„Kapitel VIII: … worin die vollkommene Freude liegt.“
An einem bitter kalten Wintertag sind Franziskus und Bruder Leo unterwegs. Da provoziert Franziskus Bruder Leo mit dem Gedanken, worin wir „n i c h t“ zur vollkommenen Freude gelangen:
„…Wenn wir am Ziel ankommen und die anderen Brüder uns lobend empfangen…“
„…Wenn wir alle Kranken heilen, Blinde sehend machen, Tote auferwecken…“
„…Wenn wir alle Sprachen sprechen könnten und alles Wissen hätten…“,
dann wäre das n i c h t die vollkommene Freude.
Leo fragt höchst erstaunt: „Vater, ich bitte dich um Gottes Willen, dass du mir sagen mögest, worin die vollkommene Freude liegt?“
Franziskus antwortet: “… Wenn wir durchnässt vom Regen, gequält vom Hunger ankommen und der Pförtner öffnet uns nicht und lässt uns im Schnee und Regen stehen …“
... dann liegt hierin die vollkommene Freude!
Für Franziskus ist vollkommene Freude, eine Art innere Heiterkeit, die von äußeren Umständen völlig unabhängig ist. Die größte Gefahr dazu ist das eigene Ego, welches Bestätigung, Dankbarkeit und Anerkennung will.
Impulse:
- Hand aufs Herz – Was erwarte ich, wenn ich etwas geschafft habe?
- Hand aufs Herz – Wie steht es um mein Ego?
- Hand aufs Herz – Augen schließen, spüren und beten:
Guter Gott, in meinem Innersten ist Raum für Deine grenzenlose Liebe.
Welche Freude!
Die Kornblume blüht, auch bei Trockenheit, für Unabhängigkeit und Treue.
