Zwei Bürgerversammlungen in Heroldsbach/Thurn und Oesdorf haben einen facettenreichen Blick auf das Jahr 2025 geworfen. Die Gemeinde präsentierte eine stabile Finanzlage, sichtbare Fortschritte in zentralen Zukunftsbereichen und eine Fülle an Projekten, die das Ortsbild und das Miteinander spürbar prägen.
Mit aktuell 5.380 Einwohnern hält Heroldsbach den Bevölkerungsstand, gleichzeitig bleibt der Haushalt solide. Trotz hoher Investitionen in Straßen, Gebäude und Energieprojekte verfügt die Gemeinde über Rücklagen von mehr als zwei Millionen Euro – und senkt ihre Pro-Kopf-Verschuldung bis Jahresende auf bemerkenswert niedrige 111 Euro. Bürgermeister und Verwaltung sahen sich dadurch bestätigt, die ambitionierten Investitionen der vergangenen Jahre verantwortungsvoll fortzusetzen.
Eines der sichtbarsten Projekte ist der Mensa-Anbau an der Grund- und Mittelschule, der seit dem Sommer im Bau ist und in 2026 den schulischen Alltag deutlich verbessern soll. Dass die Gemeinde die Bedürfnisse jüngerer Bürger ernst nimmt, zeigte sich auch an einer Jugendbefragung: Jugendliche wünschten sich vor allem neue Treffpunkte und Freizeitangebote – mehrere davon, etwa eine überdachte Sitzgelegenheit oder eine Bocciabahn, welche sich bereits in der Planung befinden. Auch die Seniorenbefragung brachte positive Erkenntnisse: Die ältere Generation fühlt sich wohl im Ort, wünscht sich jedoch mehr Beratungs- und Informationsangebote. Die Gemeinde reagiert unter anderem darauf mit neuen, regelmäßigen Pflegeberatungsterminen ab Anfang 2026.
Im Bereich Infrastruktur zeigte Heroldsbach erneut, wie sehr die Gemeinde auf Modernisierung setzt. Die Siedlerstraße, die in den vergangenen Monaten umfassend saniert wurde, nähert sich ihrer Fertigstellung. Für die Bayernstraße stehen umfangreiche Sanierungen ab kommendem Jahr bevor. Gleichzeitig entwickelt sich die Gemeinde planerisch weiter: Das Baugebiet „Steigäcker II“ ist erschlossen, für das Areal „Bergfeld“ in Oesdorf liegt ein erster Bebauungsplan-Entwurf vor, und der neue Flächennutzungsplan ist seit Juli gültig.
Ein Schwerpunkt lag auch auf Energie und Klimavorsorge. Die kommunale Wärmeplanung, die kurz vor der Veröffentlichung steht, soll Bürgerinnen und Bürger künftig stärker bei der Entscheidung für klimafreundliche Heizsysteme begleiten. Parallel dazu arbeitet Heroldsbach mit einem externen Partner an einem modernen Nahwärmenetz, dessen Vertrieb Ende 2026 starten könnte. Beim Thema Starkregen hat die Gemeinde bereits reagiert: Erste Maßnahmen aus dem neuen Sturzflutrisikokonzept wurden umgesetzt, darunter eine deutliche Vergrößerung eines Wasserabflusses in der Siedlerstraße.
Mit dem Projekt „Grünes Band“ entsteht zudem ein neues Stück Aufenthaltsqualität im Ort – ein Bereich mit Wegen, Sitzmöglichkeiten, Begrünung und Bocciabahn, der das frühere Kupfergelände aufwerten soll.
Auch bei öffentlichen Einrichtungen und der Digitalisierung bewegt sich viel. Die Hirtenbachhalle erhält eine umfassende Brandschutzsanierung, das Feuerwehrgerätehaus wird erweitert, und im Rathaus ermöglicht seit Kurzem ein digitales Passfoto-System eine schnellere Abwicklung von Ausweisdokumenten. Der virtuelle Mitarbeiter „Herold“, ein Chat-basierter Auskunftsservice, steht den Bürgerinnen und Bürgern inzwischen rund um die Uhr zur Verfügung.
Zu den langfristig bedeutenden Projekten zählt die neue Bürgerstiftung Heroldsbach, die mit einem Startkapital von 22.000 Euro ausgestattet wurde und künftig gemeinnützige Zwecke im Gemeindegebiet fördern soll.
Zum Abschluss der Versammlungen blickte der Erste Bürgermeister Benedikt Graf von Bentzel auf die gesamte Legislaturperiode zurück – und konnte beachtliche Zahlen präsentieren: Mehr als 65 Projekte wurden seit 2020 gestartet oder abgeschlossen. Sie reichen von Kindergartenneubauten über den Ausbau der digitalen Infrastruktur bis hin zu Spielplatzmodernisierungen und Energievorhaben. Die Gemeinde betonte, dass diese Entwicklung nur durch das Zusammenspiel vieler Akteure möglich sei – Verwaltung, Gemeinderat, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger.
Heroldsbach zeigt sich damit erneut als Gemeinde, die konsequent an ihrer Zukunft arbeitet – pragmatisch, bürgernah und mit klarer Perspektive.
Die Präsentationen zu den Bürgerversammlungen können über die Heimat-Info-App vollständig aufgerufen bzw. eingesehen werden.
