Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
unsere Dörfer leben von Dorfgemeinschaften und Vereinen, die unser Zusammenleben bunt, herzlich und lebenswert machen.
Früher war das Miteinander selbstverständlich: Man baute gemeinsam an Kirchen, legte Wege an, feierte Erntedank und Kirchweih, half beim Heuen und beim Hausbau. Diese gemeinsamen Aufgaben schufen Bande, Vertrauen und ein Wir-Gefühl, das Generationen getragen hat.
Heute beobachte ich mit Sorge, wie Nachbarschaftsstreit, Missgunst und schnelle juristische Schritte zunehmen. Viel zu oft landen Anliegen gleich als Anzeige bei der Gemeinde, dem Ordnungsamt oder in den Händen von Rechtsanwälten. Dabei verlieren wir nicht nur Zeit und Geld — wir verlieren den sozialen Klebstoff, der unser Dorf zusammenhält. Konflikte werden eskaliert, anstatt in offenen Gesprächen oder bei einer Tasse Kaffee, einem Bier oder Glas Wein am Küchentisch gelöst zu werden. Das Vereinsleben leidet!
Erinnern wir uns an das, was uns stark gemacht hat: das gemeinsame Organisieren von Festen, das ehrenamtliche Engagement in Vereinen, das helfende Einschreiten bei Not und Alltag. Diese Traditionen sind kein nostalgischer Luxus, sondern praktische Werkzeuge für ein gutes Zusammenleben.
Wenn wieder mehr Menschen aufeinander zugehen, zuhören und Kompromisse suchen, entsteht Platz für Verständnis und Nachsicht.
Ich rufe Sie deshalb auf: Pflegen Sie Nachbarschaft, sprechen Sie Konflikte an, bevor sie zu Streit werden. Beteiligen Sie sich an Vereinsleben und Dorfterminen, bringen Sie Ihre Fähigkeiten ein und zeigen Sie Wertschätzung. Lassen wir wieder zu, dass Fehler verziehen und Gespräche Brücken bauen.
„Gemeinschaft ist nicht das Ergebnis gleicher Meinung, sondern die Kunst, miteinander zu leben trotz aller Unterschiede.“
Ihr Bürgermeister
Peter Sendner
