Am Karfreitag und Karsamstag erfüllte ein ungewöhnliches, aber dennoch vertrautes Geräusch die Straßen von Störnstein: organisiert von den Ministranten der Pfarrei St. Salvator ratschten 16 Kinder und Jugendliche jeweils um 6, 12 sowie 18 Uhr und übernahmen so den Dienst, den sonst die Kirchenglocken verrichten. Hinter dieser Tradition steht eine alte Volksüberlieferung: Nach dem Gloria am Gründonnerstag „fliegen die Glocken“ nach Rom und bleiben stumm bis zum Gloria in der Osternacht. Damit in den Kartagen dennoch die Zeiten und Gebetsstunden hörbar bleiben, greifen, wie auch in vielen anderen Gemeinden, die Ministranten zu den Ratschen — einem Holzinstrument, das mit markantem Klappern das Glockenläuten ersetzt. In Störnstein wird diese Tradition von der jungen Generation mit großem Einsatz gepflegt.
Der Dank der Ministranten gilt allen, die mit kleinen Beiträgen und ermutigenden Worten geholfen haben, das Ratsch'n zu ermöglichen. Diese Unterstützung zeigt, dass Brauchtum und Gemeinschaft in Störnstein lebendig bleiben. So sorgt das Ratsch'n auch heute noch dafür, dass die Kartage nicht ganz verstummt sind: Ein einfaches Holzinstrument, junge Stimmen und das gemeinsame Bewusstsein für Tradition.
