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Große Eisrettungsübung mit den Feuerwehren in Weißenbrunn
BRK Wasserwacht Weißenbrunn
09.02.2026, 23:34
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Am 03. Februar fand im Naturbad Weißenbrunn eine gemeinsame Eisrettungsübung der Wasserwacht und der Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land statt. Ziel der Ausbildung war es, unter realitätsnahen Bedingungen das Vorgehen bei Eisrettungseinsätzen zu trainieren und die organisationsübergreifende Zusammenarbeit weiter zu stärken.

Ausgangspunkt der Übung war eine zuvor durchgeführte gemeinsame Ausbildung der Wasserwacht mit der Feuerwehr Weißenbrunn. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse führten dazu, dass dieser Übungstyp seitens der Feuerwehr Weißenbrunn der Kreisbrandinspektion als weiterführendes Ausbildungsthema vorgeschlagen wurde. In der Folge wurde die Kreiswasserwacht Nürnberger Land angefragt, eine entsprechende landkreisweite Ausbildung fachlich zu begleiten und organisatorisch umzusetzen.

Die Planung, Ausarbeitung und Durchführung der Eisrettungsübung erfolgte daraufhin durch Leon Hertwich, stellvertretender Technischer Leiter der Kreiswasserwacht Nürnberger Land, in enger Abstimmung mit Kreisbrandmeister Sven Burger, zuständig für die Ausbildung der Feuerwehren im Dienstbezirk 3. Gemeinsam wurde ein Ausbildungskonzept entwickelt, das sowohl feuerwehrseitige Einsatzmittel als auch die speziellen Kompetenzen und Gerätschaften der Wasserwacht berücksichtigte.

Eisrettungen stellen für alle beteiligten Hilfsorganisationen eine seltene, aber besonders anspruchsvolle Einsatzlage dar. Gerade in den Wintermonaten kann es bei tragfähigem Eis zu lebensbedrohlichen Situationen kommen, die ein koordiniertes Vorgehen von Feuerwehr und der Wasserwacht erfordern. Vor diesem Hintergrund bot die diesjährige Frostperiode nach mehreren eher milden Wintern eine seltene Gelegenheit, diese Szenarien praxisnah zu trainieren.

Um das erworbene Wissen möglichst breit in den Feuerwehren weiterzugeben, wurde die Ausbildung nach dem bewährten Multiplikatorenprinzip durchgeführt. Die teilnehmenden Feuerwehrangehörigen sollen das Erlernte in ihre Heimatwehren tragen und dort in Ausbildung und Übungsdienst weitervermitteln, um die Einsatzkompetenz im gesamten Landkreis nachhaltig zu stärken.

Als Übungsort wurde das Naturbad Weißenbrunn ausgewählt, das hierfür ideale Bedingungen bot: eine großflächige Eisdecke, sichere Standflächen rund um das Gewässer, gute Sichtverhältnisse sowie Rückzugsmöglichkeiten zum Aufwärmen. Alle acht Ortsgruppen der Wasserwacht im Landkreis beteiligten sich an der Ausbildung, was auch für die Wasserwacht selbst keinen alltäglichen Umfang darstellte.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Thema Eisrettung begann der praktische Teil der Ausbildung. An insgesamt fünf Stationen wurden unterschiedliche Rettungstechniken und Einsatzmittel geschult und geübt. Neben feuerwehrseitig verfügbaren Gerätschaften wie Leitern oder Schleifkorbtragen kamen auch spezialisierte Einsatzmittel der Wasserwacht zum Einsatz, darunter Eisrettungsschlitten, Eisretter und Schubboote. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem abgestimmten Vorgehen zwischen Feuerwehr und Wasserwacht im Einsatzfall.

Die Feuerwehren Weißenbrunn und Leinburg unterstützten die Übung maßgeblich, indem sie die Ausleuchtung des Übungsgeländes sicherstellten. Die Wasserwacht übernahm die Absicherung der Übungsteilnehmer auf und am Eis; für den Notfall standen zusätzlich ausgebildete Rettungstaucher bereit. Insgesamt nahmen über 50 ehrenamtliche Einsatzkräfte von Feuerwehr und Wasserwacht an der Ausbildung teil.

Die nicht alltägliche gemeinsame Übung stieß auch bei der Bevölkerung auf großes Interesse. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Ausbildung, darunter viele interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Kreiswasserwacht, der Kreisbrandinspektion und mehrere Kommandanten der Feuerwehren aus dem Landkreis, die sich vor Ort ein Bild von der professionellen und reibungslosen Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen machen konnten.

Nach rund drei Stunden intensiver Ausbildung waren alle Beteiligten zwar durchgefroren, konnten jedoch wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse für den Ernstfall mitnehmen. Die Eisrettungsübung wurde von allen Seiten als voller Erfolg bewertet. Leon Hertwich und Sven Burger bedankten sich abschließend bei allen Teilnehmern, den Ausbildern der Wasserwacht, sowie bei den unterstützenden Feuerwehren Weißenbrunn und Leinburg für die gelungene Durchführung und die gute Zusammenarbeit.

Abschließend weist die Wasserwacht darauf hin, dass mit steigenden Temperaturen die Tragfähigkeit von Eisflächen rasch abnimmt. Das Betreten zugefrorener Gewässer ist daher dringend zu unterlassen, da keine ausreichende Sicherheit mehr gewährleistet werden kann.


Beschreibung

Die Wasserwacht Weißenbrunn leistet ehrenamtlichen Wachdienst im Naturbad Weißenbrunn, ist bei vielen Veranstaltungen in Weißenbrunn und der Gemeinde zu finden und ist darüberhinaus am Wasserrettungsdienst im Nürnberger Land beteiligt.