Backen umfasste früher viele Bereiche – vom Brot über Kuchen bis hin zu Schmalzgebäck. Grundlage war stets ein Teig aus Mehl und weiteren Zutaten, der im Ofen oder in heißem Schmalz zubereitet wurde.
Das Brotbacken lag meist in den Händen der Frauen. In der Oberpfalz wurde vor allem dunkles Roggenbrot gebacken, oft mit Gerste oder Hafer gemischt. Grundlage war Sauerteig, der vom letzten Backen aufbewahrt wurde. Am Vorabend begann die Vorbereitung („Dampfl“), am nächsten Tag wurde der Teig mit Wasser, Salz und Gewürzen verarbeitet, geknetet und mehrfach zum Gehen gelassen. Danach formte man Laibe und legte sie in bemehlte Brotkörbe.
Der Backofen wurde mit Holz stark erhitzt, anschließend von Asche gereinigt und die Hitze geprüft. Die Brote wurden eingeschossen, mit Wasser bestrichen und mehrere Stunden gebacken. Ob sie fertig waren, erkannte man am hohlen Klang beim Klopfen. Zur Lagerung dienten spezielle Gestelle („Brotrem“), da nur alle paar Wochen gebacken wurde. Brot hatte eine hohe Bedeutung im Alltag und im Brauchtum: Es galt als „Gabe Gottes“, wurde gesegnet und spielte bei Hochzeiten oder Hausbau eine wichtige Rolle.
Neben Brot gehörte auch das Backen von Kuchen und Gebäck zum Alltag, allerdings eher zu besonderen Anlässen. Während einfache Haushalte Keramikformen nutzten, besaßen wohlhabendere Kupfer- oder Messingformen. Besonders verbreitet war die Gugelhupfform. Ab dem 19. Jahrhundert setzten sich Metallformen zunehmend durch.
Eine wichtige Rolle spielte zudem das Schmalzgebackene. Küchl, Krapfen oder Apfelküchl wurden in heißem Fett ausgebacken und dienten sowohl als Alltags- als auch Festessen. Spezielle Formen wie das Roseneisen ermöglichten kunstvolle Varianten. Besonders bei Festen wie Kirchweih oder Fasching waren diese Speisen unverzichtbar und lieferten zugleich nahrhafte Energie für arbeitsreiche Zeiten.
