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Neuer Leserbrief zum Vorgehen der Landeskirche
Ökumene Sulzbürg
16.08.2026, 10:04
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Die meist sachliche, mitunter auch emotionale Aussprache mit der Kirchenleitung hat vor allem zweierlei verdeutlicht:

Erstens: Der Rückhalt für Pfarrer Alexander Proksch ist riesengroß und unbeugsam. Die Menschen im Landl stehen wie eine Wand hinter ihrem Pfarrer. Sie schätzen seine Persönlichkeit und seine Arbeit. Deshalb wollen sie ihn auch so schnell wie möglich wieder zurück.

Zum anderen haben die Ausführungen von Kirchenjurist Dirk Deneke klar werden lassen, wie man am besten einen Pfarrer aus dem Amt hievt:

Man nehme ein vermeintliches Vergehen und übermittle es an die kirchliche Disziplinarkammer. Diese muss dann aktiv werden und ein Verfahren in die Wege leiten, auf das niemand mehr Einfluss nehmen kann. Ohne dem Beschuldigten die Möglichkeit einer Stellungnahme einzuräumen, kann dieser sofort aus dem Dienst suspendiert werden; was bei Pfarrer Proksch – zu aller Unverständnis – auch rigoros angewandt wurde. Jetzt erst wird dem Beschuldigten der Tatvorwurf eröffnet, zu dem er endlich – unter Wahrung der Schweigepflicht – Stellung beziehen kann.

Und dann beginnt sich das Ganze in die Länge zu ziehen. Ein Zeitspiel, das sich sehr lange gestaltet, vor allem wenn der Beschuldigte den Weg des Einspruchs gehen muss. Denn dann kann sich das Verfahren über mehrere Jahre erstrecken.

Auf diese Weise kann man jeden Mitarbeiter todsicher und rechtlich steril aus dem Weg räumen, ob er nun eine schwerwiegende Tat begangen hat oder nicht. Ob dieses System noch fair ist, darf mehr als bezweifelt werden.

Wer auch immer dieses fragwürdige Prozedere bei Pfarrer Proksch in die Wege geleitet hat: Er muss ein enormes Interesse daran haben, dass der beliebte Landlpfarrer sein Amt verliert. Und er muss mit den Eigenheiten des kirchlichen Disziplinarrechts bestens vertraut sein. Denn kein Laie käme auf die Idee, die Hebel der Denunzierung derart präzise in Gang zu setzen.

Helmut Enzenberger, Sulzbürg


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