In Weisendorf bietet die AWO wohnungslosen Menschen ein vorübergehendes Zuhause und persönliche Begleitung. Das Angebot wird solidarisch von sechs Gemeinden getragen: Heßdorf, Weisendorf, Großenseebach, Hemhofen, Röttenbach und Wachenroth. Sie finanzieren gemeinsam die Unterkunft und können Menschen aus ihrer Gemeinde zuweisen. Für Weisendorf unterstützt Bürgermeister Herr Wendel das Projekt und hat gemeinsam mit den weiteren Bürgermeistern Mut bewiesen, neue Wege zu gehen.
Die Bewohnerinnen und Bewohner haben ein eigenes, vollständig ausgestattetes Zimmer und teilen sich Küche, Wohnzimmer und Garten. Gemeinsame Aufgaben und soziale Unterstützung geben Struktur und helfen, wieder Halt zu finden. Denn Wohnungslosigkeit kann viele Ursachen haben – etwa Eigenbedarfskündigungen, veränderte Lebenssituationen oder fehlenden bezahlbaren Wohnraum. Um langfristig wieder auf eigenen Füßen zu stehen, hilft Projektleiterin Swenja Ott-Habermann, welche seit dem 1. Mai für das Wohnungsprojekt verantwortlich.
Wie wichtig das Angebot ist, zeigte sich im Juni: Eine junge Mutter mit Kind kam nach dem Verlust ihrer Wohnung zunächst im AWO-Haus in Weisendorf unter. Seit dem 1. August lebt sie wieder in einer eigenen Wohnung. Das Haus bot ihr also einen geschützten Übergang in ein selbstständiges Leben.
AWO-Geschäftsführer Christian Pech und die beteiligten Bürgermeister haben wesentlich dazu beigetragen, dass das Projekt umgesetzt werden konnte. Ott-Habermann: „Man sagt ja immer: Deutschland ist überbürokratisiert und man erreicht nichts. Aber wenn man den Mut hat, um Hürden herumzugehen, dann kann man auch unglaublich viel bewirken.“
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