Objekt „neue Dorfmitte Schaufling“ konnte besichtigt werden
Schaufling. Am bundesweit stattfindenden „Tag der Städtebauförderung“, an dem sich 700 Kommunen, davon 60 allein in Bayern beteiligten, nahm auch die Gemeinde Schaufling teil. Mit ihrem im letzten Jahr fertiggestellten Mammutprojekt, der „neuen Dorfmitte Schaufling“ endete eine jahrelange Planungs- und Bauphase. Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, den neu entstandenen „Ort der Begegnung“ zu besichtigen und sich ein Bild davon zu machen, was hier entstanden ist. Im Rahmen von Führungen durch das komplett erneuerte und umgebaute frühere „List-Anwesen“ und den neuen Bürgerstadl wurden Hintergründe zu den Planungen, dem Bau und der Entwicklung des Projektes vorgestellt.
Bürgermeister Robert Bauer konnte im Sitzungssaal zahlreiche Gäste im Bürgerhaus „Schauflinger Hof“ willkommen heißen. Die „neue Schauflinger Dorfmitte sei ein sehr schönes Beispiel dafür, „wie Städtebauförderung vor Ort wirken kann“. Man müsse deutlich sagen, dass dieses Projekt ohne Städtebauförderung nicht finanzierbar gewesen wäre. Außerdem brauche man Mut, Ausdauer und Verbündete, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. In diesem Zusammenhang dankte der Bürgermeister der Verwaltung, den Planern, Firmen und Fachstellen, die gemeinsam an einem großen Ziel arbeiteten, und Unterstützer, sowohl in fachlicher als auch in finanzieller Hinsicht. Diese Unterstützung hat die Gemeinde Schaufling durch Bund und Land, durch die Regierung von Niederbayern und durch viele Menschen, die dieses Projekt wohlwollend, fachlich und zielorientiert begleitet haben, erfahren.
Dabei gehe es im Wesentlichen darum, Ortskerne zu stärken und Orte lebendig zu halten. Ortsmitten sind nicht nur geographische Mittelpunkte, sondern Treffpunkte, Erinnerungsorte und Orte des Miteinanders. Man könne nun anknüpfen an die Tradition des früheren Gasthauses, in dem Hochzeiten und Geburtstage gefeiert wurden, Versammlungen abgehalten wurden und bei Festen viele schöne Stunden verbracht wurden. Einfach ein Ort, an dem das Dorf zusammengekommen ist. Die Gastronomie im Schauflinger Hof bringt Wirtshausleben in den Ortskern zurück. Gemeindliche Räume bieten zusätzlich Platz für Gespräche, Sprechtage und Begegnungen. Auch der Biergarten und die Außenanlagen mit dem Spielplatz laden zum Verweilen ein. Der „Tag der offenen Tür“ soll sichtbar machen, dass das Projekt einen großen Gewinn für die Gemeinde darstelle. Dazu wurden auch Führungen durch die Räumlichkeiten angeboten, bei denen auch die Entstehung des gesamten Areals, in Bild und Schrift dokumentiert, zu sehen war.
Staatsminister Christian Bernreiter führte vor Augen, dass von den rund 10,8 Millionen Euro Gesamtkosten sieben Millionen Euro von Bundes- und Landesmitteln getragen werden. Finanzhilfen für die Gemeinden durch die Städtebauförderung gebe es seit 1971, allein in Bayern wurden dabei mit 8,3 Milliarden Euro Maßnahmen unterstützt, die für gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land sorgen. 75 % der Mittel landeten dabei im ländlichen Raum. Es gehe dabei um die Menschen, um Arbeitsplätze genauso wie um Freizeitgestaltung. Oder wie hier in Schaufling darum, Gebäude wieder mit Leben zu füllen. Der Minister dankte dem Bürgermeister mit seinem Gemeinderat für den mutigen Schritt, diese große Maßnahme in Angriff genommen zu haben. Das Ergebnis lasse sich allemal sehen.
Landrat Bernd Sibler brachte in seinem Grußwort auch die Städtebauförderprojekte in den VG-Gemeinden in Hunding, Lalling und Grattersdorf in Erinnerung. Dies seien beste Beispiele, wie man mit beratender Unterstützung der Förderbehörde Theorie in Praxis umsetzen kann. All diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass man sich in den Ortsmitten wohlfühlen kann. Johannes Weber vom planenden Architekturbüro erläuterte kurz den Planungs- und Bauablauf und unterstrich die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Robert Bauer lud anschließend zur Besichtigung des Projektes ein und wies auf die angebotenen Führungen hin. Dabei gebe es Gelegenheit sich umzusehen, ins Gespräch zu kommen und die besondere Atmosphäre des Hauses auf sich wirken zu lassen. Den ganzen Nachmittag gaben sich interessierte Bürger die Klinke in die Hand. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, das herrliche Frühlingswetter lud zum Verweilen im Biergarten ein.
Eingangs wurden vom Bürgermeister besonders begrüßt: Staatsminister Christian Bernreiter mit Gattin Ann-Kathrin, Landrat Bernd Sibler, mit Vertreter Alois Oswald, Vertreter a. D. Josef Färber, die Bürgermeisterkollegen Gerhard Weber (Auerbach), Anton Stettmer (Grafling), Hans Schmalhofer (Plattling), Patrick Popelyszyn (Schöllnach), die Bürgermeister-Stellvertreter Ewald Straßer (Hengersberg), Claudia Sixt (Bernried), Baudirektorin Maria Schiederer (Reg. v. Ndb.), Kaplan Peter Bosanyi, Altbürgermeister, Ehrenbürger und Bürgermedaillenträger Hermann Hackl, die Altbürgermeister Josef Streicher (Lalling) und Alfons Gramalla (Grattersdorf), die Bürgermedaillenträger Elisabeth Linzmaier, Margarete Behringer und Gerhard Spannmacher, Kreisrat Paul Linsmeier, die planenden Architekten Johannes Weber und Hans Nicklas sowie die anwesenden ehemaligen und neuen Gemeinderäte.
Text und Foto: Bernhard Süß

Neben der Gastronomie ist der Schauflinger Bürgerstadl das Herzstück des Großprojektes „neue Schauflinger Mitte“. Darüber freuten sich Landrat Bernd Sibler (v. l.), Staatsminister Christian Bernreiter, Maria Schiederer von der Reg. v. Niederbayern, Bürgermeister Robert Bauer und Planer Johannes Weber.

Im neuen Sitzungssaal führte Bürgermeister Robert Bauer (l.) in die Thematik des „Tags der Städtebauförderung“ ein, mit dabei Staatsminister Christian Bernreiter (1. Reihe v. l.) mit Gattin Ann-Kathrin sowie Landrat Bernd Sibler.
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