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Rehkitzrettung Stadtgebiet Linnich e.V. – Saisonvorbereitung 2026
Rehkitzrettung Stadtgebiet Linnich e.V.
03.03.2026, 14:07
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Erfolgreicher Start in die neue Rettungssaison


Der Verein Rehkitzrettung Stadtgebiet Linnich e.V. bereitet sich intensiv auf die bevorstehende Saison 2026 vor. Mit modernster Technik, engagierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie bewährten Einsatzabläufen stellt sich das Team erneut der wichtigen Aufgabe, Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren.

 

Technische Vorbereitung und Schulung

Ein zentraler Bestandteil der Saisonvorbereitung ist die Einsatzbereitschaft der Drohnentechnik. Ausgestattet mit Wärmebildkameras ermöglichen die Drohnen das frühzeitige Auffinden von im hohen Gras liegenden Rehkitzen – insbesondere in den frühen Morgenstunden vor Beginn der Mäharbeiten.

 

Vor Saisonbeginn wurden:

  • Drohnen gewartet und technisch überprüft
  • Akkus getestet und Einsatzzeiten optimiert
  • Funk- und Kommunikationsabläufe abgestimmt
  • Einsatzteams neu eingewiesen und geschult

 

Die Kombination aus moderner Technik und strukturierter Teamarbeit bildet die Grundlage für eine effiziente und tierschutzgerechte Rettung.

 

Organisation und Zusammenarbeit

Die Einsätze erfolgen in enger Kooperation mit Landwirten im Stadtgebiet Linnich. Durch frühzeitige Abstimmung der Mähtermine kann das Team gezielt Flächen absuchen und Rehkitze sichern.

 

Gerettete Tiere werden behutsam mit Gras aufgenommen, um menschlichen Geruch zu vermeiden, und in speziell vorbereiteten Transportboxen am Feldrand gesichert. Nach Abschluss der Mäharbeiten werden sie wieder in ihre gewohnte Umgebung entlassen.

 

Ehrenamtliches Engagement

Die Arbeit des Vereins basiert vollständig auf ehrenamtlichem Engagement. Die Mitglieder investieren zahlreiche Stunden in:

  • Einsatzplanung
  • Technikpflege
  • Frühmorgendliche Suchflüge
  • Dokumentation und Nachbereitung

Dieses Engagement leistet einen wertvollen Beitrag zum aktiven Wildtierschutz in der Region.

 

Ausblick auf 2026

Mit großer Motivation startet die Rehkitzrettung Stadtgebiet Linnich e.V. in die Saison 2026. Ziel bleibt es, möglichst viele Rehkitze vor Verletzung oder Tod durch landwirtschaftliche Maschinen zu schützen und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit Landwirten weiter auszubauen.

 

Gemeinsam für den Schutz unserer heimischen Wildtiere –

Saison 2026 kann beginnen.


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Beschreibung

Über das Projekt „Rehkitzrettung Stadtgebiet Linnich e.V.“ Unser Ziel ist in erster Linie das Retten von Leben! Wir unterstützen ehrenamtlich die Landwirte und Jäger in Linnich und Umgebung bei der Rehkitz-Suche und -Rettung während der Mahd. Durch Nutzung der fliegenden Wärmebild-Kamera soll eine möglichst zuverlässige Ortung und sichere Bergung der hilflosen Rehkitze erreicht werden. Zahlreiche Projekte in Deutschland beweisen, dass diese Vorgehensweise sehr erfolgreich ist und viele Todesfälle vermeiden kann. Wie funktioniert die Rehkitz-Rettung aus der Luft? Das Rettungsteam trifft sich möglichst unmittelbar vor der Mahd auf dem betroffenen Feld. Der Kopter-Pilot fliegt in einer zuvor automatisch berechneten Flugroute das Feld lückenlos ab. Eine weitere Person hilft bei der Betrachtung und Interpretation des Live-Bild der Wärmebild-Kamera auf einem Bildschirm und meldet verdächtige Stellen. Per Funk werden die Retter an diese Stellen navigiert und prüfen ob es sich wirklich um ein Rehkitz handelt, nehmen dieses auf ohne es mit menschlichem Geruch in Kontakt kommen zu lassen und setzen es am Feldrand an einer sicheren Stelle wieder aus. Hier wird es später von der Mutter wiedergefunden und weiter versorgt. Worum geht es bei der Rehkitz-Rettung? In den Monaten Mai und Juni ist die Hauptsetzzeit beim Rehwild. Das heißt, in dieser Zeit werden besonders viele Rehkitze geboren. Die Geburt der Rehkitze erfolgt meist im hohen, „sicheren“ Gras. Die ersten Lebenswochen verbringt das Rehkitz oft alleine in seinem Versteck. Die Mutter sucht das Kitz nur zum Säugen auf. Durch die zeitliche Überschneidung der Hauptsetzzeit mit der Heu-Ernte (Mahd) in der Landwirtschaft geraten die Jungtiere regelmäßig in große Gefahr. Landwirte und Jagdpächter stehen in dieser Zeit immer wieder vor der Mammut-Aufgabe „Rehkitz-Rettung“, das heißt sie versuchen die wehrlosen Tiere vor dem grausamen Mäh-Tod zu bewahren. Eine kaum zu bewältigende Aufgabe, da die Rehkitze nur durch manuelles Absuchen der Felder mit Menschenketten gefunden werden können. Auch die Suche mit Hunden scheidet aus, da die Rehkitze nach Geburt vollkommen geruchlos sind und somit nicht gewittert werden können. Warum sind Rehkitze besonders gefährdet? Obwohl die Rehkitze bereits kurz nach Geburt laufen können, haben sie in der ersten Lebenswoche keinen Fluchtinstinkt. Das heißt, bei drohender Gefahr duckt sich das Rehkitz so tief wie möglich auf den Boden. Man spricht hier vom „Drückinstinkt“. Für die natürliche Feinde sind sie so nahezu unsichtbar. Für die Landwirte auf ihren Mähmaschinen allerdings auch. Sie geraten in die großen Mähwerke und werden grauenvoll getötet oder zumindest schwer verstümmelt. Was passiert mit den Rehkitzen nach der Rettung? Wenn ein Rehkitz bei einer Rettungsaktion geortet wurde nimmt es der Jäger oder geschulte Helfer auf und setzt es außerhalb des Mäh-Bereichs oder am Waldrand wieder aus. Dabei darf das Kitz keinesfalls mit der bloßen Hand berührt werden, da es sonst die Ricke aufgrund des Menschen-Geruchs nicht mehr annehmen würde. Wenn auf dem Feld wieder Ruhe eingekehrt ist kehrt die Ricke zu ihrem Jungen zurück und versorgt es weiter.