Dass in Vilseck in der närrischen Zeit allerhand geboten ist, stellte der Heimat- und Kulturverein (HKV) mit einer Prunksitzung unter Beweis. Kein Wunder, dass die Mehrzweckhalle bei dieser Veranstaltung bis auf den letzten Platz besetzt war und dass die Narrenschar ihre Begeisterung mit viel Applaus zum Ausdruck brachte.
Zwar ohne Prinzenpaar, jedoch mit Elferrat, Prinzen- und Jugendgarde war den närrischen Hoheiten Genüge getan. Ansager Thorsten Grädler als Faschingsprinz in spe, unterstützt von Conférencier Conchita Wurst, alias Dominik Gruber, führten durch den kurzweiligen Abend. Mit dem Einzug der HKV-Hofdamen in ihren prächtigen Kleidern und der Aufführung ihres Schreittanzes kam sofort festliche Stimmung im Saal auf.
Wer wird Bürgermeister?
„Spieglein, Spieglein in der Hand, wer wird wohl Bürgermeister im Vilsecker Land?“ So fragte HKV Vorsitzende Barbara Schneider als Schneewittchen und deutete auf die schönsten Männer im Wahlkampf hin, deren Konterfeis auf der Bühne gezeigt wurden. Sie wies auch gleich den neuen Rathauschef und seine First Lady auf die künftigen Aufgaben hin. Außerdem könne sie sich gut vorstellen, in ein paar Jahren mal eine Bürgermeisterin in der Großgemeinde zu haben.
Mit ihrem Pizza-Sketch ernteten Julia Möbus und Michael Wiesmeth viel Beifall. Dies taten auch Agnes Rauscher und Gerhard Schneider, die als Bauer und Tochter die Lacher auf ihrer Seite hatten. Nach einem zackigen Tanz der Jugendgarde legte die Prinzengarde des FV Vilseck unter dem Motto „Brazil“ einen Showtanz der Extraklasse aufs Parkett.
Selbst der Vogelturm-Ratsch durfte, wie jedes Jahr im Programm, nicht fehlen. Heuer deckten Melanie Kussinger und Tobias Meidinger nicht nur die Dschungel-Probleme in den Vilsauen auf, sondern bemängelten auch den Kreisverkehr bei Axtheid-Berg. Sie nahmen außerdem das neue Burgschauspiel über den Vilsecker Tee-Baron Eilles aufs Korn. Dagegen entpuppte sich der gespielte Arzttermin von Claudia Lindl und Agnes Rauscher im wahrsten Sinne des Wortes als Pipifax.
Die "Kuni aus Sorghof"
Als schließlich Ilona Weiß als „Kuni aus Sorghof“ vom Leder zog, blieb kein Auge trocken. Sie verstand es, mit einer Fülle von Tatsachen und Pointen aus dem wahren Leben voll zu punkten. Sie stellte ebenso fest, dass bei den heutigen Lebensmittelpreisen ihr Übergewicht als Kapitalanlage gelte, und dass ihr der neu gekaufte Hula-Hoop-Reifen auf Anhieb wie angegossen gepasst habe. Dagegen war die Gemeinderatssitzung der Lolamannen von wesentlich ernsterem Inhalt, aber dennoch nicht weniger lustig und hintersinnig.
Die einstige, immer noch aktive HKV-Garde zeigte danach einen italienischen Tanz. Vor fast 30 Jahren hatte eine weitere Tanzgruppe, die inzwischen als ehemalige Garde bezeichnet wird, ihren ersten Auftritt. Sie ist heute noch bei jeder Prunksitzung dabei und glänzte diesmal mit einem nostalgischen Showtanz.
Lola Montez ist da
Im letzten Sketch bezeichneten Christoph Hann als Lola Montez, Dominik Gruber als Conchita Wurst und Michael Wiesmeth als Häuptling die Eschenwecker-Bratwurst als fleischiges Firmament am Metzgerhimmel. Da konnten nur die Dagesteiner Musikanten ihren Senf dazugeben. Mit flotter Marschmusik zogen sie zum Finale auf die Bühne und luden die Besucher mit schmissigen Melodien zum Mitsingen und Schunkeln ein. Abschließend sei erwähnt, dass der Förderverein der Grund- und Mittelschule Vilseck die Bewirtung zur Zufriedenheit aller an diesem Abend übernommen hatte.
Autorin: Rosi Hasenstab
