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Bürgerinformation zum aktuellen Stand des Bibers
Erster Bürgermeister Althegnenberg
21.11.2025, 14:12
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Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Biber ist seit einigen Jahrzehnten wieder in Bayern heimisch und auch in unserer Gemeinde hat er sich angesiedelt. Dies bringt sowohl ökologische Vorteile als auch Herausforderungen mit sich, über die ich Sie informieren möchte.

Aktuelle Situation in unserer Gemeinde

Am heutigen Freitag fand eine Vor-Ort-Begehung in der Nähe vom Netto Supermarkt statt, um die durch einen Biberdamm verursachte Wasseraufstauung und deren Auswirkungen zu begutachten. An dem Treffen nahmen Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde (Biberbeauftragte) des Landratsamts FFB, des Bund Naturschutz OG Althegnenberg, des Bachverbands Finsterbach sowie unserer Gemeinde teil.

Geplante Maßnahmen

Nach intensiver Beratung wurden folgende Schritte beschlossen:

Sofortmaßnahmen am Wochenende:

Der Bund Naturschutz wird bereits an diesem Wochenende einen Teil des Biberdammes abtragen, um den Wasserstand zu senken. Zusätzlich wird ein Seil mit einem leeren Kanister zur Vergrämung über den Damm gespannt. Außerdem werden die Bäume in der Streuobstwiese mit Gittern vor Verbiss geschützt.

Langfristige Lösung:

Der Biberbeauftragte wird mit seinem Team über weitere Maßnahmen beraten. Im Frühjahr ist geplant, ein Rohr in den Biberdamm einzubauen, das den Wasserstand bis zu einer bestimmten Höhe reguliert.

Wissenswertes zum Biber in Bayern

Der Biber wurde in Bayern Anfang des 19. Jahrhunderts ausgerottet und erst ab den 1960er Jahren wieder angesiedelt. Heute leben in Bayern wieder mehrere tausend Biber, die als streng geschützte Art gelten. Als Landschaftsgestalter schafft der Biber wertvolle Feuchtlebensräume für zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten.

Gleichzeitig können Biberdämme zu Konflikten führen, wenn Gewässer aufgestaut werden und dadurch landwirtschaftliche Flächen, Wege oder Infrastruktur betroffen sind. Genau hier ist ein ausgewogenes Management gefragt.

Unser Ansatz: Koexistenz und Schutz

Wir verfolgen das Ziel, den Biber in seinem natürlichen Lebensraum zu belassen, da er ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems ist. Gleichzeitig müssen wir den Finsterbach und die Anwohner vor möglichen Schäden schützen. Die geplanten Maßnahmen ermöglichen diese Balance zwischen Naturschutz und Hochwasserschutz.

Ich danke allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit und werde Sie über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Rainer Spicker
Erster Bürgermeister