wieder als zentrales Ziel der QDT ausgelobt.
Die Eisheiligen zeigten sich von Ihrer besten Seite und offerierten Temperaturen im mittleren einstelligen und unteren zweistelligen Bereich. Ausgerüstet mit dem Winter-Setup machten sich 14 Teilnehmende auf den Weg und trafen pünktlich um 7.30 Uhr zur Gepäckverladung im Servicefahrzeug ein.
Vor der Abfahrt erfolgte eine besondere Ehrung. Unser treuer Servicefahrer Manfred Schindhelm stellte seine Expertise für ausufernde Touren im 40sten (!!!) Jahr zur Verfügung. Ohne ihn wären unsere Quäl Dich Touren und auch die Jahresfahrten in der dargebotenen Form nicht möglich. DANKE MANI!!!

Nachdem auch der letzte Teilnehmer bereits abgekämpft am Startort ankam, wurde zügig abgefahren. Auf bekannten Wegen aus der Sommerach-Tour ging die erste Etappe über den Kasberg Richtung Leutenbach am Drummer vorbei (!!).
Über Scheßlitz und Bad Staffelstein näherten wir uns unserem Etappenort Masserberg in Thüringen.
Durch verlassene Dörfer, vergessene Dörfer und einsamen Straßen kamen wir der Bergankunft mit dem einen und anderen Hagelschauer näher.



Der finale Anstieg über 30 km auf 800 Meter Höhe verlangte uns nach insgesamt 185 km und 2210 hm noch ein paar Körner ab, aber wir kamen gut temperiert an der Unterkunft an.
Nach einem ausgiebigem guten und reichhaltigem Abendessen, dem einen oder anderen „Mineraldrink“, genoss die Mehrzahl die Nachtruhe.
Einige durchspielten in der Nacht gedanklich nochmal den Tag und machten sich den einen oder anderen Gedanken über den weiteren Tourenverlauf, was deren Nachruhe etwas kurz werden ließ.
Am Morgen und nach dem Frühstück versammelten wir uns zur Abfahrt auf die 2. Etappe. Bei klaren Himmel und 4 Grad mußten wir die ersten Ausfälle verkraften und zwei Radkollegen entschieden sich die heutige Etappe im Bus, bzw. mit einer Rückreise zu belegen.

Die Etappe Masserberg – Allrode sah für den Tag 193 km und 1540 hm vor. Zu Beginn konnten wir knapp 60 km Abfahrt, nur gestört durch einen kurzen knackigen Anstieg genießen.
Aufgrund glücklichen Umständen konnten wir mehrmals an dicken schwarzen Regenwolken vorbei manövrieren.
Ein Bremsdefekt vom Vortag machte es notwendig, eines der Räder in eine Werkstatt zu bringen. Dies wurde von unserem Service und seinem Beifahrer erledigt. Leider konnte der Defekt nicht behoben werden, sodaß mit viel Routine und vorausschauender Fahrweise, dieses Rad nur mit der Hinterradbremse auch die komplette Tour gefahren wurde. Respekt!
Durch den Harz und rein nach Sachsen-Anhalt konnten wir sehr schöne Landschaften, ruhige Radwege entlang der Ilm und schöne einsame Landstraße genießen.

n Allrode hatten wir eine Unterkunft, die vor „35 Jahren“ keine Wünsche offen ließ. Mittlerweile in die Jahre gekommen, aber den Ostdeutschen Charme erhaltend, konnten wir einen Eindruck erhalten, wie das wohl damals geplant war, damit sich die Parteispitzen und Genossen erholen konnten. Pech für diese, es wurde erst nach der Wende fertiggestellt.
„Service-Orientiert“ bekamen wir noch 20 Minuten Zeit, unser Abendessen einzunehmen und uns mit dem frei zugänglichem Zapfhahn mit Gerstensaft für den Abend einzudecken.
Hinweis für Kostenbewußte: 3 Tage all inklusive, alkoholische Getränke von 9.30 – 20.00 Uhr frei. Dafür muss man mal Abstriche beim Service und der Ausstattung machen.
Nach all diesen Eindrücken, stand unser „Königstag“ auf dem Programm. Der Brocken lauerte auf uns. War die Tage vorher noch von Schneechaos und Räumfahrzeugen die Rede, hatten wir bei der Anfahrt Richtung Schierke erstmal Sonne. 10 km vor Schierke dann wechselte die Landschaft von Grün auf braunes Gestänge (war mal Wald) und öde kahle Flächen. Auch das Wetter passte sich an und die Regenjacken wurden wieder notwendig.
Am Fuße des Brockens dann die Frage, wer bleibt unten oder fährt hoch. Die Mehrzahl nahm die Herausforderung an. Wir sind schließlich nicht 2 Tage bis hierhin gefahren, um dann das Ziel nicht zu erreichen.
Erst ein paar Meter Sonne, dann leichter Regen, gefolgt von stärkerem Regen und ganz oben Schneetreiben. Es war alles dabei, was das Wetter so zu bieten hat.
An hunderten Wanderern vorbei schlängelten wir uns auf eine Höhe von 1142m hoch und auch wieder herunter.
Erstaunlich, wieviele Leute an so einem Regentag auf den Berg hinauf gehen.


Danach standen noch 130 km zwischen uns und unserem Endziel, Halle an der Saale. Das Wetter hatte sich nun aufgehellt, die Sonne, der Rückenwind und die angenehme Temperatur ließ uns dahingleiten. Noch eine kleine Pause am Service-Fahrzeug und dann Kette rechts.


Am Zielort hatte es sich dann wieder auf 180 km und 1710 hm summiert.
Glücklich und Zufrieden genossen wir ein Ankommens-Bier und der abschließende gesellige Abend in den Wenzel-Stuben, einem Böhmischen Restaurant mit etlichen Spezialitäten der Ess- und Braukunst, rundete die QDT2026 ab.
Die Rückfahrt erfolgte mit dem ICE Halle – Nürnberg in Rekordzeit.
Ein kleiner Teil von 5 Radlern schenkte sich dieses erholsame Erlebnis und fuhr mit dem Rad noch auf 2 Tagesetappen zurück nach Feucht. Dabei wurden nochmals 330 km und 4500 hm abgespult. Auch diese Gruppe kam gesund und munter wieder im heimischen Gefilde an und genoß bei strahlendem Sonnenschein noch eine Abschlußbesprechung in Altdorf.

Mal sehen, wo uns die QDT 2027 hinführt. Wünsche dürfen bereits angemeldet werden.
RideOn
Werner
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