Ein Abend, der unter die Haut ging: Unter dem programmatischen Motto „Bläser. Saiten. Stimmen.“ verwandelte sich die vollbesetzte Erbendorfer Stadthalle Zentrum regionaler Musikkultur. Das Gemeinschaftskonzert bildete den glanzvollen Rahmen für eine ganz besondere Auszeichnung: Erbendorf ist „Landmusikort 2025“.
Wenn der Zitherclub auf den Spielmannszug trifft und Chorgesang mit orchestralen Filmmusiken verschmilzt, dann ist das weit mehr als nur ein Konzert. Die Auszeichnung durch den Deutschen Musikrat würdigt seit fünf Jahren innovative Kulturarbeit im ländlichen Raum. Dass Erbendorf diesen Titel zu Recht trägt, bewiesen die Ensembles eindrucksvoll. „Nicht nur für mich, für uns alle geht heute ein Traum in Erfüllung“, betonte der amtierende Bürgermeister Johannes Reger. Er dankte den vielen Händen im Hintergrund.
Schon der erste Teil des Abends, moderiert von Hans-Peter Voith, bot eine enorme Bandbreite. Der evangelische Posaunenchor setzte mit barocker Instrumentalmusik den feierlichen Auftakt, bevor der Projektchor (Kirchenchor, Steinwaldchor sowie Gesang- und Musikverein) mit „Wir feiern ein Fest der Freude“ den Saal stimmlich ausfüllte.
Besondere Akzente setzte der Zitherclub Erbendorf. Mit der bekannten Zither-Ballade „Der dritte Mann“ und dem bayerischen Kult-Thema „Irgendwie und sowieso“ sorgten die Musiker für nostalgische Gänsehautmomente. Die Stadtkapelle rundete die erste Hälfte mit zünftigen Klängen wie der Polka „Im Steinwald“ ab. Komponiert wurde dieses Stück von Dr. Markus Ringer aus Boxdorf, der selbst über viele Jahre in der Stadtkapelle Posaune und Bariton spielte.
Nach der Pause zog das Tempo spürbar an. Während die Spielleute Nordoberpfalz mit dem „Coburger Josias Marsch“ und später mit „Bella Ciao“ für Dynamik sorgten, verwandelte das Orchester des Vereins Abenteuer Kultur die Stadthalle in einen Kinosaal. Mit den monumentalen Klängen aus „Pirates of the Caribbean“, dem herzergreifenden „My Heart Will Go On“ und dem majestätischen Thema aus „Jurassic Park“ bewiesen die Musiker orchestrale Klasse.
Der Abend war nicht nur eine Feier der Musik, sondern auch ein Abschied. Bürgermeister Johannes Reger, der in den Ruhestand geht, durfte beim großen Finale selbst den Taktstock führen. Unter seinem Dirigat vereinten sich alle Mitwirkenden und das Publikum zur Bayernhymne, dem Deutschlandlied und der Europahymne.
„Die Zeit hier hat mir Spaß gemacht, es war mir eine große Ehre“, verabschiedete sich Reger sichtlich gerührt. Mit diesem Konzert hat Erbendorf bewiesen, dass Kultur hier nicht nur verwaltet, sondern mit Herzblut gelebt wird.
Beim Konzert wirkten musikalisch mit: Der Zitherclub Erbendorf unter der Leitung von Veronika Hille, Stadtkapelle unter der Leitung von German Martetschläger, die „Spielleute Nordoberpfalz“, mit Musikern aus den Spielmannzügen Erbendorf, Pressath und Grafenwöhr, unter der Leitung von Julia Busch. Weiter dabei waren der evangelische Posaunenchor Erbendorf unter der Leitung von Jochen Neumann sowie der Projektchor unter der Leitung von Elisabeth Liedl, mit Sängern aus dem Gesang- und Musikverein Erbendorf, dem katholischen Kirchenchor Erbendorf sowie dem Steinwaldchor. Nicht zuletzt musizierte das Orchester des Vereins Abenteuer Kultur e.V. unter der Leitung von Markus Werner. Im Schlepptau hatten sie auch Kinder in der musikalischen Früherziehung, die unter anderem einige Stücke mit begleiteten.
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