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Überwältigendes Interesse an der Vorstellung der Bürgermeisterkandidierenden
Seniorenbeirat
04.02.2026, 20:15
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Die Höllberghalle in Kürnach war voll besetzt, als am Freitagabend die drei Kandidierenden um das Bürgermeisteramt auf der Bühne standen: Rene Wohlfart(SPD), Kathrin Reinhardt (UWG) und Stefan Scheller (CSU).Sie stellten sich und ihre Positionen zu sechs Themengebieten vor.

Der Sprecher des Seniorenbeirats, Prof Dr. Süleyman Gögercin, begrüßte und erläuterte, dass der Seniorenbeirat von den Parteien um die Ausrichtung der Veranstaltung gebeten worden war. Bei einem Vorbereitungstreffen, an dem alle im Gemeinderat vertretenen Parteien mit je zwei Personen vertreten waren, waren die Eckpunkte für diese Veranstaltung festgelegt worden. Darunter die Kriterien für die Auswahl eines Moderators sowie sechs Themenblöcke. Als Moderator konnte Tim Schumacher, ehemaliger Radio Gong-Moderator, gewonnen werden, der die Veranstaltung souverän moderierte.Er war frei in seiner Entscheidung, welche Fragen er zu den Themenblöcken jeweils formulieren möchte. Die Fragen waren den Kandidierenden vorher nicht bekannt. Während die Reihenfolge für die persönliche Vorstellung der Kandidierenden ausgelost wurde, bekamen sie in denfolgenden Fragerunden das Wort rollierend erteilt.

Auch wenn die Spannung greifbar war, präsentierten sich die Kandidierenden zu Beginn aufgeräumt, sachlich und ihrem eigenen Konzept folgend. Stefan Scheller meinte: „Dass mehr als 500 Kürnacher gekommen sind, zeigt, wie groß das Interesse an der Zukunft unserer Kommune ist.“

Kathrin Reinhardt stellte sich mit folgenden Worten vor: "Als Gemeinde an der Schwelle von 5000 Einwohnern, brauchen wir Kompetenz, Gestaltungswillen und Entscheidungsfreude an der Spitze, die ich als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) und langjährige Führungskraft bei der Bayerischen Polizei mitbringe.“ Der amtierende Bürgermeister Rene Wohlfart erklärte seinen Politikstil: „Politik ist für mich Zuhören, Erklären und Machen – nicht bloß Wünsche aufzählen. Und genau deshalb gelingt es mir im Gemeinderat trotz fehlender SPD-Mehrheit fast immer, einheitliche Beschlüsse zu schmieden, weil ich alle ins Boot hole.“

In der ersten Gesprächsrunde beantworteten die Kandidierenden zunächst unterschiedliche Fragen des Moderators zu dem Themengebiet „Ehrenamt, Kultur und Traditionspflege“, während anschließend alle drei auf die Frage nach der Friedhofskapelle antworteten, über die in der Gemeinde aktuell zum Teil kontrovers diskutiert wird. Einig waren sie sich darin, dass dort in Bezug auf Wetterschutz Handlungsbedarf besteht. Ihre Vorstellungen darüber, was gebaut werden soll, gingen jedoch auseinander - ein auch als Veranstaltungs- und Begegnungsraum nutzbarer Anbau oder eine an die baulichen Gegebenheiten angepasste Überdachung als Wetterschutz.

Vor der Pause stellte der Moderator drei verschiede Fragen zum Themengebiet „Finanzen, Wirtschaft und Arbeit“. Hier mussten die Kandidierenden zwischen Wunschdenken und konkretem politischem Handlungsspielraum jonglieren.

Nach der Pause begann die zweite Gesprächsrunde mit einer Frage nach dem Bauen und Wohnen. Alle drei sprachen sich für den Bau von neuen, bezahlbaren Wohnungen. Kathrin Reinhardt merkte hierzu an: Es sind „kluge Konzepte und viel schnellere Prozesse notwendig, z. B. bei den Themen bezahlbarer und generationengerechter Wohnraum sowie künftige Herausforderungen bei Gesundheit und Pflege“.

Zu den letzten zwei Themengebieten „Umwelt, Klima und Energie“ sowie „Verwaltung, Bürgernähe/-beteiligung, Digitalisierung“ musste jeder Kandidat jeweils eine andere Frage beantworten. Die „offene Bürotür“ (Wohlfart), „die Verschlankung von Verwaltungsprozessen“ (Reinhardt) sowie „die personelle Ausstattung für Digitalisierung“ (Scheller) sollen sich nicht ausschließen, sondern sinnvoll ergänzen, um Kürnach in die Zukunft zu führen.

Nach der letzten Gesprächsrunde erfolgten Abschlussstatements der Kandidierenden. In ihrem Abschlussstatement sagte Kathrin Reinhardt unter anderem, dass sie die anstehenden Herausforderungen „mutig angehen möchte" und die dafür notwendigen Kompetenzen alsBürgermeisterin mitbringe, „die zuhört und handelt.“ StefanScheller gab in seinem Abschlussstatement an, wofür er steht: „Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, echte Leidenschaft für das Amt und immer den Blick auf das Machbare, um Ideen für unsere Gemeinde überzeugend einzubringen.“

René Wohlfarts Schlussappell lautete: „Wenn ihr weiter wollt, dass Kürnach sozial, gerecht und immer nah an Bürgerinnen und Bürgern bleibt – dann lasst uns am 8. März 2026 gemeinsam sechs Jahre weitermachen.“


Beschreibung

Senior*innenbeirat Kürnach tritt für die Interessen von Menschen über 60 in Gesellschaft und Politik ein. Er hat das Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe der älteren Kürnacher Bürgerinnen und Bürger zu stärken und zu sichern sowie dazu beizutragen, dass Schwierigkeiten, die durch das Alter entstehen, verhütet, überwunden oder gemildert werden. Zu den Aufgaben des Senior*innenbeirats gehört es auch, die kommunalen Behörden und die Öffentlichkeit auf die Anliegen der älteren Generation aufmerksam zu machen und an Lösungen und Verbesserungen aktiv mitzuarbeiten.