Vier Tage lang war Kallmünz wieder ein Stückchen französischer: Vom 14. bis 17. Mai 2026 besuchten 35 Gäste aus der Auvergne die Marktgemeinde – begleitet von offiziellen Vertretern aus St.-Genès-Champanelle und getragen von vielen helfenden Händen vor Ort. Es war eine Begegnung, die bewusst ohne große Bühne auskam und gerade deshalb Wärme, Nähe und echtes Miteinander spürbar machte.
„Zurück zur Normalität“ lautete das Motto, nachdem in den Vorjahren das 40-jährige Partnerschaftsjubiläum an beiden Orten gefeiert worden war. Normalität bedeutete hier jedoch alles andere als Routine: Statt Fanfaren, Festreden und Feuerwerk standen Gespräche unter Freunden, gemeinsames Entdecken und gelebte Gastfreundschaft im Mittelpunkt – das, was diese Partnerschaft seit Jahrzehnten prägt.
Nach der Ankunft der Gäste ging es in den Bürgersaal. Dort wurden die Freundinnen und Freunde aus Frankreich mit Begrüßungsworten, selbstgemachter Brotzeit und viel Herzlichkeit willkommen geheißen. Als Zeichen der Verbundenheit überreichte Bürgermeister Martin Schmid handgetöpferte Becher mit dem Kallmünzer Wappen, ein Brotzeitbrett und bayerische Spezialitäten. Drei Erstteilnehmer aus St.-Genès-Champanelle wurden besonders begrüßt; sie durften „die Perle des Naabtals“ zum ersten Mal entdecken – ein kleines Detail, das viele „Altgediente“ erfreute.
Der Donnerstagnachmittag gehörte dem Programm „Zu Gast bei Freunden – Grundlagen des Engagements in FR und D“. Die Besonderheit war, dass Kallmünzer Privatleute ihre ansonsten unzugänglichen Wohnungen bzw. Betriebsräume als Veranstaltungsort zur Verfügung stellten. Auf diese Weise gab es für die Teilnehmer auch optisch viel Neues und manchmal auch Kurioses zu entdecken. Auf diesen sieben Stationen erhielten die Besucher durch den Vortrag aktueller Texte Einblicke in gesellschaftliche und politische Brennpunkte des jeweils anderen Landes. Hinzu kamen konkrete Informationen über persönliches Engagement und Ehrenamt in Kallmünz.
Am Freitag führte die Reise nach Straubing. Nach dem Empfang durch den Zweiten Bürgermeister Dr. Solleder stand das NAWAREUM auf dem Programm – ein Haus, das anschaulich zeigt, wie Klimaschutz, Energie und Innovation zusammenfinden. Danach ging es in Stadtführungen auf Entdeckungstour, bevor am Abend bei bestem Ausflugswetter der Bogenberg mit seiner Wallfahrtskirche lockte. Der Tag wurde mit einem gemeinsamen Abendessen mit Blick vom Bogenberg über die Donauebene beschlossen.
Der Samstag gehörte bewusst den Gastgeberfamilien und ihren Gästen: Zeit für individuelle Unternehmungen, kleine Ausflüge und die geteilten Momente, aus denen oft die engsten Verbindungen wachsen. Am Abend dann das gesellige Crescendo: Tanzabend im Bürgersaal mit Buffet und fröhlichem Miteinander.
Am Sonntagmorgen hieß es Abschied nehmen: Die Gäste aus St.-Genès-Champanelle traten ihre etwa 13-stündige Heimreise an. Zurück blieb ein Kallmünz, das einmal mehr erfahren hat, wie wertvoll solche Partnerschaften sind. Sie schaffen persönliche Begegnungen, fördern Verständnis und zeigen, was Zusammenhalt in Europa konkret bedeutet. Nicht zu vergessen: die Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds, ohne dessen finanzielle Zusage dieses Treffen nicht möglich gewesen wäre.
Der Partnerschaftsverein bedankt sich bei allen Gastgebern und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern – für Gastfreundschaft, Enthusiasmus und kostbare Zeit. Am Ende waren es nicht die großen Gesten, die diese Tage prägten, sondern die vielen kleinen. So fühlt sich Europa an, wenn es auf menschlicher Ebene ganz nahe rückt.
