Zu unserer Veranstaltung fanden sich am Mittwoch, 19. November 2025, ca. 50 interessierte Gäste im Grainersaal ein.
Zu Beginn blickte Dr. Wolf-Dieter Hergeth in seinem sehr interessanten Referat auf die Geschichte der Julbacher Burg zurück. Bereits 1078 wurde ein Raffolt de Jugilbahe urkundlich erwähnt, auf den die Gründung der Burg zurückgehen dürfte. Nach einer wechselvollen Geschichte der Burg und der dort ansässigen Adelsgeschlechter war Alban von Closen ihr letzter Besitzer. Im Zuge des Landshuter Erbfolgekriegs wurde die Burg 1504 von pfälzischen Truppen unter Rupprecht von der Pfalz eingenommen und niedergebrannt.
Im Anschluss stellte Dr. Hergeth die umfangreichen Aktivitäten während der letzten Jahrzehnte des Vereins „Burgfreunde Julbach“ vor. Der Verein führte mit amtlicher Genehmigung Grabungen und Vermessungen durch, erstellte 3D-Modelle vom Brunnen, dem Erdstall und dem Burgberg, sanierte den Burggraben und rekonstruierte die Burg virtuell, sodass ihr Aussehen im 12. und 15. Jahrhundert sowie auch der Brunnen detailgetreu nacherlebbar sind. Besonders stolz ist man in Julbach auf die heutigen Attraktionen am historischen Ort: Zeughaus, Brunnen, Mauerreste, Rastplatz, Erdstall und Panoramatafel laden Besucher zum Entdecken und Verweilen ein.
Nach einer kurzen Pause setzte Josef Wolferseder das Programm fort: Er erläuterte die geschichtlichen Hintergründe zum 500-jährigen Martinimarktjubiläum des Jahres 1981 in Tann und spannte den Bogen zur Landshuter Hochzeit von 1475. Damals heiratete Georg der Reiche die polnische Königstochter Hedwig und verlieh Tann 1481 das Recht zur Abhaltung von Märkten – bis heute eine traditionsreiche Grundlage für die Märkte unseres schönen Ortes.
Im weiteren Verlauf des Abends wurden zwei Filme aus dem Jahr 1981 des mittlerweile verstorbenen Simbacher Filmemachers Franz Müller präsentiert. Diese Aufnahmen ließen die lebendige Atmosphäre des historischen Martinimarkttreibens in Tann anlässlich der 500-Jahr-Feier sowie die im selben Jahr begangene Erinnerungsfeier zur Landshuter Hochzeit mit eindrucksvollen Bildern noch einmal auf der Leinwand aufleben.
Den Abschluss bildeten eine Vorschau auf künftige Veranstaltungen der Heimatfreunde im Jahr 2026 sowie die kostenlose Verteilung des „Tanner-Extra-Blatt“ von 1981, das damals aus der Warte des Jahres 1481 verfasst wurde. Musikalisch wurde der Abend von Helmut Wagner an der Zither und Ernst Schmölzl an der Gitarre umrahmt, die für ihre Darbietungen vom Publikum reichlich Beifall erhielten.
