Seit April 2025 gibt es die Hemauer Fachkräfteallianz – ein Netzwerk zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Region. Nun folgt der nächste Schritt: Als erste Kommune in Deutschland geht Hemau mit diesem Modell in die praktische Umsetzung und startet die gezielte Anwerbung internationaler Fachkräfte.
Wegweisendes Pilotprojekt
Die Allianz vereint mehrere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, Bildungsträger und die Stadt Hemau selbst. Hervorgegangen ist sie aus dem Projekt „Sorgende Stadt Hemau“, mit dem die Stadt auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung reagiert. Gemeinsam wollen die beteiligten Akteure internationale Fachkräfte gewinnen und damit die Versorgung in der Region langfristig sichern. Den Anfang macht nun das BRK SeniorenWohnen Hemau: Einrichtungsleiter Christian Scheuerer wird zwei Auszubildende aus Kolumbien in sein Team holen. Damit beginnt ein Pilotprojekt, das Signalwirkung über die Region hinaus entfalten soll.
Intensiver Qualifizierungsprozess
Unterstützt wird der Prozess von drei erfahrenen Partnern: Die Internationale Organisation für Migration (IOM), eine Einrichtung der Vereinten Nationen, sucht geeignete Kandidaten und bereitet sie gezielt auf den Schritt nach Deutschland vor. Dabei folgt die IOM einem ethischen Rekrutierungsansatz, der auf transparente Verfahren und sichere Migrationswege ausgerichtet ist. Der Sprachbildungsträger Lingoda organisiert Sprachkurse direkt vor Ort in Kolumbien, um optimale Startbedingungen zu schaffen. Nach der Einreise begleitet das Unternehmen Match Pflege die jungen Menschen bei ihrer beruflichen und sozialen Integration in Hemau – ein strukturierter, transparenter und ethisch verantwortungsvoller Weg in die duale Ausbildung in Deutschland.
Der intensive Qualifizierungsprozess braucht Zeit: Zwischen Auswahl und Ausbildungsbeginn vergehen rund zehn bis zwölf Monate. Der Start der Ausbildung ist für Herbst 2027 vorgesehen.
Modell mit Perspektive für die Region
Die Allianz setzt auf Kooperation statt Einzelmaßnahmen: Kosten werden geteilt, Wissen gebündelt und Prozesse effizient gestaltet. Gleichzeitig sorgt die intensive Begleitung dafür, dass internationale Fachkräfte nicht nur ankommen, sondern ein langfristiges Zuhause in Hemau finden. Perspektivisch soll das Netzwerk weiter wachsen. Zusätzliche Partner können eingebunden und das Konzept auf andere Branchen übertragen werden.
„Die Hemauer Fachkräfteallianz hat Leuchtturmcharakter weit über unsere Stadt hinaus. Wir leisten damit einen konkreten Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und zeigen, wie Kommunen aktiv und verantwortungsvoll Zukunft gestalten können“, so Bürgermeister Herbert Tischhöfer.
