Am Freitag, den 01. Mai 2026, wurden wir erneut zu Einsätzen am Zugspitzanstieg im Höllental alarmiert. Passend zum Beginn unseres Sommerdienstturnus ist damit wie von uns schon vermutet die "Einsatzsaison" eröffnet.
Gegen 11.40 Uhr wurden wir von der ILS Oberland zu einem verletzten Bergsteiger oberhalb des sog. Bretts alarmiert. Dieser hatte sich eine Stichwunde mit einem Steigeisen zugezogen. Kurze Zeit später nahm der von unserem Einsatzleiter angeforderte Rettungshubschrauber RK2 aus Reutte einen Luftretter auf und startete ins Einsatzgebiet. Dank genauer Lokalisation unserer Einsatzkräfte konnte die verletzte Person schnell gefunden werden und die Besatzung in der unmittelbaren Nähe im Schwebeflug abgesetzt werden. Die Begleiter des Verletzten waren in der Zwischenzeit schon über hundert Meter weiter aufgestiegen. Nach einer kurzer medizinischen Überprüfung entschied sich der Luftretter für eine Rettung mit Bergedreieck, sodass nach nur 20 Minuten alle wohlauf an unserem Tallandeplatz eintrafen. Hier wurde der Patient auch nochmal kurz von der Notärztin des Hubschraubers durchgecheckt. Im Gespräch kam heraus, dass die Freunde des Verunfallten sich der Schneesituation im Klettersteig und des Zeitaufwandes nicht bewusst waren. Auf Anraten der Einsatzmannschaft rief er seine Begleiter an und gab unsere Bedenken weiter. Entgegen unseres Rates entschieden sie sich dennoch dafür den Aufstieg fortzusetzen. Der Einsatz war damit für uns beendet.
Knapp 2 Stunden später erreichte uns ein weiterer Alarm über drei erschöpfte Bergsteiger am Höllentalferner. Wie befürchtet handelte es sich um die Begleiter des vorher Verunfallten. Bei diesem Einsatz unterstützte uns Christoph Murnau, brachte zwei Einsatzkräfte nach oben und konnte direkt bei den Betroffenen anlanden. Somit war auch dieser Einsatz schnell abgearbeitet.
Kurioserweise sahen sich unsere Einsatzkräfte mit dem Vorwurf konfrontiert, dass nur der Anruf mit der Bitte um Abbruch der Tour die Zweifel ausgelöst und somit den zweiten Einsatz verursacht hätte. Diese doch recht eigenwillige Interpretation sorgte für einige stutzige Augen bei unserer Dienstmannschaft.
Dennoch: Einem Großteil der Geretteten, besonders bei Selbstverschulden, sind die Einsätze peinlich und sie sind im Anschluss dankbar. Daher möchten wir hier nicht pauschal über alle urteilen!
Wie schon in unserem Post am Freitag beschrieben, möchten wir nochmals ausdrücklich auf die noch tief winterlichen Verhältnisse im Hochgebirge hinweisen. Der Klettersteig ist aktuell noch NICHT schneefrei begehbar.




