Die anhaltende Hitzewelle macht sich auch in Witzenhausen immer deutlicher bemerkbar. Unsere Bäche führen kaum noch Wasser, an vielen Stellen sind sie bereits vollständig ausgetrocknet. Auch die Werra hat inzwischen einen außergewöhnlich niedrigen Wasserstand.
Ich hatte bereits darüber informiert, dass wir uns bei der Trinkwasserversorgung aktuell in Warnstufe Gelb befinden. Insgesamt gibt es drei Stufen: Grün, Gelb und Rot. Gelb bedeutet bereits, dass wir besonders sorgsam mit unserem Trinkwasser umgehen müssen.
Zur Erklärung: Unsere Trinkwasserversorgung basiert auf Quellen und Tiefbrunnen. Beide Systeme arbeiten derzeit auf Hochtouren, führen aber deutlich weniger Wasser als außerhalb der Hitzeperioden. Merklich fehlt ein ausgedehnter Winter mit langer Schneeschmelze zur nachhaltigen Aufladung unserer Reservoirs. Das geförderte Wasser wird in Hochbehälter geleitet. Diese dienen als wichtige Pufferspeicher für die gesamte Trinkwasserversorgung.
Diese Reserven sind nicht nur für den normalen täglichen Verbrauch wichtig. Sie spielen auch im Katastrophen- und Brandschutz eine entscheidende Rolle. Witzenhausen und seine Ortsteile haben eine große räumliche Ausdehnung. Wenn irgendwo ein größerer Brand entsteht, müssen die Feuerwehren kurzfristig auf ausreichend Löschwasser zurückgreifen können.
Der heutige Tag hat uns leider sehr deutlich vor Augen geführt, wie wichtig diese Reserven sind. Auch Witzenhausen war heute von zwei Flächenbränden betroffen, die unsere Feuerwehren beschäftigt haben. Noch dramatischer war die Situation in unserer Nachbarkommune Hann. Münden mit dem großflächigen Schadensereignis entlang der A7 und dem Großbrand in der vergangenen Nacht.
Größerer Schaden konnte heute nur durch unsere extrem gut aufgestellte und vorbereitete Feuerwehr und den sofortigen Einsatz der Landwirte abgewendet werden.
Unvorstellbar wäre es, wenn wir in einer solchen Situation nicht mehr über ausreichende Wasserreserven verfügen würden.
Ich habe mich deshalb heute noch einmal bei unseren Stadtwerken über die aktuelle Situation informiert. Die Rückmeldung ist eindeutig: Unsere Anlagen fördern weiterhin am Limit. Die angespannte Lage ist insbesondere der anhaltenden Trockenheit und den hohen Temperaturen geschuldet. Eine spürbare Entspannung ist in den kommenden Tagen derzeit leider nicht absehbar.
Deshalb meine eindringliche Bitte an alle Bürgerinnen und Bürger:
Bitte verwenden Sie unser Trinkwasser derzeit wirklich nur für notwendige Zwecke!
Es geht nicht darum, auf den normalen Wasserverbrauch im Haushalt zu verzichten. Aber gerade Dinge wie das Bewässern von Rasenflächen, das Befüllen von Pools, privates Autowaschen oder andere nicht zwingend notwendige Verwendungen sollten wir derzeit möglichst vermeiden.
Eine häufig gestellte Frage möchte ich dabei ausdrücklich beantworten: Gesammeltes Regenwasser darf selbstverständlich weiterhin genutzt werden. Es befindet sich außerhalb unseres Trinkwasserkreislaufs und kann beispielsweise zur Bewässerung von Pflanzen verwendet werden.
Wie ernst die Situation werden kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Petersberg. Meine Bürgermeisterkollegin Claudia Brandes musste dort heute bereits Warnstufe Rot ausrufen. Was Verbote und Ahndungen mit sich bringt und bis zu Begrenzungen der Versorgung führen kann.
Ich möchte nicht, dass wir in Witzenhausen an diesen Punkt kommen.
Deshalb gilt meine Bitte an uns alle:
Gehen wir gemeinsam sorgsam mit unserem Trinkwasser um. Jeder eingesparte Liter hilft dabei, unsere Versorgung und unsere wichtigen Reserven zu sichern.
Vielen Dank für eure Unterstützung und euer Verständnis.
