Vor Beginn der konstituierenden Sitzung des Walder Gemeinderats hatten Verwaltung und Bürgermeisterin noch alle Hände voll zu tun, es galt, Stühle für die vielen Zuhörer zu organisieren. Als alle dann Platz gefunden hatten, begrüßte Bürgermeisterin Barbara Haimerl alle Gemeinderatskollegen und freute sich über das große Interesse der Bevölkerung.
Sie dankte nochmals dem Gremium 2020-2026 für die konstruktive Mitarbeit und hieß die neu gewählten Gemeinderatsmitglieder willkommen. Sie betonte, dass sie sich auch weiterhin mit aller Energie für die gute Weiterentwicklung ihrer Heimat arbeiten möchte und bat um Unterstützung durch das Gremium und die Bevölkerung. Sie bedankte sich für das erneute Vertrauen der Bevölkerung. Sie wolle die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger, der Betriebe und Vereine hören und in ihre Arbeit mit einfließen lassen. Letztendlich müssen diese Wünsche aber mit den finanziellen Spielräumen unserer Gemeinde abgestimmt werden. Die Gemeinde Wald weiterhin in eine gute Zukunft zu führen, sei ihr ein Herzensanliegen. Dabei möchte sie versuchen, alle mitzunehmen.
Anschließend vereidigte sie sie die neu gewählten Mitglieder des Gremiums Maximilian Frank, Ottmar Handl, Jonas Strasser und Lisa Stuber. Der Gemeinderat beschoss, einen zweiten und einen dritten Bürgermeister zu wählen.
Bürgermeisterin Barbara Haimerl schlug dem Gremium als zweite Bürgermeisterin Karin Hirschberger vor. Sie sei als langjährige dritte Bürgermeisterin und auch aufgrund ihres herausragenden Stimmenergebnisses bei der Kommunalwahl prädestiniert für diese Funktion. Es gab keine weiteren Vorschläge, Karin Hirschberger wurde mit 15:0 Stimmen gewählt.
Für die Wahl des dritten Bürgermeisters schlug Karin Hirschberger den bisherigen Jugendbeauftragten Stefan Auburger vor, der bei der Wahl die drittmeisten Stimmen auf sich vereinen konnte und der die Vereine und Strukturen bereits gut kenne. Norbert Handl schlug für die GGW Ottmar Handl als Kandidat vor. Er kenne als langjähriger ehemaliger Feuerwehrvorstand ebenfalls viele Vereine und sei gut für dieses Amt geeignet. Die geheime Wahl ergab 9:6 Stimmen für Stefan Auburger. Dieser wurde anschließend durch die Bürgermeisterin vereidigt.
Der Gemeinderat erließ einstimmig eine Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts. Darin wurde festgelegt, dass für die Tätigkeit als Gemeinderatsmitglied eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 55 EUR gewährt wird. Für die Teilnahme an einer Rechnungsprüfungsausschusssitzung werden ebenfalls 55 EUR gewährt.
Die Ausschusssitze werden nach Hare-Niemeyer verteilt, die Bestellung der Mitglieder geschieht durch Beschluss, dabei ist der Gemeinderat an die Vorschläge der Gruppierungen gebunden. Ebenfalls wurde eine Entschädigung festgelegt für die Erstattung der nachgewiesenen Kosten für eine notwendige Betreuung im Haushalt lebender Kinder oder pflegebedürftiger Angehöriger, die aufgrund der Teilnahme an den Sitzungen entstehen.
Auch die Geschäftsordnung für den Gemeinderat wurde einstimmig beschlossen. Dabei wurden die Ausschüsse festgelegt. Künftig wird es nur noch den Rechnungsprüfungsausschuss geben. Die Bauanträge werden künftig im Gemeinderat beraten. Für Themen im Kulturbereich werden bei notwendiger Vorbereitung Projektgruppen gebildet. Um das Kräfteverhältnis im Gemeinderat zu spiegeln, wird der Rechnungsprüfungsausschuss sieben Sitze haben.
Ebenfalls wurde die Bewirtschaftungsbefugnis der ersten Bürgermeisterin festgelegt. Als weitere Stellvertreter im Falle der Verhinderung der ersten drei Bürgermeister bestimmte der Gemeinderat Christoph Spreitzer und Alois Weber.
In der Regel sollen die Sitzungen am 1. Donnerstag im Monat stattfinden. Es wird nur noch elektronisch über das Ratsinformationssystem geladen. Festgelegt wurde auch ein Ordnungsgeld gegen Gemeinderäte bei entsprechender Störung der Sitzungen.
In den Rechnungsprüfungsausschuss entsendet die CSU Andreas Heimerl, Günter Doblinger, Jonas Strasser und Karin Hirschberger, Vertreter sind Uwe Heyne, Stefan Auburger, Albert Brunner und Alois Weber. Die GGW entsendet Ottmar Handl, Maximilian Frank und Albert Frank, Vertreter sind Norbert Handl, Christoph Spreitzer und Lisa Stuber.
Vorsitzender ist Albert Frank, Stellvertreter ist Ottmar Handl.
Als nächstes wurden die Mitglieder für die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Wald bestellt. Bürgermeisterin Barbara Haimerl erläuterte kurz den Aufgabenbereich der VG und des VG-Vorsitzenden, dieser ist Chef der Mitarbeiter der Verwaltung. Wald ist mit fünf Mitgliedern in diesem Ausschuss vertreten, Zell mit drei Mitgliedern. Es geht vorrangig darum, die Interessen der Gemeinde in diesem Gremium zu vertreten.
Auch hier wurden die Ausschusssitze nach Hare-Niemeyer vergeben, demnach stehen den beiden Gruppierungen je zwei Sitze neben der Bürgermeisterin als geborenes Mitglied zu. Die CSU entsendet Albert Brunner und Uwe Heyne, Vertreter sind Karin Hirschberger, Alois Weber und Günter Doblinger. Die GGW entsendet Norbert Handl und Albert Frank, Vertreter sind Christoph Spreitzer und Ottmar Handl.
Bei der Bestellung der Jugendbeauftragten gab es eine längere Diskussion darüber, ob die zwei Beauftragten gleichberechtigt sein sollen oder ein Beauftragter und ein Stellvertreter benannt werden sollen. Letztendlich sind beide gleichberechtigt, benannt wurden Jonas Strasser und Maximilian Frank.
Zu Seniorenbeauftragten wurden Alois Weber und Ottmar Handl bestellt. Beauftragte für Inklusion und Familie sind künftig Lisa Stuber und Christoph Spreitzer.
Zum Ende der Sitzung standen bereits einige Entscheidungen über Sachthemen an.
Der Gemeinderat legte fest, dass im Juli die Überwachung des ruhenden Verkehrs starten soll, als wichtige Punkte wurden der Buswendeplatz bei der Schule, der Bereich um die Gemeindehalle und die Hauptstraße, das Haus für Kinder I und der Parkplatz beim Bauhof benannt. Zunächst soll nur eine gelbe Karte verteilt werden. Nach ein bis zwei Wochen wird jedoch gebührenpflichtig verwarnt werden.
Die Gemeinde sieht dies als notwendig an, weil vielfach Feuerwehrzufahrten zugeparkt werden und auch die Buswende zugeparkt wird, die eindeutig nur für Busse zugelassen ist. Damit werden die Schulkinder gefährdet.
Dem Antrag auf Baugenehmigung für die Neuerrichtung eines Mehrfamilienwohnhauses mit 13 Wohneinheiten, eines Fahrrad- und Müllhauses und zugehörigen Stellplätzen an der Dorfstraße wurde erneut das Einvernehmen verweigert. Der Gemeinderat sieht die tatsächliche Erschließungssituation kritisch aufgrund der schmalen Straße und auch der schmalen Zufahrt, auch hinsichtlich der Müllentsorgung.
Dem Antrag auf Baugenehmigung für den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage und Terrassenüberdachung an der Walderbacher Straße wurde das Einvernehmen erteilt.
Dem Antrag auf isolierte Befreiung für die Errichtung einer Anhängergarage und eines Carports auf einem Grundstück in der Bahnhofstraße wurde das Einvernehmen, auch zu den Abweichungen vom Bebauungsplan, erteilt.
Dem Gemeinderat lag ein Antrag auf Tempo 30 in der Girletstraße vor, da dort nach Aussage der Antragstellerin Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h gefahren werden. Der Gemeinderat beschloss, dort zunächst die Geschwindigkeitsmessanlage aufzustellen, um aufgrund der Ergebnisse den Antrag zu beraten.
Haimerl gab anschließend die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen an der Hirschenbühler Straße und vorm Pfarrheim bekannt. An der Hirschenbühler Straße wurden 20.386 Messungen vorgenommen, davon 7 mit 100 km/h, 55 mit 90 km/h, 538 mit 80 km/h, 3481 mit 70 km/h und 8566 mit 60 km/h.
Auf Höhe Pfarrheim waren zu Zeiten des 30 km/h-Limits 61,21 % der gemessenen Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs. Die höchste Geschwindigkeit waren 89 km/h.
Die Bürgermeisterin lud alle zum Gelöbnis am 11. Juni 2026, 14:00 Uhr beim Schulsportplatz an der Sportplatz-Ringstraße ein.
Fotos: Karin Hirschberger
