Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Damen und Herren,
auch das Jahr 2025 ist wieder rasend schnell vergangen. Frieden herrscht immer noch nicht auf der Welt, aber wenigstens der Gaza-Krieg konnte mit der Freilassung der noch lebenden Geiseln durch die Hamas zumindest vorerst beendet werden.
Leider konnte das in der Ukraine noch nicht erreicht werden. Sie muss sich nun schon fast vier Jahre gegen den russischen Angriffskrieg wehren und Tag für Tag Angriffe auf ihre Soldaten, die Infrastruktur und auch die Zivilbevölkerung ertragen. Es bleibt zu hoffen, dass auch dieser Konflikt im neuen Jahr auf dem Verhandlungsweg beendet oder wenigstens eingefroren werden kann.
Aber auch in unserem eigenen Land bleibt es spannend. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar wurde die Ampel abgewählt. Zerbrochen ist sie an ihrem Dauerstreit, der v.a. in der Wirtschaft große Unsicherheit ausgelöst hat. Doch auch die neue schwarz-rote Regierung, die seit Mail im Amt ist, fährt in keinem ruhigen Fahrwasser und streitet mitunter kräftig.
Von den beiden großen Themen Eindämmen der ungebremsten Migration und Wirtschaftskrise wurde das erste wirklich angegangen und die ergriffenen Maßnahmen zeigen auch Wirkung. Das entlastet auch die Kommunen, in denen die Menschen, die zu uns geströmt sind, ja untergebracht werden mussten.
Allerdings befindet sich unser Land nach wie vor auf einer wirtschaftlichen Talfahrt, die Menschen sind weiter verunsichert und das Vertrauen in die Politik ist unter der neuen Regierung nicht größer geworden. Wenn die Wirtschaft nicht anspringt werden die Probleme bleiben. Das wirkt sich auch auf die Kommunale Familie aus. Wir spüren das in unseren Haushalten genauso wie die Unternehmen und die Bürger auf dem Konto.
Die Klimakrise scheint wegen der Vielzahl der anderen Probleme in den Hintergrund zu treten, aber deswegen verschwindet sie nicht. Die Weltgemeinschaft ringt weiter um die nötigen Maßnahmen zur Eindämmung der Erderwärmung. Jeder ist hier weiter gefordert, damit wir unseren Enkeln und Urenkeln einen bewohnbaren Planeten hinterlassen. Das gilt für alle Staaten, egal ob groß oder klein, und genauso für die Gemeinden und auch jeden einzelnen Bürger.
Unsere Gemeinde setzt schon seit über zehn Jahren auf erneuerbare Energien, und das mit großem Erfolg. Viele kommen und schauen sich bei uns ab, wie es geht. Wir beweisen als kleine Gemeinde tagtäglich, dass die Energiewende funktioniert und dass sie eine große Chance für die wirtschaftliche Entwicklung des Ländlichen Raums ist. Jedes Jahr zeigt sich mehr, dass wir mit den NorA-Bürgerwindpark Birkenfels und dem Wärmenetz Flachslanden den richtigen Weg eingeschlagen haben.
Und in diesem Jahr sind wir mit dem Solarpark Flachslanden einen ganz großen Schritt weitergegangen. Unser insgesamt ca. 22 ha großer Solarpark hat eine Leistung von 23,4 MWp und einem voraussichtlichen Jahresertrag von ca. 25.550 MWh und damit ungefähr genauso viel wie der NorA-Bürgerwindpark. Ihn hat kein Investor errichtet, sondern der Markt Flachslanden selbst über sein eigenes Unternehmen Neue Energie Markt Flachslanden UG (hb), selbstverständlich mit der Möglichkeit der Bürgerbeteiligung.
146 Bürgerinnen und Bürger haben sich beteiligt, davon 118 aus Flachslanden. Die Gesamtzahl der Anleger ist sehr beeindruckend, auch im Vergleich zum NorA-Bürgerwindpark mit insgesamt 220 Gesellschaftern. Besonders bemerkenswert ist auch die Verteilung der Investitionssummen: 47 % der Anteilszeichner haben Beträge zwischen 250 € und 5.000 € angelegt, was zeigt, dass das Projekt auch für Kleinanleger oder weniger erfahrene Anleger attraktiv war und gut angenommen worden ist. Und zum Jahresende 2025 gibt es auch die erste Ausschüttung an die Geldgeber.
Aber damit nicht genug. Parallel laufen die Planungen für den zweiten Windpark in unserer Gemeinde auf Hochtouren. Wir selbst und die Naturenergie Zeiliger GmbH arbeiten schon mehrere Jahre an dem Projekt. Er wird im Bereich Ebenhofwald im Grenzbereich zwischen Flachslanden und Rügland entstehen. Die Ausweisung im Regionalplan als Vorrangebiet ist bereits erfolgt. Die größten Hürden liegen im Naturschutz und aufgrund unserer Lage zwischen den Hubschrauberstandorten Katterbach und Illesheim bei den militärischen Belangen.
Von den ursprünglich vier geplanten Anlagen musste eine wegen eines Wespenbussard-Horsts gestrichen werden und eine weitere steht wegen militärischen Radarkorridoren auf der Kippe. Sie wird derzeit in der verfügbaren Fläche neu positioniert. Dies erfordert jedes Mal enorm aufwändige und langwierige Abstimmungsprozesse mit den Trägern öffentlicher Belange, aber v.a. der Bundeswehr.
Mit viel Verhandlungsgeschick und Hartnäckigkeit unseres Planungsbüros und der großen Unterstützung der Regierung von Mittelfranken ist es uns in diesem Jahr auch gelungen, eine Einspeisezusage im Umspannwerk Buch bei Trautskirchen zu erhalten. Wir konnten nach mehrmonatigen Verhandlungen eine sog. FCA-Netzeinspeisevereinbarung (FCA = Flexible Connection Agreement) mit unserem Netzbetreiber aushandeln, die zwar Restriktionen bis zum Jahresende 2029 enthält, aber über die gesamte Laufzeit des Windparks tragbar ist.
Wir bedanken uns in diesem Zusammenhang ganz herzlich für die wertvolle Unterstützung von Frau Regierungspräsidentin Dr. Engelhard-Blum, der Bereichsleiterin Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr, Frau Dr. Leuzinger und des Regionsbeauftragten Dr. Fugmann. Hier ist die Energiewende ganz oben aufgehängt und wird wirklich unterstützt und vorangebracht.
Mittlerweile ist die Planung und der Genehmigungsprozess so weit fortgeschritten, dass wir im ersten Halbjahr 2026 zumindest mit einer Teilgenehmigung rechnen und dann an die Umsetzung gehen können. Selbstverständlich wird es auch hier die Möglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger der beiden Gemeinden Flachslanden und Rügland geben, sich an der Bürgergesellschaft als Gesellschafter oder Darlehensgeber zu beteiligen.
Zur erfolgreichen Energiewende würde auch sehr gut passen, wenn die Erweiterung unseres Wärmenetzes schon wie geplant laufen würde. Nach aktuellem Stand haben wir 111 unterschriebene Verträge vorliegen. Die Eigentümer bekommen ihr Grundstück für einen einmaligen Anschlussbeitrag von 15.000 € brutto (förderfähig über KfW) inkl. aller Arbeiten auf ihrem Grundstück bis zur Wärmeübergabestation an unser kommunales Wärmenetz angeschlossen. Der Wärmepreis ist bei 0,07735 € brutto bei einem gestaffelten Grundpreis von ca. einem Drittel des Verbrauchspreises. Wir garantieren den Wärmepreis bis 31.12.2029. Das sind Konditionen, von denen die Kunden der allermeisten vergleichbaren Wärmenetze nur träumen.
Leider scheiterte der geplante Baubeginn im September 2025 an der nicht erteilten Zustimmung des Fördergebers (BAFA) zum vorzeitigen Baubeginn. Hier schlagen offenbar die Finanzprobleme der Bundesregierung durch. Und so wie uns geht es leider auch anderen Wärmenetzen, so z.B. Oberdachstetten.
Das bedeutet aber keinesfalls, dass das Wärmenetz nicht erweitert wird. Ganz im Gegenteil: DIE ERWEITERUNG DES WÄRMENETZES WIRD KOMMEN! Es dauert nur etwas länger. Wir kennen das schon aus der ersten Planungsphase 2013 bis 2015.
Aber auch in anderer Hinsicht konnten wir im letzten Jahr große Schritte in der Weiterentwicklung unserer Gemeinde gehen. Das Gesamtprojekt Neubau der Kläranlage Flachslanden mit Anschluss von Neustetten und Kettenhöfstetten konnte endlich abgeschlossen und am 18.10.2025 offiziell eingeweiht werden. Die gesamte Bauzeit betrug 3 Jahre. Die Bauarbeiten wurden im Mai 2022 begonnen und konnten im September 2025 abgeschlossen werden.
Die berechneten Kosten von rund 11,5 Millionen Euro konnten eingehalten werden. Durch die im Zeitraum von Dezember 2022 bis Dezember 2024 erhobenen Vorauszahlungen auf die Verbesserungsbeiträge haben die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde bereits 5,8 Millionen geleistet. Nach Abzug der Förderung in Höhe von einer Million Euro bleiben noch ca. 4,7 Millionen, die über die Abwassergebühr innerhalb von 40 Jahren bezahlt werden müssen.
Zum 01.01.2026 wird die Abwasserentsorgung in das neue Kommunalunternehmen Markt Flachslanden ausgelagert. Das machen wir, da ansonsten höhere Verbesserungsbeiträge hätten erhoben werden müssen oder eine Finanzierung über den gemeindlichen Haushalt hätte erfolgen müssen. Das hätte die Verschuldung des Marktes Flachslanden dermaßen hochgetrieben, dass andere Investitionen über viele Jahre hinaus verhindert worden wären. Der Marktgemeinderat hat am 16.12.2025 beschlossen, dass keine weitere Schlussrate zu den schon erfolgten Vorauszahlungen mehr erhoben werden soll, sondern die verbleibenden rund 750.000 € über die Abwassergebühren finanziert werden sollen.
Mit einer sehr gelungenen Feier konnte am 17. Juli das Haus der Pflege St. Sophia der Stiftung Liebenau eingeweiht werden. In Betrieb gegangen war es schon am 5. Mai dieses Jahres. Damit konnten unsere schon seit 2017 andauernden Bemühungen um eine Pflegeeinrichtung in Flachslanden endlich erfolgreich abgeschlossen werden. Ich freue mich sehr, dass dies gelungen ist.
Und nach der Einweihung von St. Sophia ging es Schlag auf Schlag weiter. Vom 17. bis 21. Juli hat der Markt Flachslanden innerhalb von vier Tagen den Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten, des Bundes-Landwirtschaftsministers und des BBV-Präsidenten sowie des stellv. Ministerpräsidenten und Wirtschaftsministers erlebt. Dazu ein absolut gelungenes und hervorragend organisiertes 150-jähriges Jubiläum der FFW Flachslanden und die Einweihung des größten Bürger-Solarparks im Landkreis Ansbach. Herzlichen Dank an unserer Feuerwehr und alle, die zu diesem wunderbaren Festwochenende beigetragen haben.
Mein besonderer Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde und allen, die in den Betrieben in unserer Gemeinde arbeiten. Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses der Pflege St. Sophia der Stiftung Liebenau und der Tagespflege der Caritas sowie der ambulanten Pflegedienste. Und ich bedanke mich herzlich beim tollen Team unserer Arztpraxis Dr. Raster. Das ist eine weitere Erfolgsgeschichte in unserer Gemeinde, auf die alle Beteiligten mit Recht stolz sein können. Viele Gemeinden beneiden uns darum.
Sicher hält auch das neue Jahr die eine oder andere Überraschung bereit, hoffentlich nur positive. Sicher wird es ein arbeitsreiches Jahr mit vielen Herausforderungen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten und unsere Gemeinde erfolgreich weiterentwickeln. Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes neues Jahr 2026, viel Glück und persönliches Wohlergehen.
Hans Henninger
1. Bürgermeister
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