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Gelungene Inklusion beim Erlebnissamstag in Neumarkt „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ – gelebte Teilhabe und klare Botschaften
BRK Kreisverband Neumarkt für Parsberg
20.05.2026, 10:35
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Am Samstag, den 9. Mai, setzte die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit (OBA) im Landkreis Neumarkt ein starkes und sichtbares Zeichen für Inklusion und Teilhabe. Im Rahmen des Erlebnissamstags „Mit allen Sinnen“ in der Neumarkter Innenstadt wurde Inklusion nicht nur thematisiert, sondern ganz konkret gelebt.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher – Menschen mit und ohne Behinderung, Familien, Passantinnen und Passanten – kamen in der Klostergasse miteinander ins Gespräch, beteiligten sich an Mitmachaktionen und nutzten inklusive Angebote. Besonders deutlich wurde dabei: Wenn Barrieren abgebaut werden, entstehen Begegnungen ganz selbstverständlich.

Ein zentrales Element des Aktionstags waren kreative Mitmachaktionen: Gemeinsam gestalteten viele Menschen zwei große Leinwände mit dem Inklusionssymbol. Dabei arbeiteten Menschen mit und ohne Behinderung aller Altersgruppen Seite an Seite, tauschten Ideen aus und schufen sichtbare Zeichen für Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt. Das gemeinsame Gestalten wurde von vielen als niedrigschwelliger und zugleich verbindender Zugang zu Inklusion erlebt.

Großen Anklang fanden außerdem die kostenlosen Rikscha Fahrten durch die Innenstadt. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit zu einer Probefahrt mit den Spezialfahrrädern – darunter auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, für die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum oft nicht selbstverständlich ist. Die Fahrten machten eindrucksvoll deutlich, wie wichtig inklusive Mobilitätsangebote sind, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Ein weiteres Highlight war die mobile Hebebühne, die vorgestellt und getestet werden konnte. Sie kann im Landkreis über den Kreisjugendring ausgeliehen werden und eröffnet Menschen mit körperlichen Einschränkungen neue Möglichkeiten, etwa bei Veranstaltungen, Ausflügen oder im privaten Umfeld. Das praktische Ausprobieren zeigte anschaulich, wie technische Hilfsmittel Barrieren abbauen und Selbstbestimmung fördern können.

Auch der Kreisjugendring beteiligte sich aktiv am Aktionstag und bereicherte das Programm mit inklusiven Mitmach-Angeboten wie Sitzfußball, das viel Freude und Beteiligung bei Groß und Klein bereitete. Zusätzlich trugen Clowns mit ihren humorvollen Einlagen zur guten Stimmung bei und sorgten für eine fröhliche Atmosphäre.

Der Waffel- und Kaffeestand bot Zeit und Raum für Austausch und Miteinander. Bei frisch gebackenen Waffeln, kühlen Getränken und Kaffee kamen Menschen in entspannter Atmosphäre ins Gespräch, informierten sich über die Angebote der beteiligten Einrichtungen und erlebten Inklusion als gelebte Normalität.

Die Aktion fand bewusst in Anlehnung an den bundesweiten Aktionstag 5. Mai von Aktion Mensch statt, der in diesem Jahr unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ stand. Dieses Motto prägte auch den Auftritt der Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit in Neumarkt. Denn Teilhabe, Selbstbestimmung und gleichberechtigte Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben sind keine freiwilligen Leistungen, sondern grundlegende Rechte von Menschen mit Behinderungen – festgeschrieben unter anderem in der UN‑Behindertenrechtskonvention.

Vor diesem Hintergrund weist die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit auch auf die aktuell diskutierten Kürzungen in der Eingliederungshilfe hin. Diese sollen bundesweit Leistungen betreffen, die Menschen mit Behinderungen eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglichen – etwa Assistenzleistungen, Freizeit‑ und Bildungsangebote oder niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen. Einsparungen in diesem Bereich führen nicht zu mehr Effizienz, sondern gefährden Teilhabe, erhöhen langfristig den Unterstützungsbedarf und widersprechen dem Anspruch auf Gleichstellung.

Gerade erfolgreiche Tage wie der Erlebnissamstag in Neumarkt zeigen, wie wichtig offene, inklusive Angebote im Sozialraum sind. Sie ermöglichen Begegnung, bauen Vorurteile ab und machen deutlich, dass Inklusion dann gelingt, wenn sie mit ausreichend Ressourcen, Engagement und einer klaren politischen Haltung unterstützt wird.

Die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit im Landkreis Neumarkt – bestehend aus dem BRK‑Kreisverband Neumarkt, dem Ambulanten BetreuungsDienst gGmbH, der Lebenshilfe Neumarkt e.V., Regens Wagner Offene Hilfen, der Diakonie NAH e.V. und der Caritas‑Sozialstation Neumarkt – zieht ein durchweg positives Fazit des Aktionstags. Gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern setzt sie sich weiterhin dafür ein, dass Inklusion vor Ort sichtbar, erlebbar und dauerhaft möglich bleibt. 

Bild: Julia Abraham, Offene Behindertenarbeit / Sozialarbeit


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Beschreibung

Das Bayerische Rote Kreuz – Körperschaft des öffentlichen Rechts – ist einer der größten Wohlfahrtsverbände und die führende Hilfsorganisation in Bayern. Es gliedert sich in 73 Kreis-, 5 Bezirksverbände und die Landesgeschäftsstelle. Es werden ca. 28.000 Mitarbeiter:innen, davon rund 300 im KV Neumarkt, beschäftigt und rund 180.000 ehrenamtliche Helfer:innen, davon sind im KV Neumarkt ca. 3.000 im Einsatz.