Vom 1. bis 16. August 1936, also vor 90 Jahren, richtete die Reichshauptstadt Berlin die olympischen Sommerspiele aus. Das nationalsozialistische Regime erkannte die Möglichkeiten, die das Großereignis für seine Propaganda bot: Der deutsche NS-Staat konnte sich auf der Weltbühne als friedliebende Nation präsentieren – obwohl er Jüdinnen, Juden und Andersdenkende verfolgte, die ersten Konzentrationslager errichtete und heimlich für einen Krieg aufrüstete.
Noch in der Zeit der Weimarer Republik bewirbt sich Berlin um die Austragung der Olympischen Spiele 1936. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gibt 1931 den Zuschlag. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wächst vor allem in den USA der Widerstand gegen die Austragung in Deutschland. Zur Besänftigung ausländischer Kritiker läßt die Reichsregierung antisemitische Hetzplakate vorübergehend entfernen. Hetze gegen Juden war für die Dauer der Spiele auch in den Medien verboten. Auf Drängen amerikanischer Boykottgegner dürfen auch jüdische Sportler in der deutschen Mannschaft trainieren und starten.
Viele Olympiateilnehmer von 1936 werden später Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland und im besetzten Europa. Der Zweite Weltkrieg wirkt sich auch auf die Olympischen Spiele aus: Die geplanten Wettkämpfe in Helsinki (1940) und London (1944) fallen aus. Eine deutsche Mannschaft nimmt erst wieder 1952 an Olympischen Spielen teil.
Wenn Sie noch mehr über die olympischen Spiele in Berlin erfahren möchten, die Ausgrenzung der Juden aus den Sportvereinen, oder die Wichtigkeit des Sports in der NS-Zeit, dann besuchen Sie die historische Abteilung des Burgmuseums in Parsberg.
